Christina Gerlach-Schweitzer

Frosch und Spinne

„Ich werde alles daran geben, berühmt zu werden“, sagte der kleine Frosch,“ auch wenn ich den ganzen Tag im Labor stehen, oder am Computer hängen muss.“

„Warum  willst du denn unbedingt berühmt werden“, fragte die Spinne. “Na, dann bewundern mich alle und sie sagen mir, wie gut ich bin.“  „Warum soll man dir das denn sagen? “, fragte die Spinne. „Weil ich dann ein berühmter Erfinder bin. Das fühlt sich so gut an. Ich erhalte dann einen Nobelpreis und man fertigt eine Bronzeplatte an, zur Erinnerung an mich. Selbst wenn viele Unglücke die Welt zerstören, kann man noch in 1000 Jahren nachlesen, wie toll ich war. Aber natürlich weiß ich auch“, sagte der Frosch nachdenklich, „dass ich mich entscheiden muss zwischen Leben und Arbeiten.“

„Und was ist, wenn diese Bronzeplatte mal zerschmilzt, vielleicht nach einem Vulkanausbruch, oder so?“, fragte die Spinne, oder wenn sie 1000 Jahre hält, was ist dann in 10 000 Jahren, oder was  ist wenn die Erde teilweise von einem Planetoiden zerstört wird und deine Bronzeplatte gleich mit, was ist dann? Nix ist dann!“, fügte sie hinzu.

Die Spinne  verabschiedete sich vom Frosch, krabbelte zu einem Busch hinüber und plopp, plopp, plopp, legte sie eintausend Eier. Sie freute sich, denn aus diesen Eiern würden ihre tausend Spinnenkinder schlüpfen, die jeweils wieder tausend Spinnenkinder bekommen. Das wären dann eine Million Enkel und es machte ihr großen Spaß sich vor zu stellen, wie diese wieder jeweils tausend Kinder bekommen. Also eine Milliarde Urenkel würde sie mindestens haben. Weltweit würden ihre Kindeskinder sich verbreiten und alle würden  von Ihrer prächtigen Urgroßmutter reden.

Der Frosch aber sah, wie die Spinne rechnete und rechnete und über ihre Bedeutung nachsann und er wurde ärgerlich und irgendwie neidisch. Voller Wut will er  die blöde Spinne gerade auffressen, als ihm einfällt, dass jeder normale  Frosch Spinnen frisst. Wenn er also wirklich berühmt werden will, dann sollte er genau das nicht tun. Also lässt er es sein und „hüpf-platsch“, springt er in den großen Teich hinein, in dem er lebt und forscht. Dort arbeitet er wie ein Wilder, damit er berühmter wird als die Spinne. Aber zuerst müsste er eigentlich einen konkreten Plan entwickeln, was er wirklich besonders gut kann.

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