Vor wenigen Tagen, wir sassen in der Stube und guckten fern. Wie üblich den anstrengenden Tatort am Sonntagabend. Sie kennen den Tatort? Ein Krimi mit problembeladenen Kommissaren, Frauen wie Männer, in wechselnder Ausprägung alleinherziehend, vom anderen Ufer, schwierige Familienverhältnisse, mit Schiesshemmung und oft in psychiatrischer Behandlung. Auf jeden Fall, wie oben erwähnt, anstrengend, nicht zuletzt auch wegen der viel zu lauten oft unpassenden Hintergrundmusik.
Plötzlich schreit meine Frau: „Guck, eine Spinne auf dem Buffet, bring sie bitte raus.“
Meine Frau weiss, dass ich ein guter Mensch bin und auf jeden Fall Kleinlebewesen nichts antue.“ Bring mir bitte eine Tüte, die Spinne ist so klein und zart und schnell, von Hand würde ich sie zerdrücken.“ In der Zwischenzeit hat der Kommissar mit seiner Frau wieder einmal Streit, weil er zu wenig Zeit für die Familie hat und die Spinne ist auf Nimmerwiedersehen verschwunden. Die Tüte aber harrt der Dinge.
Es geht so gegen Ende des Krimi, der Kommissar ist angeschossen, leidlich aber nicht zu stark, er wird für den nächsten Tatort noch gebraucht, der böse Verbrecher mit einem riesigen Einsatzkommando unverletzt unschädlich gemacht, ein Care Team steht zu seiner Verfügung.
Da, ich kann es nicht fassen, krabbelt die Spinne über meinen Handrücken und verschwindet in meiner Innenhand. Der Zeitpunkt ist gekommen die Spinne ohne Tüten Gebrauch nach draussen zu bringen. Sie scheint mir sehr dankbar und ich habe den Schluss und die Moral des Tatorts verpasst.
Leute, wenn ihr nun denkt, es gibt etwas zwischen Himmel und Erde, etwas Unfassbares, Geheimnisvolles, Mystisches, Göttliches und es euch so kühl den Rücken runter gramselt, dann dürft ihr das ruhig glauben.
Für mich ist es auch ein Schlüsselerlebnis. Es ist nichts Unheimliches, es ist die Zeit, vielleicht hätte ich ein Jahr auf meinem Sessel sitzen müssen und nicht bloss einen knappen Tatort lang. Ich garantiere ihnen, wenn sie regelmässig zehn Millionen Jahre lang Lotto spielen, gewinnen sie einmal den Haupttreffer. Der Mensch hatte Milliarden Jahre Zeit sich vom Atom zum Molekül und zum Zellhaufen zu entwickeln und wie man sieht, im Gegensatz zur Spinne, mit einem kläglichen Resultat.
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 13.03.2017.
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