Doris E. M. Bulenda

Kenia - Feilschen um ein paar Bananen

Auf einer Rucksack-Reise durch Ostafrika fuhr ich in Kenia von Nairobi nach Mombasa. Natürlich saß ich in einem reinen Einheimischen-Bus, der auf einem kleinen, lokalen Busbahnhof in einem mickrigen Kaff Station machte. Ich saß am Fenster und schaute mir natürlich interessiert die Umgebung an. Dabei sah ich zwei junge Männer mit einer großen, offensichtlich schweren Bananenstaude auf den Armen durch die Busreihen gehen.

Ich bekam Appetit auf Bananen - und als die beiden Jünglinge mit der Staude bei mir vorbeikamen, beugte ich mich aus dem Fenster und wollte mir in meinem schönsten, leicht zusammengestoppelten Kisuaheli fünf Bananen kaufen. Der Preis, der mir dafür genannt wurde, schien mir allerdings ein bisschen hoch. So feilschte ich ihn auf einen vernünftigen Betrag runter – ziemlich unkompliziert, die beiden Jungs gingen nämlich sofort auf meinen Gegenvorschlag ein. Dann reichte ich das Geld aus dem Fenster.

Die beiden Jungs machten „Hau-ruck – hau-ruck“ – und wuchteten die ganze, sehr schwere Staude durchs Fenster in den Bus und warfen sie auf meinen Schoss. Dann schlugen sie sich zufrieden auf die Schultern und zogen erleichtert, dabei scherzend und lachend, ab.

Ich muss wohl ein ziemlich erstauntes und überraschtes Gesicht gemacht haben, denn alle Mitreisenden im Bus brachen in schallendes Gelächter aus. Sie hatten die Transaktion interessiert verfolgt, und der einzige, der nicht wusste, dass ich um die ganze Staude gefeilscht hatte, war ich. So habe ich die nächsten Tage eben fast nur Bananen gegessen... Doch, doch die waren sehr gut - aber die nächsten Wochen danach konnte ich keine Bananen mehr sehen.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 08.04.2017. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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„… Leute ohne Orientierungssinn sollten nicht zu einem einsamen Trip allein durch einen unübersichtlichen Wald aufbrechen. Dieser Gedanke plagte mich nun bereits eine ganze Weile – genauer gesagt, gleich nachdem ich mich auf diese komische Wanderung eingelassen hatte. Es war eine Wette gewesen mit mehreren Freunden. Wir hatten jeder einen eigenen Weg zugeteilt bekommen, dem wir durch einen dunklen, unbekannten Wald folgen mussten. Wer als Erster am Ziel war, bekam einen Preis, ein großes Abendessen mit allen Schikanen …“

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