Erika Schmidt

Die stürmische Kreuzfahrt

Ganz auf Wunsch meines Mannes, (der ja nie auf ein Schiff gehen wollte), haben wir unsere nächste Seereise angetreten. Zwei Kreuzfahrten habe ich ja nun schon hinter mir, eine ungeplante, eine geplante, und nun die 3. eine stürmische.

Wie immer ging es in Savona los. Auf der Autofahrt dahin hat es von zu hause bis Mailand nur geschüttet was es vom Himmel ging, die Sicht war auf der ganzen Strecke gleich null. In Savona trafen wir unseren Sohn mit seiner Familie. (Die von der ungeplanten Kreuzfahrt) Sie kamen von dem Schiff auf das wir wollten, sie hatten die Fahrt eine Woche vor uns gemacht. Wir erwarteten sie am Terminal Ausgang. Die Kleinen hatten viel zu erzählen, vor allem daß die letzte Nacht sehr "schaukelig" war. 

Pünktlich um 17 Uhr legten wir ab, es war sehr windig. Aus dem Wind wurde im Laufe des Abends ein richtiger Sturm. Das fing ja gut an. Eigentlich hatte ich bis jetzt nie Probleme mit dem Seegang, eher mein Mannn, mir machte es richtig Spaß. Aber es war ein älteres Schiff und ich hatte da Gefühl, daß es viel stärker "schaukelte" als das letzte. Das Meer schäumte aber auch gewaltig. Wir gingen zum Abendessen, was bei dem Seegang gar nicht so einfach war. Das Restaurant war nur zur Hälfte belegt. Schon da merkte ich, daß mir nicht mehr ganz wohl war. Mir war zwar nicht schlecht, aber im Kopf ganz wirr und schwindelig. Meinem Mann ging es blendend, er aß mit gutem Appetit. Ich begnügte mich mit einer Suppe und wankte dann auf unsere Kabine. Im liegen war die Schaukelei etwas besser auszuhalten, da konnte sich der Körper besser darauf einstellen. Die ganze Nacht ging das so weiter, erst gegen Morgen ließ der Wind etwas nach, aber nur etwas. Um 13 Uhr legten wir in Neapel an. Im Hafen war es "schön ruhig". Das Abendessen war an dem Tag kein Problem, weil wir erst gegen 20 Uhr ablegten. In der Nacht, so ab 1 Uhr war dann wieder die Hölle los. Es stürmte schlimmer als die Nacht zuvor. Man hatte das Gefühl aus dem Bett zu fallen, Gott sei dank machte es mir nichts mehr aus. Das beruhigte sich erst als wir in Palermo anlegten. 

Am Vormittag regnete und stürmte es gewaltig, also setzten wir uns in eine ruhige Ecke um zu lesen. Am Nachmittag kam dann doch ein bißchen die Sonne durch und wir schlenderten durch die Stadt, aber windig war es immer noch. Eigentlich sollten wir um 16 Uhr wieder ablegen, aber da kam die Mitteilung, daß das Meer zu stürmisch ist um nach Malta zu fahren. Also erst Abfahrt am nächsten Tag, dann aber gleich nach Barcelona. Natürlich war ich sehr enttäuscht, denn gerade auf Malta hatte ich mich sehr gefreut, aber die Sicherheit ging natürlich vor. Später haben wir erfahren, daß auf Malta ein Unwetter tobte. Die Hafeneinfahrt in Valette ist sehr schmal, da wären wir bei dem starken Seegang gar nicht durch gekommen. Sogar das berühmte "Azuro Window", (ein Felsentor auf Gozo der Nachbarinsel von Malta) ist eingestürzt. Wenigstens war es beim Abendessen im Hafen ruhig. Man konnte ohne zu schwanken über das Schiff laufen und man hatte nicht das Gefühl volltrunken zu sein. 

Bei der Abfahrt war es zwar noch sehr windig, aber doch besser als die Tage zuvor. Der "Seetag" war eigentlich ganz angenehm, es schaukelte etwas, aber die Sonne schien und wir konnten an Deck faulenzen und lesen. Bis Barcelona war es verhältnismäßig ruhig, das bißchen geschaukel nahm man kaum wahr, und man hatte sich allmählich daran gewähnt. Barcelona war sonnig und warm. Wir machten eine schöne Tour zum Kloster Montserrat, das in die Felsen gebaut wurde. Der Ausflug war zwar in italienischer Sprache und wir verstanden kein Wort. Aber ich hatte mich vorher schon schlau gemacht, und so wußten wir in etwa um was es ging. Ein herrliches Stück alten Schafskäse konnte ich auch ohne Sprachkenntnisse kaufen.

Um 17 Uhr ging es in Barcelona wieder los und es war das 1. Abendessen auf See, bei dem die Suppe nicht aus der Schüssel schwappte. Und so ruhig blieb es auch bis Marsaille. Dort fuhren wir in die Stadt und dann ging es zu Fuß um den ganzen Hafen und die schöne Promenade am Strand entlang. Es war herrlich, allerdings mußten wir das ganze Stück dann auch wieder zurück laufen. Am Abend wussten meine Füße sehr gut was sie geleistet hatten. Wiederum Punkt 17 Uhr legten wir wie immer unter den Klängen von "It`s Time to say Goodbye" von Andrea Bocelli ab. Eine herrliche Fahrt , der Tisch beim Abendessen stand ganz ruhig, und im  Bett kullerte man auch nicht von einer Seite auf die andere. Savona erreichten wir bei herrlichem Wetter und ohne die kleinste Brise Wind. Da war die Reise aber leider zu Ende. Für die Gäste der nächsten Fahrt blieb das Wetter so ruhig. Ich sagte mir, nicht ärgern, man kann nicht alles immer gut haben, und es ist ja auch nichts passiert. Das ist ein guter Grund um die Reise noch einmal zu machen, denn Malta ist so schön, da muß ich unbedingt noch einmal hin. Vielleicht klappt es ja beim nächsten mal besser mit dem Wetter.


Erika Schmidt

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 04.04.2017. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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