Richard von Lenzano

Türkei - Das Urlaubsland? 09.03.-30.03.2017 - Teil 1

(von Anne und Richard von Lenzano)

Montag, der 19.Dezember 2016.

Anne und ich hatten einen Termin beim Chefarzt einer Spezialklinik. Die Untersuchung ergab, dass Annes linke Hüfte total defekt war und sie umgehend operiert werden musste. Auf die Frage an den Arzt, wie Ernst der Zustand der Hüfte sei, sagte er nur Schrott – und zeigte uns die Bilder vom CT.
Die Hüfte wurde am 23. Dezember in der Klinik operiert, danach erfolgte eine 3-wöchige Reha in derselben Klinik.
Während dieser Zeit versuchte ich, einen Urlaub für uns zu buchen, damit Anne wieder schnell auf die Beine kommen sollte. Ursprünglich dachte ich an Teneriffa, weil es dort schön warm ist, bekam aber aufgrund von Termingründen kein adäquates Angebot.
Da wir in der Vergangenheit bereits oft in der Türkei Urlaub gemacht hatten, gingen meine Intentionen in diese Richtung. Ich konnte im Internet eine 3-wöchige Urlaubsreise in die türkische Region Side buchen. In Erwartung eines milden Klimas konnten wir den Abflug aus Hamburg-Fuhlsbüttel kaum erwarten.

Als unsere Bekannten und Freunde von unserer Absicht erfuhren schlug uns erhebliche Skepsis entgegen nach dem Motto: „Was, Ihr wollt zu Erdogan?“
Da wir bereits Türkeierfahrungen von 8 Reisen hatten, fiel unsere Antwort recht lapidar, aber eindeutig aus: „Nein, wir fliegen nicht zu Erdogan sondern zu den Türken – denn das ist ein wesentlicher Unterschied.“

Donnerstag, der 09.03.2017

Um 07:00 Uhr fuhr uns unsere Schwiegertochter zum Flugplatz wo wir zunächst eincheckten. Bevor dies allerdings geschehen konnte, mussten wir noch lange in der Schlange stehe, bevor unser Gepäck ausgegeben und wir dadurch doch erleichtert waren.


Ab jetzt befanden wir uns im Urlaub und ließen alles - in aller Ruhe - auf uns zukommen. Eine kleine Ernüchterung trat ein, da wir nicht direkt vom Terminal abfliegen konnten, sondern mit einem Bus zum Flugfeld gefahren wurden. Für Anne war dies besonders schwer, da sie zum Gehen noch beide Gehhilfen benötigte.
Also, raus aus dem Vorfeldbus, eine kurze Strecke gehen, dann erklommen wir über eine große Gangway das Flugzeug, eine Boeing 737, einer türkischen Airline. Da noch nicht alle Passagiere an Bord waren mussten wir noch eine halbe Stunde auf die letzten 25 Personen warten.
Danach aber hieß es für uns: Lift off for Antalya
Der Pilot rollte in Schleichfahrt zum Beginn der Runway, reihte den Jet ein und konnte kurze Zeit später den Abflug einleiten.

Als die Triebwerke hochgefahren wurden ging ein Dröhnen durch das Flugzeug und es war zu merken, dass das Flugzeug losfahren wollte. Die Piloten gaben die Bremsen freu und mit einem Ruck fing unser Vogel an zu rollen, erst langsam, dann immer schneller und irgendwann hatten wir abgehoben und – flogen.
Erst wurde der Flugplatz unter uns kleiner, dann nahmen die Häuser Miniformat ein bevor wir die Sicht nach unten verloren. Wir mussten alle angeschnallt bleiben, da wir durch ein dichtes Wolkenfeld flogen. Als wir unsere Flughöhe von 9000 Metern erreicht hatten, konnten wir die Gurte lösen.
Da unsere Flugzeit nach Antalya hin wegen der Zeitverschiebung laut Planung ca. 5 Stunden betragen sollte, traten die Flugbegleiter/innen in Aktion. Wer wollte konnte – gegen Aufpreis – bereitgehaltenes Essen bzw. Getränke bekommen.

Wir machten die Augen zu und versuchten ab und zu, den Druck vom Trommelfell zu lindern, indem wir kräftig gähnten. Da die Zeitdifferenz zwischen Abfahrt-und Zielflughafen 2 Stunden betrug, hatten wir eine relativ kurze Flugzeit.
Es ertönte das Signal: rauchen einstellen und anschnallen, was vom Bordpersonal ganz penibel überprüft wurde. Der Sinkflug begann und nach kurzer Zeit fing es an zu rumpeln, als ob man sich auf einer Schotterstrecke befinden würde. Es waren schwere Regen- und Gewitterwolken zu durchqueren, die den Flug nicht unbedingt angehender gemacht haben. Blitze zuckten durch die Wolken und beleuchteten diese kurzfristig richtig gespenstisch.
Der Pilot warnte vor den Turbulenzen und setzte seinen Sinkflug zum Flughafen Antalya ein. Im Normalfalle wird dieser Flugplatz von der Seeseite (Mittelmeer) angeflogen. Erst kurz vor der Landung ist dann das Festland zu erkennen.
Plötzlich, keiner hatte damit gerechnet, heulten die Turbinen auf und beschleunigten enorm. Das Heck des Flugzeuges sank etwas nach hinten und die Nase wurde hochgezogen. Wie merkten, dass das nicht normal war, als sich auch schon der Pilot meldete.
Er meinte, dass er den Flugplatz etwas zu hoch angeflogen hätte und wir deshalb eine Ehrenrunde drehen müssten. Dem war auch so und, der neue Anflug begann und – endete mit einer butterweichen Landung – Kompliment an die beiden Piloten.

