Christina Gerlach-Schweitzer

Der Regenbogen

Das hatten die Tiere noch nie gesehen. Ein buntschillernder Lichtbogen am Himmel löste Erstaunen, Befremden und Bestürzung unter ihnen aus.

Plötzlich begriff es der große Paradiesvogel: „Das ist“, schrie er, "eine Feder aus dem Gefieder unseres großen Königs, ein Zeichen, dass Paradiesvögel die schönsten und bedeutensten Tiere der Welt sind. Wir sollen die neuen Könige der Welt sein. Oh, wie farbenprächtig diese Federn sind. Die Löwen können nicht mehr die Könige der Tierwelt sein, von heute an sind wir es, die Paradiesvögel."
„Nein“, wieherte das Pferd“, das ist Haar aus der Mähne unseres machtvollsten  Leithengstes, der und vor Jahren verließ“, er zeigt sich heute am Himmel, damit Pferde allen anderen Tieren vorangestellt werden. Wie herrlich diese Mähne leuchtet. Es ist aus mit der Herrschaft der Löwen über alles Getier. Wir Pferden werden jetzt die Könige über alle Tiere.
Es entstand ein großes Durcheinander. Jedes Tier nahm den Regenbogen als Zeichen eigenen Vorrechtes und eigener Bedeutung in Anspruch. Als der Löwe alles niedergebrüllt, alle geschlagen und  verletzt hatte, da begann man zu begreifen, wem wirklich Anspruch auf die Farbenpracht am Himmel gebührte.
Mit gesetzten, stolzen Worten bewunderte der Löwe die mächtige Mähne des wichtigsten und bedeutendsten aller Löwen, der sich hier am Himmel zeige, um die Herrschaft der Löwen zu bestätigen. Niemandem sonst gebühre die Herrschaft über das Reich der Tiere. Er, der Löwe, sei durch seinen Urahn bestätigt worden, verkündigte er allen Tieren und ließ sie demütig an sich vorbei defilieren.

Der sanfte Nieselregen versiegte, die Sonne zog sich zurück, das Zeichen verschwand. Der Löwe aber blieb weiterhin König, so wie er es immer war, denn als solcher war er  bestätigt worden.

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