Elke Müller

Sehnsucht

 

 

Matt war stehen geblieben, schlug mit der Faust gegen einen Baum. „ Weil... Verdammte Scheiße... Tut mir leid... unsere Kommision zu eine verwüstete Wohnung gerufen wurde. Ein kleines Ein- Zimmer- Apartement. Die Tür war aufgebrochen und nur angelehnt. Irgend jemand hatte etwas gesucht. Alles war auf den Kopf gestellt. Muss aber nichts gefunden haben... Kennst du einen gewissen Ryan?“ Die Mine von Irina erhellte sich. „ Mein Pflichtbewusstsein rührte sich. Noch einmal wollte ich diese schmerzhaften Erinnerungen nicht durchmachen .. meine, das was mit Mako damals gewesen war. Es hatte mich total ausgenockt. Ganz zu schweigen von den Vorwürfen die ich mir ständig gemacht habe. Ich wollte diesen jemand unbedingt stellen. Laut Recherche gab es eine Spur und ich hatte da einen gewissen Verdacht.“ „ Verdacht?“ Sie strich sich die Haare zurück. „ Ist nicht leicht zu erklären. Mein Personengedächtnis hat mich noch nie im Stich gelassen. Wenn es einmal bei mir abgespeichert, dann blieb er auch dort. Na ja, Ryan war wohl eher so etwas wie ein Kurier.“ „ Doch nicht etwa mit Drogen?“ „ Nein, im Gegenteil. Ryan war immer für Recht und Ordnung. Obwohl er immer mal wieder in allerhand Unsinn verstrickt gewesen war. Es handelte sich mehr um ein Rennen beim Motorsport. Er hat einige schmutzige Abmachungen aufgeklärt, wo viel Geld auf dem Spiel stand, ist wohl deshalb in deren Blickwinkel geraten.“ „ Ist er..“ „ Nein! Deshalb bin ich ja hier. Es ist die beste Möglichkeit, meinen Job zu machen, da ich die Angewohnheit habe, meine Nase in die Angelegenheit anderer Leute zu stecken.“ Irina schüttelte den Kopf. „ Warum hört dieser Wahnsinn nicht auf?“ „ Ja, so manche Erinnerung hinterlässt ein mieses Gefühl. Wie heißt es so schön - Halte deine Freunde nah bei dir, aber deine Feinde noch näher. Die Dinge ändern sich und nichts kann man dagegen tun.“ Irina schüttelte erneut den Kopf. Matt war langsam weitergegangen. Irina lief hinter ihm her.
„ Ich bin mir sicher, das der Besitzer des Briefes, ihn gern wieder in seinen Besitz bringen will, aber es wäre nicht klug von ihm. Ich habe Verbündete die uns helfen. Trotzdem sei vorsichtig, es lauern noch eine Menge komischer Gestalten in deiner Umgebung, wo du wohnst.“
Ein Licht zuckte plötzlich auf. Die Kugel kam überraschend für ihn. Er spürte einen heftigen Schmerz an seinen linken Oberarm. Matt warf sich zur Seite und zog Irina dabei mit. Mit weit aufgerissenen Augen sah sie eine Dreckfontäne vor sich aufstieben. Ein zweiter Schuß erfolgt. Rasch drehte sich Matt um, stand auf und stellte sich zwischen Irina und den Mann welcher nun aus den Schatten der Bäume trat. Automatisch hatte er nach seiner Waffe gegriffen. Sein Hemd färbte sich rot vom Blut und lief ihm den Arm hinunter. „ Teufel nochmal. Sieh an, Clark Cajos. Wo kommst du her und was hast du vor!“, stieß er keuchend hervor, lies dabei die Waffe nun sinken. „ Hallo“, sagte dieser, ohne seinen Revolver zu senken. „ Nicht so viel auf einmal, Matt! Du hast etwas was ich haben will, verstanden?“ Matt verzog das Gesicht, zuckte mit den Schultern. „ Interessant. Und was soll das sein?“ „ Stell dich nicht blöd! Weißt genau was es ist!“ „ Ah, wohl der Brief? Sag das doch gleich.“ „ Ja. Man bat mich... dies zu erldigen.“ Matt schüttelte den Kopf. „ Hatte nicht gedacht, das man jemanden von Mexiko, so weit herschickt, um auf mich loszugehen.“ „ Ich bin nicht lebensmüde, es gibt andere Männer die besser sind als ich.“ „ So wie bei dem Banküberfall damals?“ „ Du hast es... also noch nicht vergessen!“ Ärger stieg in Matt auf „ Verdammt noch mal, Clark! Mord verjährt nicht! Man hat dir drei Morde nachweisen können und der Letzte hatte eine Frau und fünf kleine Kinder.“ „ Er war auf mich losgegangen, was sollte ich machen, habe mich nur gewehrt, dabei ging der Schuß halt los.“ „ Klar,... und dafür gleich in den Rücken?“ „ Ich habe selten in meinen Leben vorbei geschossen.“ „ Du bist unberechenbar geworden! Konntest froh sein, das ich dich nicht gleich an Ort und Stelle verhaftet habe!“ „ Verstehe, willst mich dafür... also noch immer einfach einsperren, richtig?“ Matt kannte Clark seit einigen Jahren, er war sogar schon mit ihm zusammen auf Mörderjagt gegangen und er wusste wie schnell er mit seiner Waffe umgehen konnte. „ Wir haben einen Eid abgegeben! Ich glaube,... du solltest mich schon etwas besser kennen, als die anderen Kollegen. Ich werde nicht so schnell aufgeben!“ Clark Cajos kniff die Augen zusammen. „ Okay... Du wilst es nicht anderst haben. Mach nicht so viel Theater und reiche das Schriftstück herüber und zwar schnell!“ „ Du kannst mich mal!“
Ein leises Knacken lies beide zusammenzucken. Jäh tauchte ein Schatten auf. Clark war völlig überrascht als ein Ast auf seinen Arm niederschmetterte. Sein 45er Revolver entglitt ihm. Matt nutzte den Moment und knallte seine Rechte gegen Clarks Kinn. Dieser taumelte und spürte dann den zweiten Schlag im Magenbereich. Er ging in die Knie. Mit einer raschen Bewegung schlug Matt mit der Handkante auf dessen Hals, traf den Kehlkopf und sein Gegner sackte zu Boden. Schnell tastete er ihn ab, zog ein paar Kabelbinder hervor und band damit seine Hände auf seinen Rücken zusammen. Aufstöhnend setzte er sich. Ihm wurde schwarz vor Augen. Ein stechender Schmerz war, wegen den raschen Bewegungen, durch seinen linken Oberarm gefahren.
Irina hockte sich neben ihn. „ Die Wunde sieht schlimm aus. Die Blutung muss schnell zum Stillstand gebracht werden sonst... “ Sie holte das fallengelassene Hemd heran. Matt zog indes ein Messer aus der Scheide, welches neben dem Gürtelholster hing, reichte es der verdutzten Irina. Diese schnitt einen Ärmel ab und band ihn so fest sie konnte, um die Wunde. Matt fluchte dabei laut. „ Ein Arzt sollte schleunigst sich darum kümmern, die Wunde konnte ich hier nicht reinigen, damit keine Blutvergiftung entsteht.“ Matt war blass, lächelte aber. „ Danke für deine Hilfe. Es war verdammt knapp gewesen.“

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 14.11.2016. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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