Doris E. M. Bulenda

Südkorea - ein Kaugummi-Verkäufer

Ich stand mit einer kleineren Menschenmenge an einer Ampel in Seoul, Südkorea und wartete auf Grün. Dabei habe ich die folgende Szene beobachtet: Während die Ampel - ziemlich lang - rot zeigte, kam ein behinderter Mann heran und verkaufte Kaugummi. Die Wartenden – selbstverständlich auch ich – gaben ihm eine kleine Münze und bekamen ein Päckchen Kaugummi dafür. Ein junger Stutzer, ein typisch arroganter und überheblicher Business-Mensch, gab dem Behinderten eine Münze und lehnte den Kaugummi mit sehr verächtlicher Miene und abwehrender Handbewegung ab.
Da war er aber bei dem Kaugummi-Verkäufer an den Falschen gekommen. Der brachte ganzdeutlich zum Ausdruck, dass er kein Bettler sei – er sei Geschäftsmann, der Kaugummi verkaufe. Das war sogar für mich verständlich, obwohl meine Sprachkenntnisse des Koreanischen eher minimal waren. Aber das war sehr deutlich! Und -so der Verkäufer weiter - wenn der junge Mann keinen Kaugummi haben wolle, dann müsse er die Münze auch von ihm zurücknehmen. Er bettle nicht! Er sei Geschäftsmann und verkaufe Kaugummi! Alle Umstehenden blickten den Stutzer an, alle waren auf der Seite des behinderten Verkäufers. Der Business-Mensch nahm eilig ein Päckchen Kaugummi, dann wurde die Ampel grün und er verschwand mit hochrotem Kopf über die Straße. Ein heiteres Lachen aller Leute begleitete ihn dabei.
 

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