Patrick Rabe

Ich bin der ich bin

Versuch einer segensreichen Christologie

Die ganze christliche Lehre des schlechten Gewissens, der Schuldgefühle, des Besser-werden-wollens ist barer Unsinn. Neulich erst sagte mir wieder eine "Schwester": "Ja, Gott möchte uns zeigen, dass wir gar nicht die tollen Hechte sind! Wir sind arme, in die Sünde verstrickte Würmer! Ich schäme mich für meine verworfene Existenz! Nur Gott ist der Tolle!" DAS SAGT EINE FRAU DES 21. JAHRHUNDERTS!!!!!

Ich sage: Schluss damit! Aber deutlichst! Diese ganze miese, letztendlich zutiefst materialistische Bibelexegese hat uns alle kollektiv und über Generationen und Generationen nachhaltig krank gemacht!!!! Doch! Wir sind DOCH die tollen Hechte! Mit Schwanzflossen und Mäulern! Und Geschlechtsorganen!!! Und alles davon darf sein!!!! SONST WÄRE ES NICHT!!!!!!

In meinen Augen ist die Bibel ein mystisches Buch. Und alle Versuche, sie anders als mystisch aufzufassen, endeten im Großen, wie im Kleinen, in Barbarei und Zerstörung.

Begriffe wie "Gott", "Sünde", "Leben", "Tod", "Welt", "Geist" oder "Fleisch" sind nie als Festschreibungen-schon gar nicht Dogmen!!!- gemeint, sondern sind Worte aus einem traumlogischen Tasten nach Wahrheiten, die "hinter dem Schleier" liegen, und die wir alle nur auf traumlogische Art begreifen können. Jeder Versuch, aus diesen tastenden Wörtern Begriffe gleich unserer materiellen Welt und Daseinsform schnitzen zu wollen, muss in Schieflagen führen. Man bemüht sich, diese geheimnisvollen Dinge hinter dem Schleier hervorzuziehen und macht aus einem Gott etwas wie einen Stuhl, oder noch schlimmer: Indem ich Gott in mein materialistisches Bewusstsein "übersetze", mache ich vielfach so etwas wie einen Josef Stalin aus ihm. (Den anderen Typen mit "H" hätte ich auch problemlos hier einsetzen können...)

Daher auch nochmals meine deutliche Abgrenzung zu den Evangelikalen! Nicht, weil evangelikale doof sind, oder ich mit ihnen so schlechte Erfahrungen gemacht habe, SONDERN: Weil sie einen historischen Trend, der ohnehin schon vorlag, zur vollen Entfaltung gebracht haben (und dann auch noch aus Angst!!!): Das Missverstehen der biblischen Texte als historische, plastische Wahrheit!!!! Praktisch: Da ist Gott, so wie dieser Stuhl da ist, and I can nail him! Jetzt kann er nicht mehr abhauen! Ich hab ihn!!! Gott ist so und so und nicht anders! Die Bibel ist buchstäblich wahr und irrtumslos! Und eine widerspruchsfreie Gebrauchsanleitung zum Leben und Glücklichwerden!!! Die evangelikale Bewegung entstand aus mehreren Strömungen in Deutschland und England, ab ca. dem 17. Jahrhundert, als Reaktion auf fortschreitende Wissenschaft und Aufklärung. Aus der Angst, das böckelnde christliche "Haus" möchte ganz einstürzen, tat man das, was aus Angst immer geschieht: Man verhärtete, man verfiel in eine Art Verteidigungshaltung, die meinte, sich gegen viele "Feinde" behaupten zu müssen, man radikalisierte das ohnehin schon bestehende Bild von der Bibel als buchstäbliche Wahrheit bis zur offensichtlichen Selbstkarikatur, man schuf eine ins "wunder"-liche abgleitende Prallelkultur.

Man zerrte die hinter dem Schleier liegende, seelische "Geheimsprache" der Bibel vor den Schleier und behandelte sie so, als sei sie Teil der materiellen Welt!!!

Damit hat der Evangelikalismus dem Christentum einen Bärendienst erwiesen!!!!!

