Thomas Kleinrensing

Joghurts Rede

Herr Präsident, verehrte Kellogs und Labans,

meine Fraktion hat schon bei der Novellierung des Gurken-Wachstumsgesetzes, im Jahre 2009, mehrfach auf die verheerenden thermophilen Auswirkungen zu Lasten der mittelständischen Radieschen- und Feldkrautzüchter, nicht nur in unserem Land, sondern auch in den Kleingartenanlagen und mesophilen Kleinhirnen der Balkonkästen Bauern hingewiesen. Und nun haben wir den Salat.

Es ist für meine Fraktion in keiner Weise nachzuvollziehen, dass Ihre Gelatine sich anschickt weitere Reglementierungen auch im Bereich des intimen Kitchendising anrühren zu wollen. Jede eingefleischte Molke Kultur in unserer abgeschälten Bananen Republik hat ein Recht auf Buttermilch und Schmalz im Magermilchpulver. Jeder Frutta, jede Mango in diesem lactosen Staat hat ein gratiniertes Recht selbst über die Art und Weise der Andickung von rechts, links oder durchgedrehtem Quark und Kefir zu bestimmen. Es ist nicht nur ein Skandal, nein es ist ein ausgemachter Schmand, dass Sie den freiheitlich demokratischen Gries Pudding versuchen zu unterlaufen. Ich sage Ihnen frei von Zusätzen, dass die Würde des gemeinen Joghurts unantastbar ist.

Ich frage aldi koloniebildenden Einheiten, wie wollen sie den Fruchtzwergen da Draußen und uns Aromen hier Drinnen diese grapefruitigen Einschnitte unterheben? Mir fehlt komplett der isoelektrische Punkt bei Ihrem Kaschk.
Nicht nur das es eine unglaubliche Fermentation der Löffeltechnik des Einzelnen darstellt. Es geht letztendlich um Jobs.
Und an unseren zitronesken Kollege Müsli gerichtet. Wie kommen Sie eigentlich auf die in Ihrem Entwurf bezifferten Verdickungsmittel? Da haben die Experter und fundierten wirtschaftlich orientierten Infotsynäesen im koagulierenden Ergebnis eine ganz andere Molke errechnet. In Ihrem Vorschlag stimmt noch nicht mal der pH-Wert. Und das Enzym Ihrer Berechnungen ist, mal ganz dick und Milch gesagt, total vergoren. Actimellen Sie sich mal. Yakult ist da nicht genug. Da muss schon mehr Froop rein.

Meine Milrams und Nestles teilen nicht die Aufschäumungen der Roten Grütze. Dieser Ayram ist absoluter Quark. Es geht auch nicht um aufgeschlagene gelbe Vanillesauce oder gequirltes Mousse. Es geht um Paradiescreme für Alle, meine Bukos und Sarnellas. Aber Sie oetkern weiter rum und suggerieren nach außen, dass alles im Becher. Sie und Ihre Proteinfraktion befinden sich doch schon seit geraumer Zeit in der Pasteurisierungsphase. Und dem grünen Wackelpeter sei gesagt: Schießen Sie nicht mit Danone, wenn sie hier in dieser Molkerei von Ehrmann reden. Das ist totaler Zott. Noch eine Emulsion zu den rechten Säurebakterien, zu jenen Emulgatoren der Geschmacklosigkeit. Ich rufe diesen zu: Wir haben noch nie und werden niemals in der rechten Mitte der geknickten Joghurts müllern. Wir verurteilen mit Nachdruck ihre Nuss cremigen Einlassungen in der braunen Ecke auf das aller froopigste.

Meine Lactobacillen und ich befinden sich auf dem Boden der Dickmilch, ganz in der Tradition des Allgäuer Bauern und des Schweizer Emmi. Sollte diese Vorlage die Zustimmung dieses Labors erhalten, werden weder die Weihen Stefans noch die Lactosen und Lackdosen Sie unterstützen nochmals auf den Möwenpick zu kommen.

Meine Fruitis und ich werden so oder Soja gegen diese Vorlage stimmen. Diese hier vorliegende Vergärung ist ein weiteres Magermilchpulver für unsere Streptokokken da Draußen. Ihre ständigen Stoffwechselaktivitäten, dieses undefinierbare Sauermilchgeblähe, Ihr nicht zu erkennender isoelektrischer Punkt, wird Ihnen als Laban aufstoßen und, wie schon gesagt, Lactose hin oder Lackdose her: Die kleinen Früchtchen und geknickten Schleckermäulchen werden Ihnen schon bei der nächsten Wahl den Geschmacksverstärker entziehen. Paula Sachsenmilch, unsere Ph-neutrale Wertsitzende, hat schon eingerührt was ich nochmals gerne vergäre:
Eingedickte Fettmilch ist allen Probiotics vorziehen. Daran löffeln wir mit unserem Namen.
 

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Ein Tag im Februar des Jahres 2006. Der EDV- Fachmann Klaus Gruschki kann kaum ausdrücken, was er empfindet, als er seine neugeborene Tochter Leoni im Arm hält. Seine Frau Michaela und er sind die glücklichsten Menschen der kleinen, süddeutschen Provinzstadt und voller Vertrauen in die gemeinsame Zukunft. Doch die Beziehung und das Glück zerbrechen. Auf einmal ist Klaus allein und Michaela mit Leoni verschwunden. Erst nach langer Suche und mit großen Mühen gelingt es dem Vater, Mutter und Kind wieder zu finden und den Kontakt zu Leoni neu herzustellen. Dann entzieht ein bürokratischer Akt dem Vater die gemeinsame Sorge fürs Kind. Gruschki weiß sich nicht anders zu helfen, als seinerseits mit der Tochter heimlich unterzutauchen. Nach einer dramatischen Flucht wird er in Österreich verhaftet und Leoni ihm gewaltsam entrissen. Er kommt in Haft und wird als Kindesentführer stigmatisiert. Doch Klaus Gruschki gibt den Kampf um sein Kind und um Michaela nicht auf …

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