Christine Utermoehlen

Patrizia...

Patrizia: "Ich hasse diesen angebissenen Apfel!"

 

Eigentlich liebte ich meinen Mann! Er sah gut aus, war sehr erfolgreich in seinen Unternehmungen und hatte den richtigen Riecher, wenn es darum ging gute Geschäfte zu machen.  Auf Grund dessen ging es uns sehr gut. Wir hatten ein schönes Haus und zwei gut gehende Cafes in der Innenstadt. Der Preis dafür: Unzählige Termine, Telefonate, Verhandlungen, ein 12 -15 Stundentag! Für unsere Liebe blieb dazwischen wenig Zeit – besser gesagt so gut wie gar keine mehr. In den wenigen Minuten des Verstummens – nein des Vibrierens seines Handys schwärmte er hin und wieder: „Patrizia, was bist du für eine tolle, aufregende und vor allem temperamentvolle Frau!“ Meistens wurde jedoch das Wort „Frau“ schon wieder vom Handyklingeln verschluckt.

„Irgendwann mache ich aus diesem Ding mit dem blöden angebissenen Apfel „Applemus“. Ich schwöre es!“

Ich wollte mich mit ihm unterhalten, einfach nur reden! Nur wir beide!! Ich wollte über so banale Themen wie Kindererziehung, Kino oder „Was kochen wir gemeinsam“ reden. Manchmal wollte ich ihm nur mein Herz ausschütten, von meinen Gefühlen sprechen. Ich wollte mich dabei an seine Schulter lehnen und in seine wunderschönen dunklen Augen schauen! Ich wollte nicht ständig wie er auf eine kleine rote Eins glotzen, die zeigte, dass eine neue Nachricht gekommen ist. Darüber streiten wir immer öfter. „Das „Appleding“ frisst unsere Liebe auf.

„Patrizia, du hast ja recht! Aber was soll ich machen? Geschäfte darf man nicht vernachlässigen“, kam es zumindest bedauernd und entschuldigend rüber. „Aber ich bin kein Geschäft – ich bin deine Frau! Verstehst du das?" „Ja, mein Liebling, ich verstehe das! Komm Patrizia, lass uns spazieren gehen!  So wie früher! Wir fahren zum Rhein schlendern den Damm entlang und schauen den vorbeifahrenden Schiffen hinterher. Ich habe Zeit!“ Weit sind wir jedoch nicht gekommen. Keine halbe Stunde verging und unsere Zweisamkeit wurde jäh von einem bekannten Geräusch gestört. Es kam aus seiner Jackentasche.

„Sorry, sorry, Patrizia! Ich schaue wirklich nur kurz, ob es wichtig ist!“ Er hatte das Handy noch nicht ganz in der Hand als es passierte! Ich riss es ihm blitzschnell aus der Hand, rannte die Rheinwiese hinunter und schleuderte das Handy soweit ich konnte, in die Rheinfluten. Als ich mich umdrehte, stand mein Mann mit offenem Mund und einem fassungslosen Gesichtsausdruck da. Ich ging zu ihm und entdeckte doch glatt Tränen in seinen Augen! „Patrizia, Patrizia – was hast du getan! Mein Handy, mein teures Handy, mein iPhone, mein 6 S. Meine Daten, meine ganzen Kontakte!! Was hast du nur getan?“ Ich nahm meinen Mann in den Arm, küsste seine Tränen fort und tröstete ihn. „ Mein Liebling, irgendwie und irgendwann rufen dich alle wieder an. Und bis dahin zeige ich dir, wie man neue Kontakte „knüpft!“ Wir haben einen wunderbaren langen Spaziergang gemacht. So wie früher!

 

 

 

 

 

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