Wolfgang Küssner

Pauschal à la chinoise

Die Urlauber hier in Thailand – und sicherlich auch anderswo - lassen sich zunächst in zwei Gruppen unterteilen: Die einen haben Anreise und Unterkunft individuell gebucht. Sie sind meistens echte Wiederholungstäter, kennen sich vor Ort etwas oder sogar gut aus, suchen vielleicht das Abenteuer, sind Langzeitreisende. Die andere Gruppe hat pauschal gebucht – Transport und Transfer sowie Hotel bei einem Veranstalter. Der Urlaub dauert selten länger als vier Wochen; häufig wird das Ferienziel erstmals bereist. So eine Pauschal-Buchung gibt dem Reisenden ein leichtes Gefühl von Sicherheit. Der Tourist hat natürlich Variationsmöglichkeiten: Standard, die sogenannte „Holzklasse“ im Flugzeug oder doch bequemer, komfortabler reisen; nur die Übernachtung ohne Frühstück oder gar das volle Ernährungsprogramm „all inclusive“. Letzteres ist natürlich ideal für einsam gelegene Resorts und für Alkoholiker – einmal zahlen, permanent nachkippen. Pech wäre es natürlich, wenn der Barkeeper nur gegen Tipp aktiv wird und nachfüllt.

Und weiter muss man zwischen Urlaubern einerseits und Reisenden aus China andererseits unterschieden. Letztere buchen meistens pauschal mit einer gewöhnungsbedürftigen Interpretation, wie die Praxis hier in Thailand und vermutlich auch an anderen Orten zeigt. Haben sie das Hotel ohne Frühstück gebucht, wird es sie nicht davon abhalten, morgens, den Ahnungslosen mimend, doch das Frühstückrestaurant aufzusuchen. Es könnte ja klappen. Die Hotelreservierung wurde vom Büro des Veranstalters für 2 Erwachsene und ein Kind vorgenommen. Beim Einchecken stehen plötzlich zwei Kinder an der Rezeption. Oder es werden zu später Stunde Landsleute ohne jeglichen Buchungshintergrund ins Zimmer geschleust. „All inclusive“ –  alle Chinesen eingeschlossen? Es ist sehr schwierig zu kontrollieren, Chinesen treten immer in Gruppen auf, tragen häufig die gleiche Kleidung.

Vor der Abreise kann es ratsam sein, schnell das von den Gästen aus dem Reich der Mitte geräumte Zimmer zu checken, ob nicht eventuell zusätzlich auch noch abgeräumt wurde.

Immer wieder sieht man chinesische Urlauber in der einen Hand das Smartphone, in der anderen Getränk oder Essen ein Restaurant betreten. Für eine Gruppe von sieben Männern werden zwei Tische zusammengestellt. Vier aus der Schar ordern je eine Flasche Bier, die drei anderen bestellen heisses Wasser für die mitgebrachten Instantsuppen.

Opa und Oma betreten mit Sohn, Schwiegertochter und Enkel das Resturant ihres Hotels zum Abendessen. Aus der Karte wird eine kleine Bestellung der günstigsten Gerichte getätigt, doch eine Order von Getränken bleibt aus. Oma geht schnell aufs Zimmer, holt die kostenlos angebotenen Getränke aus der Minibar und serviert diese der Familie im Restaurant.

Die Chinesen greifen nach allem, was nichts kostet; sie hinterlassen enorme Essensreste von zuvor total überfüllten Tellern; zahlen ohne Trinkgeld; wirken egoistisch, überheblich,  rüpelhaft, herablassend, herrisch, arrogant; praktizieren „all inclusive“  auf chinesische Art oder – pauschal à la chinoise.
 
Juni 2016
Copyright by Wolfgang Küssner. All Rights Reserved.
 

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Wolfgang Küssner).
Der Beitrag wurde von Wolfgang Küssner auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 04.01.2017. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Der Autor:

Bücher unserer Autoren:

cover

Ich lasse Töne für dich klingen von Sabine Fenner



Gedichte und Sprüche,
die das Leben schrieb


Ich brauche dich
Nur einmal wünsche ich mich zu dir,
ja, nur einmal will ich dir begegnen,
nur einmal brauche ich dich ganz für mich,
gehe mir entgegen.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (1)

Alle Kommentare anzeigen

Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie Reiseberichte Thailand

Weitere Beiträge von Wolfgang Küssner

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Elefantenbier & Nudelsuppe - Teil 4 von Wolfgang Küssner (Krimi)
Minibusse und Kinderbetreuung von Norbert Wittke (Reiseberichte)
Eine etwas andere Art von Margit Farwig (Wahre Geschichten)