Gerhard Krause

Auch Engel können weinen

Weihnachten, die Zeit der Stille, der Besinnung und die Zeit der Geschichten

"Auch Engel können weinen"
Nur ungern schnitt er den Tannenbaum ab. Er hatte ihn aus dem Samenkorn, das er vor Jahren in die Erde gesteckt hatte, wachsen sehen und es war ein prächtiger Tannenbaum geworden. Sie wollte einen Weihnachtsbaum. Die Tanne war ohnehin zu groß geworden und so traf es diese Tanne. Bald hingen bunte Kugeln, Sterne und Kringel, Engelshaar und Lametta an dem Baum und zum Abschluß brachte er eine Lichterkette an. Neben dem Baum wurde die handgeschnitzte Krippe aufgebaut. Am Abend bei der Lichterprobe meinte seine Frau, es wäre schön wenn an der anderen Seite noch zwei Engel stehen würden. "Schnitzt Du noch welche?" Selbst der Einwand es fehle am passendem Holz, nützt nichts. So schnitt er von dem Tannenstumpf noch zwei Stücke ab und schnitzte noch zwei Engel. Das richtige Holz war es nicht, zu frisch und zu harzig. Nun waren sie fertig, schlicht mit leicht geneigtem Kopf, die Hände vor der Brust gefaltet. Es war Heilig Abend. Der festlich geschmückte Baum im Lichterglanz, die Krippe und die Engel hatten eine besondere Ausstrahlung zu dem harmonisch verlaufenden Abend.
Bei einem Glas Wein saßen sie beisammen vor dem Baum und man sprach von Weihnachten in der Kinderzeit und Jugendzeit und später. Es war spät geworden.
Am andern Morgen, die Sonne schien durch Fenster auf den Weihnachtsbaum, auf die Krippe und die Engel, da sah er auf den Wangen der Engel ein glitzern, waren es Tränen? Hatten die Engel geweint? Vielleicht vor Freude die Heilige Nacht erlebt zu haben oder waren es Tränen der Wehmut, weil er den Baum abgesägt hatte. Er dachte lange darüber nach.
Auslaufendes Harz war es gewesen, welches über die Wange und das Kleid der Engel geperlt war. Nun gehören die Engel zu jedem Weihnachtsfest. Er sägte nie wieder einen Baum ab.

(Autobiographisch 2004)                                                                                                                             23.12.2016      Gerhard Krause       







 

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