Magdalena Wysocka

Wege ohne Kompass

Geboren um zu sein, wie man ist?

Geboren um zu werden, wer man sein soll?

Geboren ohne Weg, ohne Plan und ohne Kompass?

Es gibt Zeiten, an die erinnern wir uns nicht. An keine einzige Minute.

Oder doch? Da war ich so klein… auf dem Arm meiner Mutter und höre immer noch diesen Gesang… Natürlich, ja, manchmal verwischt die Erinnerung an etwas Erlebtes, die Erinnerung an eine Erzählung… So wird es sicher sein.

Nun diese Zeit. Diese Zeit ohne Gedächtnis. Steht es da schon fest? Steht fest wer ich bin. Steht fest wer ich sein werde? War ich da bereits ungeduldig?  Ängstlich? Eifersüchtig? War ich warmherzig? War ich nichts? Hatte ich da noch eine Wahl? War der Weg gepflastert?

War ein Mörder schon immer ein Mörder? Stand schon fest, wen er töten wird? Kann das Leben uns zu etwas machen? Sind es die anderen, die uns zu etwas machen? Können wir selbst etwas dagegen tun und gibt es eine Art Verzeichnis, in dem man nachsehen kann wer man ist, sein soll oder hätte werden sollen? Und wie sieht es mit Änderungswünschen aus?

Wozu Fragen, wenn es keine Antworten gibt. Es gibt viel mehr Fragen auf dieser Welt, als Antworten. Ungleichgewichte in rauen Mengen. Sollte das so sein? Nehmen wir an, ja. Wozu? Was gibt uns das? Eine Frage ohne Antwort. Ein Gespräch ins Leere.

Gefühle, negative Empfindungen, emotionale Irreführungen… Vielleicht ein Versehen? Passieren Versehen?

Eifersucht… Aus zu viel Eifer einer Sucht verfallen? Einer Sucht nach dem Leben? Der Liebe und nach Mehr? Unfähig still zu halten… Unfähig… Unfähigkeit. Dummheit? Dumm, weil man den Weg nicht gefunden hat? Oder weil man keine Wahl hatte? Weil man genau das sein soll?

Unwissenheit, Unverständnis… Einsamkeit?

Einsam ist man meist nicht allein… Meine Ängste scheinen einen Kompass zu haben – sie finden mich. Und sie lachen oft. Daran erkenne ich, dass sie mich nicht verstehen. Warum sollten sie lachen, wenn sie verstünden wie es mir geht? Wenn sie auf meiner Seite stünden? Ich lache nicht. Nicht wenn ich einsam bin, nicht wenn ich Angst habe.

Manchmal kommt auch die Wut. Dann lacht zumindest die Angst nicht mehr. Deswegen mag ich die Wut wohl lieber. Es gibt kaum jemanden, vor dem die Angst Respekt zu haben scheint. Vor mir jedenfalls nicht. Wenn die Wut kommt, dann verstummt dieses grässliche lachen und ich verstehe mich dann fast immer bestens mit ihr.

Aber wenn die Wut geht… dann hinterlässt sie immer etwas Trauriges.

Wie wäre es mit einer Gebrauchsanweisung für Menschen? Einer Anleitung fürs Leben?

Wir hätten sicher eine, wenn wir sie hätten haben sollen.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 09.04.2017. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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