Ernst Dr. Woll

Weihnachtsgeschenk und eine verspielte Katze

Es ist nun ein Dreivierteljahrhundert her, ich war 9 Jahre alt und erhielt als Weihnachtsgeschenk eine elektrische Spielzeugeisenbahn. Die Freude war riesengroß und ich heuchelte etwas Überraschung, obwohl ich schon heimlich belauscht hatte, wie mein Vater auf die  große Holzplatte die Schienen montierte. Die gesamte Anlage mit Modellhäusern und einem Bahnhof mit Beleuchtung brachten mich zur Bescherung in Erstaunen. Ich drückte meine Eltern und bedankte mich. Im Überschwang nahm ich auch Putzi, unsere Katze, in den Arm und drückte sie erfreut. Sie schien das gar nicht zu verstehen, setzte sich aber auf einen Stuhl neben mich, als ich mit der Eisenbahn zu spielen begann.  Putzis Augen leuchteten auch, so meinte ich zumindest, als die kleine Modellbahn über Gleise, Weichen und durch den Tunnel fuhr. Just in einem von mir unachtsamen Moment war die Katze aber auf die Platte gesprungen und hatte mit ihren Tatzen die kleine Bahn aus den Schienen geworfen. Sie spielte immer gern mit allem was sich bewegte. In diesem Falle war sie in meinen Augen allerdings zu weit gegangen, denn ich hatte Angst, dass sie mein geschätztes Spielzeug kaputt machen könnte. Fortan sperrte ich die Katze immer aus den Raum, wenn die Spielzeugbahn fuhr, denn ihr war es nicht abzugewöhnen, mit der kleinen Lokomotive und den Waggons spielen zu wollen. Eines Tages kam ich in das Zimmer, wo sich die Bahn befand und der ganze Zug war weg! Mir kamen sofort Tränen, obwohl ich mir als tapferer Junge Mühe gab, nie zu weinen. Nicht lange brauchte ich zu suchen, Putzi hatte sich unter das Sofa verkrochen und spielte dort mit der kleinen Lokomotive und den 3 Waggons, die sie immer mit ihren Pfoten in Bewegung bringen wollte. Es war sogar schwer, ihr das Spielzeug weg zu nehmen. Nur gut, dass Katzen weiche Pfoten haben und das Tier nicht all zu roh mit den empfindlichen Sachen umgegangen war, es war alles wieder zu reparieren. Putzi konnte ich aber nicht bestrafen, denn ich hatte sie ja bisher auch immer mit beweglichen Gegenständen zum Fangen gereizt.
 

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Erlebte Kuriositäten sind häufig reparierbare Missgeschicke und wir können darüber schmunzeln. Wir sollten deshalb diese Geschichten nicht für uns behalten. Die Tiere unsere Mitgeschöpfe können uns in diesem Zusammenhang viel Freude bereiten und viele Erlebnisse mit ihnen bereichern unser Leben. In Gedichten und Kurzgeschichten wird darüber erzählt, wie wir außergewöhnliche Situationen mit Schmunzeln meistern können und ernsthaft über vieles nachdenken sollten. Wenn z. B. unser Hund eine Zahnprothese verschlingt und wir sie wieder finden, dann darf sie durchaus wieder an die richtige Stelle.

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