Auch hier landeten bzw. parkten wir dann auf dem Flugfeld und wurden mit Transferbussen zum Hauptterminal Antalya Havalimani gefahren. Dort ging es in langen Schlangen zu den Beamten, die die Einreise kontrollieren. Da Anne und ich lediglich Personalausweise haben, bekamen wir eine kleine Bestätigung, welche bei der Ausreise wieder abgegeben werden muss.
Dann folgten die üblichen Prozeduren, welche auf allen Flughäfen der Welt gelten (sollten). Laptop aus der Tasche auf das Band, Gürtel und Geldbörse folgten ebenso wie die Kamera. Wir selbst wurden durch den Körperscanner geschleust und konnten danach alles wieder zusammenpacken.

Es war schon bewundernswert, die ganzen langen Schlangen hatten sich schnell aufgelöst auf die eben genannten Überprüfungen, wurden schnell und kurzfristig abgebaut – eine hervorragende personelle Leistung. Es gab keinerlei negative Feststellungen unsererseits, alles lief reibungslos und „zuvorkommend“ ab.

Zum Flughafen Antalya Havalimani sei noch nachgetragen, dass er ein wirklich architektonisches Schmuckstück ist, welches in Kooperation mit der Fraport AG (Frankfurt Airport). Kurz gesagt, modern, interessant, sehr funktionell, großzügig und technisch auf dem neuesten Stand.

Nach all den Formalitäten gingen wir zu den Gepäckbändern, suchten das richtige aus und warteten auf unsere beiden Koffer. Wir hatten beide Koffer zuvor zu Haus an den Griffen mit roten Bändchen versehen (aus Erfahrung klug geworden). Wie ein Wunder, beide Koffer kamen direkt hintereinander.
Dann hieß es, Gepäck aufnehmen – Koffer und Handgepäck und suchen. Nämlich den Schalter unserer Reisefirma Neckermann. Aus vorherigen Reisen wussten wir, in welche Richtung wir gehen mussten. Direkt vor dem Flughafen waren ca. 40 kleine Buden der verschiedensten Reiseanbieter.
Bei Neckermann angekommen wurden wir in perfektem Deutsch höflich und nett angesprochen. Dort war bereits unser Namen vorhanden und man zeigte uns den Bus, der uns zu unserem Hotel im Bereich Side bringen sollte. Gleichzeitig wurde uns eine Broschüre (Werbung) in die Hand gedrückt, wo man darauf hinwies, dass es am nächsten Morgen im Hotel einen kleinen Empfang geben würde. Da aber wollten wir nicht hin, das kannten wir schon alles, es gab somit nichts Neues.

Als alle neuen Gäste im Bus waren, ging die Fahrt in Richtung Alanya los. Die Hauptstraße dorthin ist inzwischen modern und sehr gut 4-spurig (autobahnähnlich) ausgebaut. Normale Richtgeschwindigkeiten sind 90 km/h.
Jetzt muss ich etwas einfügen was Uns sehr beeindruckt hat. Das Verkehrslenk- und verkehrsleitsystem der Türkei ist sehr gut und teilweise unserem sogar überlegen. An vielen Lichtsignalanlagen (Ampeln) sind nur 2 Lichtzeichen vorhanden – rot und grün. Wenn die Rotphase geschaltet fängt diese, kurz vor dem Wechsel auf grün an zu blinken. Danach erst springt sie um und - mit der Grünphase geschieht selbiges. Unsere Beobachtungen haben ergeben, dass es ein einfaches aber sehr effektives System ist.
Die andere Möglichkeit ist aber raffiniert und scheint mir technisch recht ausgereift: Zu den beiden Phasen rot und grün ist eine weitere Lampe geschaltet. Diese ist über eine Computeruhr geschaltet.
Ein Beispiel: Die Ampel sprang gerade auf Rot und die „dritte Lampe“ zeigt 60 (Sekunden). Die Zeit läuft nun ab und alle Fahrer wissen, wann es weitergeht und können ihr Fahrverhalten entsprechen einrichten. Entsprechend ist es bei der Grünphase, man kann immer sehen, wie lange noch grün in Betrieb ist.
Ich finde diese Art der Regulierung Klasse, denn man kann seine Fahrgeschwindigkeit entsprechend einrichten und fährt somit sehr viel umweltbewusster.

Fortsetzung folgt!









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