Sandra Behrens

Die schöne Weihnachtszeit


Dieses Jahr wollte Familie Behrens alles anders machen. Dieses Jahr wollten sie alles besser machen. Kein Stress, keine Hektik. Also, was war zu tun.
 
Sie setzten sich mit Ihrem 13jährigem Sohn Marcel zusammen und überlegten. Jeder sollte sagen, was er in diesem Jahr zu Weihnachten anders machen möchte.
Vater sagte: Gut, also ich möchte dieses Jahr das Haus nicht wieder voller Besuch haben. Das ist immer so laut. Vorher müssen wir alles vorbereiten und wenn alle wieder weg sind, müssen wir alle Stühle wieder auf den Boden bringen und die Wohnung komplett saubermachen. Da habe ich dieses Jahr keine Lust zu.
Ja, sagte Mutter, dass stimmt schon. Ich steh den ganzen Vormittag in der Küche um zu kochen und den ganzen Abend in der Küche um alles wieder sauber zu machen. Stimmt. Da habe ich dieses Jahr auch keine Lust zu. Und außerdem, kam von Mutter,  wünsche ich mir, dass wir uns dieses Jahr mal keine Gedanken um die ganzen Geschenke machen müssen. Was haltet ihr davon, dass z.B. Papa und ich uns eine Kleinigkeit selber kaufen und Du Marcel Geld von uns bekommst, mit dem Du Dir einen Wunsch erfüllst.
Das hört sich gut an, sagten Vater und Marcel wie aus einem Munde. So ärgert sich niemand über ungeliebte Geschenke.
Ich, sagte Marcel, habe überhaupt keine Lust wieder einen ganzen Tag bei Oma und Opa oder jemanden anderem aus der Familie zu hocken. Den ganzen Tag nur Weihnachtslieder, Kekse und überhaupt ist alles so langweilig. Könnten wir das nicht sein lassen?
Ja, sagten Vater und Mutter. Ist schon immer sehr lang der Tag. Beide hatten da auch nicht so richtig Lust zu. Die letzte Zeit in der Arbeit war einfach zu stressig gewesen. Man will ja schließlich auch mal ausspannen.
So beschlossen sie an den Weihnachtstagen das zu machen was jeden am meisten Spaß macht. Sie sagten allen Bescheid, dass sie dieses Jahr Weihnachten nicht feiern wollen. Die Familie war nicht begeistert, aber was sollten sie machen………..
Dann kam der Heilige Abend. Mutter hatte etwas Leckeres gekocht. An Sonntagen machte sie immer etwas Besonders  zu Essen. Sie setzen sich zusammen an den schön gedeckten Esstisch. Vater sagte, jetzt zeigt doch mal, was ihr euch schönes gekauft habt. Mutter zeigte ihre neue Bluse, die sie schon länger haben wollte und jetzt endlich hatte. Vater hatte sich eine neue Angel gekauft und Marcel ein neues Smartphone. Nach dem Essen setzten sich die Eltern vor den Fernseher und Marcel ging in sein Zimmer um  sein neues Smartphone einzurichten.
Später gingen sie alle zur gewohnten Zeit ins Bett und jeder dachte so für sich: Letztes Jahr war es am Heiligabend doch schöner gewesen.
 
Am ersten Weihnachtstag hatten sie sonst immer Besuch von der Familie. Es kamen immer die Großeltern und die Geschwister der Eltern mit ihren Kindern. Die insgesamt 5 Kinder waren zwischen 6 und 14 Jahren und es war dann schon immer sehr laut geworden. Auch das Geschenke verteilen war dann immer sehr hektisch gewesen. Dieses Jahr hatten die Eltern Umschläge mit Geld an die Eltern gegeben. Mutter war froh, dass sie nur für ihre kleine Runde das Essen vorbereiten musste. Das war schnell erledigt, weil sie auch noch Zutaten vom Vortag hatte.
Sie trafen sich dann zum Mittagessen im Esszimmer und machten sich einen schönen lustigen Weihnachtsfilm an. Als der fertig war machten die Eltern einen Spaziergang und Marcel sah sich noch
eine DVD seiner Lieblingsserie an. Zum Abendessen hatte Mutter Bockwurst mit Kartoffelsalat gemacht. Das ging recht schnell und machte nicht so viel Aufwasch. Als alle um 23:00 Uhr im Bett lagen, war keiner der drei so richtig glücklich mit dem ersten Weihnachtstag.
 
Am zweiten Weihnachtstag waren sie ja immer eingeladen bei einem aus der Familie. Am Frühstückstisch saßen sie zusammen und waren alle sehr niedergedrückt. Sie fühlten sich als hätten sie etwas Schönes versäumt. Mutter seufzte und Vater fragte was sie hätte. Ach ich weiß auch nicht, sagte sie, ich bin irgendwie traurig. „ Ich weiß was Du meinst, sagte Marcel, ich auch und Vater nickte nur dazu. Ja, sagte Mutter, ich glaube uns fehlt Weihnachten mit der Familie. Was machen wir denn jetzt bloß, fragte Vater. Mutter sagte, ich glaube dieses Jahr sind alle bei meiner Schwester Adele. Ich rufe sie jetzt einfach an und frage ob wir noch kommen können.
 
Adele hatte sich riesig gefreut über den Anruf und sagte das sie natürlich kommen könnten.
Sie fuhren sofort los. Es war so schön die ganze Familie zusammen zu haben. Es wurde viel erzählt, gelacht und wie immer sorgte Oma dafür, dass die ganze Familie ein paar Weihnachtslieder zusammen sang. Es gab selbstgemachte Kekse, die zwar nicht so ganz gelungen waren, aber einfach dazugehörten.
Als sie am späten Abend nach Hause kamen, waren sie sehr müde, aber auch sehr glücklich. Es war doch noch ein schöner Weihnachtstag geworden und sie nahmen sich fest vor:
Nächstes Jahr machen wir alles gaaaanz anders……………
 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 04.11.2016. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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