All diese tiefen, biblischen Wahrheiten sind viel behutsamer und zarter zu bergen, als mit evangelikalen Brachialdogmen. Alleine schon die dort typische Art des energetischen, enervierenden, ja penetrierenden Predigens spricht gegen die "Göttlichkeit" dieses Weges. Gott ist immer im Zarten, feinen, unaufdringlichen (Jeremia: Gott ist nicht im Sturm, sondern im Säuseln). Gott ist auch Vollmacht, Stärke, Potenz, Gewalt... aber zur Seele spricht er in Sanftheit. (Dies sei nicht als Versuch zu deuten, Gott nun meinerseits auch zu "nailen", sondern als Ringen um Worte, wie ich ihn erlebe. Schlicht: Ich erlebe ihn als mächtige, potente, stärkende Kraft, die mich jedoch niemals "vergewaltigt".) Das griechische Wort "Praytes" (von Luther mit "Sanftmut" übersetzt), trifft es ganz gut. Praytes beschreibt eine Wesensart, die gewaltlos ist, aber nicht passiv. Zart, aber nicht schwach. Steckt eigentlich auch im Wort SANFT.MUT drin. Sanft und Mut. Dennoch. Diese Eigenschaft Gottes/Jesu/der Nachfolger wurde durch die gängige Interpretation verhunzt. Nämlich als Glorifikation des Schwachen, Wehrlosen, Zahnlosen. Nur so konnte Nietzsche im 19. Jahrhundert zu der Auffassung gelangen, das Christentum sei eine Religion der vampirisch Degenerierten. Er hatte Recht, denn so wurde das Christentum gepredigt (gelebt wurde vom Klerus oft das Gegenteil!). Und er hatte Unrecht, denn so war es nicht gemeint. Wer eine wirklich gute Erklärung des Wortes "Praytes" haben möchte, dem verlinke ich am Ende dieses Artikels noch etwas! (Kann ich hier leider nicht machen, wegen des Schwab'schen Verbotes! Aber schaut doch mal auf meine Facebookseite!)

Die Worte, die die Bibel verwendet, stammen notwendiger Weise aus unserer (materiellen) Welt. Das, was sie beschreiben möchten, liegt aber hinter dem Schleier. Und sind wir respektvoll, dann belassen wir es da und stimmen uns auf einen feinen Umgang mit unserem Unbewussten ein...

Am Anfang steht ein grundsätzliches "Ja" von Gott zu seiner Schöpfung. Dieses "Ja" gilt. Immer. Das heißt: Alles in Gottes Schöpfung ist bejaht. Auch ich. Wäre das anders, gäbe es mich nicht. Alles, was bejaht ist, darf sein. Folglich ist alles, was da ist, bejaht.

Die Sünde besteht nun - aus meiner Sicht - darin, das, was bejaht ist, als falsch zu begreifen. Dabei ist es egal, ob ich mich selber oder meine Umwelt als falsch begreife! Wie es kommt, dass man sich selber als falsch begreift, das hat stets individuelle Gründe, meist in der Kindheit. Aber der Casus Cnaxus ist jetzt nicht, dass man tatsächlich falsch ist, und dieses Falsche nun loswerden muss, um zum Richtigen zu finden (Alter Adam etc.), sondern es geht darum, vom Bewusstsein ( dem Glauben/der Überzeugung), falsch zu sein, zurückzukehren (re-ligio=Rückbindung!) zu dem Bewusstsein, richtig zu sein! geliebt! bejaht! NICHTS AN MIR IST FALSCH (sündig) ALS NUR DAS EMPFINDEN, FALSCH ZU SEIN!!!! Ich muss nichts von mir loswerden, um richtig zu werden (Um Gottes Willen!!!!!), sondern ich muss bejahen, was ist!!!! Alles an mir ist gut. Jedes Körperteil. Jede Eigenschaft. Jede Seelenregung! (Siehe der Psalter: "Danke, dass ich wunderbar gemacht bin!") Jedes Körperteil, jede Seelenregung, jede Eigenschaft ist dafür da, dass ich sie nutze gemäß ihrer Art. Ein Gehirn ist zum Denken da. Eine Empathie ist zum Einfühlen da. Und ein Penis ist zum Bumsen da! (jawoll! Weg, ihr verklemmten Bibelausleger!)

