Christina Gerlach-Schweitzer

Lieber guter, böser Wolf

Es war einmal ein böser, böser Wolf, der alle Tiere auffraß, die ihm über den Weg liefen, der log und stahl und der sehr egoistisch war.

Einmal lief ihm ein Hase direkt vors Maul und es war ein guter, guter Hase, immer nett, freundlich und hilfsbereit, der nur Grünzeug fraß, niemandem je das Leben wegnahm um ihn auf zu essen, der stets lachte und immer die Wahrheit sagte.

Weil es dem Wolf in dem Moment aber, als ihm der Hase vor die Nase gelaufen war, nur ein bisschen langweilig war, schließlich hatte er den ganzen Tag über schon viele Tiere auf gefressen, quälte er den Hasen nur ein bisschen, bloß so zum Spaß. Also den Spaß hatte nur der Wolf, nicht der Hase, dem tat weh, was der Wolf machte und er hatte Angst um sein Leben. Das Langohr bat deshalb, dass der liebe, liebe Wolf sich doch nicht an einem so kleinen, armen, unbedeutenden Häschen vergreifen möge. Er solle ihn doch einfach laufen lassen und sein gütiges, großes, weiches, mitfühlendes Wolfsherz sprechen lassen, das sich ganz sicher unter der rauen Schale  verbergen würde.

Nachdem der Hase so fein gesprochen hatte, war der Wolf ganz gerührt. Ja, er soll eine richtige Träne im Auge gehabt haben. Voller Zärtlichkeit, dass der Hase seinen wahren und durch und durch guten Charakter  so von Grund auf erkannt hatte, leckte dieser Wolf, der als so böse verschrien war, dem armen kleinen  Hasen die blutenden Wunden, verband sie, tränkte das Tier und tat fortan keinem Tier mehr etwas zuleide. Er wurde Tierschützer für den Rest seines ganzen langen Lebens.

Das änderte er auch nicht mehr, als er vor lauter Grasfressen Bauchweh bekam. Glaubt mir, es gibt solche Wölfe, auch wenn es manchmal unwahrscheinlich scheint.

 

Ich selbst war nicht dabei gewesen

Ich hab es irgendwo gelesen

 

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