Christina Gerlach-Schweitzer

Das Paradies der Tiere

Es war eine sehr große und wichtige Versammlung. Alle Tiere der Welt waren zusammen gekommen, um das Paradies zu beschließen. So wie bisher konnte es nicht weiter gehen, immer dieser Ärger, das Gezänk, diese Streitereien, immer Unruhe, nein, ein  Paradies musste her, in dem alle glücklich sind, denn dann haben wir Frieden in der Welt. In diesem Tierhimmel müssten alle Tiere die gleichen Rechte haben. Die, die bisher schwach waren hätten  dieselben Rechte wie die bis jetzt so starken Großtiere. Kleine Tiergruppen sollten dieselbe Macht besitzen, wie große Tiergruppen, so wäre das gerecht und damit wird dann also auch alles friedlich. So sah er aus, der grundsätzliche Plan für das Paradies der Tiere.Die Tiere waren begeistert. „Ja, ja“, brüllten, quickten, grunzten und blökten sie . „ Ooooooooooo, jaaaaaaah “hauchte das an seinem Ast hängende Faultier, leise, zart und vor allem gemütlich.
Doch wie sollte das Paradies der Tiere aussehen? Die Gänse wünschten sich weniger Krach, denn ihr Geschnatter ging ihnen selbst manchmal auf die Nerven. Die Elefanten wünschten sich kleiner zu sein, damit sie nicht immer so viel fressen müssten, das sei nämlich auf die Dauer langweilig. Blindschleichen forderten, dass alle Tiere die Fähigkeit bekommen müssten mindestens einen Meter hoch zu springen und Mäuse legten eine Petition vor, dass alle Tiere so groß zu sein hätten, wie Bäume- nur Katzen vielleicht etwas kleiner. (Warum sie das forderten, begründeten sie nicht, oder besser gesagt, sie hatten die Rechtfertigung dafür in ihrem Antrag geschwärzt.)
Na, jedenfalls sprangen, tanzten und wuselten alle Tiere durcheinander, forderten, überlegten, und beratschlagten. „Im Paradies müssen wir an einem Wasserloch leben“, schrien die einen,“ nein, in der Wüste, nein oben auf Bäumen, nein in Erdhöhlen, schrien die anderen, „nein, nein und nochmals nein", hörte man oft. Alle stritten  miteinander wie es denn nun genau aus zu sehen hätte, das Paradies. So oder so oder ein bisschen von beidem, oder doch nicht so. Es war ein schreckliches Gezänk und Gekeife, um den friedlichen und schönen Tierhimmel.Die Tiere befragten auch das Faultier.
„Woozuuu", fragte das Faultier, das noch immer sehr gemütlich in seinem Baum abhing und sich als einziges nicht wirklich an der Diskussion beteiligt hatte, „wozuuu braucht man ein Paradies?“  Aber die Tiere hatte keine Zeit gehabt eine Antwort ab zu warten. Darum klappte seine Augen zu und ruhte ein wenig."Immer dieeese Heeektik," dachte es bei sich und es war ihm wunderschön.

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