Viele, wenn nicht alle von uns, haben erlebt, dass Teile von ihnen abgelehnt, ja gar verdammt wurden. So konnten diese Teile nicht mehr gemäß ihrer "Bestimmung" arbeiten (leben), denn ihnen war die Liebe (die Lebensenergie) entzogen worden. Diese Eigenschaften, Seelenregungen, Körperteile, standen nun wie sich schämende, gedemütigte Kinder "in der Ecke" (im Schatten). Solche "Kinder" haben nicht allzuviele Möglichkeiten, zu überleben. Entweder, die Scham ist so groß, dass diese Kinder ihr einziges Heil im Sich-Unsichtbar-Machen, im Verschwinden, in der Selbstnegierung und Selbstauflösung sehen, oder die Wut (über die erfahrene Ungerechtigkeit) überwiegt, und sie werden zu Rebellen. Kurz gesagt: Die rebellische Variante ist gesünder. Aber auch nicht der Königsweg. Es geht darum, unsere Eigenschaften, Seelenregungen und Körperteile wieder so zu benutzen, wie sie selber und damit: wie wir selber es wollen, wie unser innerstes Wesen es will. Und das geht letztlich nur, wenn wir es schaffen, die Kränkungen, die diese Anteile erlebt haben, aufzulösen. Dann, wenn eine Empathie nicht mehr gekränkt, sondern gesundet ist, wird sie nicht mehr wirken wollen, um andere auszuspionieren und ihnen zerstörerisch ihre Schwächen aufzuweisen, sondern wird wirken wollen, andere zu stärken, ihnen zu zeigen, wer sie sind und sie zum Leuchten zu bringen. Und dann, wenn ein Penis nicht mehr gekränkt, sondern gesundet ist, wird er sich nicht mehr schamhaft verstecken wollen und immer kleiner werden, sondern wird zur vollen Größe anwachsen und andere Frauen (oder Männer) mit seiner Potenz glücklich machen.

Mir war es wichtig, nicht wieder sofort, wie ich es gewöhnlicher Weise tue, den Bindestrich zu Gott zu ziehen. Denn vielen, gerade den christlich Geschädigten, hilft es sehr, erstmal sich klar zu machen: "ICH will. ICH darf. ICH bin Kapitän MEINES Lebens! Nicht eine als Gott getarnte Schimäre aus dem Überich!!!!"

Aber nun möchte ich dennoch den Bogen finden, wieder zu Gott, zu einem "geheilten" Gottesbegriff. Denn Gott ist nicht auf Seiten derer, die uns kleinhalten und verdammen wollen! Gott ist die Liebe! Der Bejaher! Der Tröster! Der Heiler! Der Starkmacher! Durchatmen. Wirken lassen.

Gott stellt sich Mose vor mit dem Namen "Ich bin der ich bin." Darin liegen unausschöpfliche Geheimnisse. Darin ist enthalten, dass Gott das Sein ist. Darin ist enthalten, dass Gott das Ich ist. Darin ist enthalten, dass Gott das So-sein-wie- es-ist ist. Darin ist enthalten, dass Gott das So-sein-wie ICH BIN-ist. Darin liegt begründet, dass alles, was so ist, wie es ist, automatisch bei Gott ist. Darin liegt begründet, dass alles, was ist, was es ist, automatisch den "richtigen" Auftrag in der Schöpfung erfüllt. Darin liegt auch begründet, dass alles, was nicht so ist, wie es ist, automatisch "verzerrt" in der Schöpfung wirkt. Daraus folgt, dass aus einem verzerrten Wirken in der Schöpfung nichts anderes folgen kann als Krankheit, Leid und letztendlich Tod. Das ist Sünde. Und sonst nichts. Das Entstehen der Sünde, und damit des Abrückens vom eigenen Selbst entstand durch die -falsche-Einschätzung "Hier ist etwas falsch!" Das mag im individuellen Dasein eines Menschen von Eltern und Erziehern getriggert worden sein. Aber diese waren ja auch nur "Weiterreicher" des Sündenapfels. Gesamtgeschichtlich entstand die "Sünde" (das Abrücken vom Selbst) durch das Auftauchen von Misstrauen. (Die Schlange: "Sollte Gott gesagt haben, ihr dürft nicht von allen Bäumen essen?") Woher das Misstrauen ursächlich kam, weiß ich nicht. Ich bin nicht obererleuchtet. Aber dass das Misstrauen die Ursache vom SELBST-Verlust ist, ist für mich klar. Sobald ich anfange, in Frage zu stellen, ob Gott es gut mir meint, bin ich raus aus'm Paradings. Die Wahrheit ist: Gott ist die reine Freude, die reine Stärke, die reine Schönheit, die reine Liebe und die reine Wahrheit. Und Gott IST das Selbst, IST das Ich in mir. Das heißt: ich bin Gott unter anderen Göttern. (Zeiht mich nicht vorschnell der Blasphemie! Jesus selber zitiert im Johannesevangelium aus den Schriften: "Wisst ihr denn nicht, das ihr Götter seid!?") Und es geht darum, die verdammten, liebesentzogenen Anteile wieder zurück zum Körper (bzw. Geistgestalt), in die Ganzheit ,zu holen, damit sie wieder so wirken können, wie sie eigentlich sollen (bzw. WOLLEN). Der eigentliche menschliche Individualwille ist eins mit Gottes Willen! Ich weiß, dass es anders gelehrt wird. Die Lehre ist falsch. Ende der Durchsage.

Das, was falsch ist, ist nicht der wahre Wille des Menschen, sondern die Persönlichkeit, die sich bildet im Zuge der Erniedrigungen, Kränkungen und Härten des Lebens. Die Persönlichkeit, die wir uns in der ersten Hälfte unseres Lebens "erschaffen" (bzw. die sich in uns bildet), ist in den allermeisten Fällen eine Reaktion auf Angriffe auf unser wahres Selbst. Das, was da also mit Kajalstift und Hut (verzeih, Jens Böttcher!), oder Hut und Sonnenbrille (verzeih, Udo Lindenberg), oder ewigen Sexprovokationen und Evangelikalendissern (verzeih, Patrick Rabe) dasteht, ist nicht das wahre Selbst, sondern das ungeheilte, sich tendenziell ungeliebt fühlende, zu seinem eigenen Schutz aufbegehrende Ich. Dieses "Ich", diese Persönlichkeit ist zunächst mal etwas Gutes. Denn sie hat gewährleistet, dass aus uns überhaupt etwas geworden ist. Aber diese Persönlichkeit, das sind nicht wir. Das ist ein unechtes "Ich", dass wir uns - oft mehr unbewusst als bewusst- konstruiert haben, um überleben zu können. Danken wir also zunächst einmal unserem falschen "Ich". Es war ein guter Freund. Das Problem an der Sache ist lediglich, dass wir uns jetzt nicht mehr mit unserem wahren Selbst oder Ich identifizieren, sondern mit der aus der Not entstandenen Persönlichkeit. Das ist verständlich. Denn ohne sie hätten wir es wahrscheinlich gar nicht aus dem Gröbsten raus geschafft. Das Problem ist nur: Diese Persönlichkeit SIND nicht wir! Wir haben quasi, um unser "Echtes" zu schützen, ein Gehäuse aus "Unechtem" um uns errichtet. Da wir uns aber begannen, mit dieser Schutzhaut zu identifizieren, wurde sie für uns zum Unglück. Denn das Unechte kann nie wirklich stark sein, nie helfen, nie heilen. Und diese Schutzhaut, je mehr wir uns mit ihr identifizieren, schnürt uns die Luft ab, entzieht uns Kräfte, ja tötet uns in der Endkonsequenz. Da sie irgendwann wichtiger zu sein scheint, als die vitalen Regungen in uns.

DAS ist der Alte Adam, der sterben muss!!!

Diese Schutzhaut, die uns half, "aus der Grabbel" zu kommen, muss irgendwann abgestreift werden, damit sie uns nicht erstickt. Darin liegt keine Wertung, keine Moral, kein richtig und falsch, kein Gut und Böse. Das ist einfach Psychologie.

Jesus ging es offenbar immer darum, die "entliebten Glieder" wieder zurück zum "Organismus" zu holen. (Das Wesen der Mystik ist es, das Alles auf Alles bezogen werden kann. Also, der hier gemeinte Organismus ist SOWOHL historisch gesehen die jüdische Gesellschaft, als auch psychologisch gesehen der einzelne Mensch, damals wie heute. Auch was Paulus im 12. Kapitel des ersten Korintherbriefes schreibt - Stichwort "Alle Glieder haben ihren Sinn"-, gilt für die Gemeinde, die Menschheitsfamilie UND das Individuum!) Dieses Verwandeln von unheil agierenden Teilen (Huren und Zöllnern) geschieht durch Liebe und Annahme. So kann die Hure/der Zöllner seine "falsche Identität" als Hure oder Zöllner abstreifen und kann vom "Notprogramm" zum "Hauptprogramm"finden. Damit ist die Huren-oder Zöllner-Identität nicht abgewertet, sondern verstanden und durchliebt. Durch diese Durchliebung kann sie von selber "zurücktreten". Das heißt, die falsche Persönlichkeit kann abgestreift werden, weil sie in Christus dem Wahren, der wahren Liebesquelle, dem wahren Selbst begegnen durfte. Wann immer dieses Abstreifen nicht mühelos und in großer Freude geschieht, sollte man es lassen. Denn dann erfüllt die "Persona" noch einen stützenden Zweck. Nochmals: Mystik=Alles ist in Allem. Es geht mir hier nicht um eine Psychologisierung der Bibel. Das Heilsgeschehen gilt auf allen Ebenen. Das heißt: Der historische Jesus hat auf der Ebene der Menscheitsgeschichte reale Huren und Zöllner geheilt und der geistliche Jesus hat auf der geistlichen Ebene ganze Menschen zur Umkehr bewegt, und der innerpsychische Jesus holt meine als Hure oder Zöllner verkleidete Empathie oder Sexualität wieder zurück zu MEINER Ganzheit. Wann immer ich anfange, nur noch eine dieser Deutungsebenen gelten zu lassen, komme ich zu Schräglagen. Ja, die für manche unverdauliche Wahrheit ist: Die Verheißungen SIND historisch und innerpsychisch erfüllt worden, und WERDEN sich historisch und innerpsychisch erfüllen. Also: Die Apokalypse und das Neue Jerusalem hat es innerpsychisch schon tausende Male gegeben, auf der linear verlaufenden Ebene der Zeit liegt dies noch vor uns. Die Quantenphysik bestätigt genau dies: Das hologrammähnlich seiende Universum. (Mein Liebling Bob Dylan drückte es mal so aus: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind alle zusammen in einem Raum!)

Und die ganze kirchliche Ausdeutung (ALLER Konfesionen seit der Verschwisterung von Gemeinde und Macht) ist kompletter Mist, der das Gegenteil von dem bewirkt, was bewirkt werden soll. All die ganze Aufladung der biblischen Inhalte mit Moral, mit Schuldgefühlen, mit Norminativismus, mit Materialismus etc. ist unsegensreich gewesen! Und vielleicht wird es die christliche Kirche (ja, als Ganze!!!) nie schaffen, sich von dieser Verdrehung und Verzerrung ihrer Lehre zu befreien. Weil sie durch die Jahrhunderte hindurch längst zu durchseucht ist von dieser ganzen Moraljauche. Dann soll sie doch untergehen, und wir sollten jubeln! Denn, da bin ich sicher, das wahrhaft christliche und göttliche KANN nicht untergehen. Weil es wahr ist. Und es gibt mittlerweile IN der Kirche, auch in Evangelikalien, viele Köpfe und Herzen, die all das fühlen und ahnen. Bücher von Eugen Drewermann, Richard Rohr, N.T. Wright etc. weisen in die richtige Richtung. Auch ein Papst wie Franziskus ist ein hoffnungsvolles Signal für eine mögliche Selbstheilung der Kirche. Ich sage deutlich: Eine grundlegende Reform (und ich benutze jetzt das große Wort Metanoia!!!) ist nicht gänzlich unmöglich, aber schwierig. All die -in allen Konfessionen zu findenden - Betonköppe müssten erstmal entmachtet werden, die Kirche müsste sich von den Dämonen Macht und Angst befreien, und ihren Schäflein endlich zugestehen, eigene Erfahrungen machen zu dürfen. (Liebst du etwas, lass es frei. Kehrt es zu dir zurück, ist es dein. Kehrt es nicht zurück, hast du es nie besessen.) Die Gemeinde, der ich angehöre, ist das Universum. Der Leib Christi, dem ich angehöre, ist die Menschheitsfamilie. Die Lehre, der ich folge, ist die Liebe. Der Gott, dem ich diene, ist mein wahres Selbst. Das alles in der unumgänglichen Unperfektheit, Verwachsenheit, und Verdrehung. In all dem geliebt. Amen.

© by Patrick Rabe, Feb. 2017.

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