Yvonne Schwab

VIVA LAS VEGAS 9

Es war eine der vielen warmen Nächte in Las Vegas. Der Mond schien hell über dem Flamingo Hotel. Ich hatte Lust noch ein bisschen nach draußen zu gehen. Die Poolanlage war nach tagelanger Sperrung wegen der Dreharbeiten zu Elvis‘ Film gerade wieder geöffnet und ich beschloss ein paar Runden zu schwimmen. In meiner Umkleide hatte ich noch einen Badeanzug deponiert, den ich mir schnell überstreifte. Draußen am Pool war keine Menschenseele. Ich fand es herrlich, ganz alleine zu sein. So konnte ich hoffentlich etwas Ordnung in mein Gedankenchaos bringen. Ich hüpfte auch gleich in das kühle Nass. Ich genoss das Wasser. Es tat mir gut und gab mir das Gefühl, all die negativen Ereignisse der letzten 24 Stunden würden von mir abgewaschen. Ich sog die warme Luft auf. So schwamm ich viele Bahnen hin und her. Um mich herum waren bereits alle Lichter erloschen. Nur der Mond schaffte ein mystisches Licht und ließ das Wasser im Dunkeln glitzern. Ich tauchte ab, um meinen Kopf etwas abzukühlen. Ich fühlte mich unendlich frei. Das war mein Moment. Ich hatte das Gefühl als würde sämtlicher Ballast von mir genommen werden.

Als ich wieder auftauchte und zum Beckenrand schwamm, erblickte ich zu meiner Überraschung ein paar dunkle Herrenschuhe. Ich schaute hinauf, und im Mondschein erkannte ich Jerrys breites Grinsen.

„Na, auch noch Lust auf eine Runde im Pool gehabt? Da hatten wir zufällig den gleichen Gedanken“, sagte Jerry während er sein Hemd aufknöpfte, „was dagegen, wenn ich reinkomme?“

„Oh, hey Jerry, ich dachte außer mir wäre hier niemand. Hüpf rein. Wie geht es Jenny? Wolltest Du nicht bei ihr sein?“ Ich freute mich Jerry wiederzusehen.

Jerry, zog seine Hose hinunter. Er schien beschlossen zu haben, in seinen Unterhosen schwimmen zu gehen. Ich mochte ihn. Er war ein lustiger Zeitgenosse.

„Die arme Jenny hat sich gleich hingelegt“, berichtete er, „es ging ihr dann auch gleich besser. Ich bin bei ihr geblieben, bis sie eingeschlafen ist. Eigentlich wollte ich heute Nacht bei ihr übernachten aber ich habe mir jetzt ein eigenes Zimmer genommen. Die Liebe soll sich gut ausschlafen, dass es ihr schnell wieder gut geht. Ich werde sie morgen früh mit einem Frühstück ans Bett überraschen“.

Jerry ließ sich vorsichtig vom Beckenrand ins Wasser gleiten und schwamm zu mir herüber.

„Das hört sich toll an Jerry. Du bist ein echter Gentlemen. Jenny wird sich bestimmt sehr darüber freuen“, ich freute mich so sehr für Jenny. Jerry schien ein echter Glücksgriff zu sein.

Jerry grinste breit. Wir schwammen nebeneinander her, als wir ins Gespräch kamen.

„Was treibt Dich denn hierher Idy? Wie kamst Du dazu Show Girl zu werden? Übrigens, tolle Show, die ihr heute Abend abgeliefert habt. Ich würde Euch gerne für eine der nächsten Shows des Rat Packs buchen. Ich glaube das würde unserem Publikum sehr gefallen.“

„Oh, das wäre wirklich schön“, freute ich mich, „Weshalb ich ein Show Girl wurde? Naja, ich weiß nicht“, ich hatte keine Ahnung was ich darauf antworten sollte. Ich hatte es mir ja schließlich nicht ausgesucht. Vielmehr, hatte ich mich in diesem Traum wiedergefunden. Aber das konnte ich Jerry natürlich nicht erzählen. Er würde wahrscheinlich denken, dass ich komplett übergeschnappt war. Ich lächelte ihn verlegen an.

„Du hast ein bezauberndes Lächeln, Idy“, Jerry zinkerte mir zu.

„Oh, vielen Dank. Du bist ein echter Charmeur.“ Ich steuerte den Beckenrand an. Ich musste etwas verschnaufen. So lehnte ich mich entspannt mit dem Rücken an den Rand und legte den Kopf zurück. Es tat gut, meinen Nacken etwas zu dehnen. So konnte ich auch den Mond sehr gut beobachten. Ich war total entspannt.

Jerry drehte weiter seine Runden. Wir schwiegen eine Weile. Er schien wohl verstanden zu haben, dass ich nicht zum Reden aufgelegt war. Ich musste wohl ein wenig eingeschlummert sein, denn ich erschrak als ich Jerrys Stimme plötzlich ganz nah neben mir hörte. Er hatte sich zu mir gesellt und schaute ebenfalls in den Himmel:

„Wunderschön!“

„Nicht wahr?“, antwortete ich, „heute Nacht ist der Mond besonders schön.“

Jerry seufzte: „Ich meine nicht den Mond. Ich meine Dich, Idy. Du bist wunderschön und so sexy. Es ist mir schon heute Abend bei unserem Essen aufgefallen, dass Du Dir extra für mich ein Kleid mit supertiefem Ausschnitt angezogen hast. Ich mag das sehr.“

„Was soll ich?“, ich dachte ich hätte mich verhört, „bitte was?“

Ich konnte gar nicht so schnell reagieren, da beugte ich Jerry schon direkt über mich und drückte meine Arme mit voller Kraft gegen den Beckenrand.

Ich war völlig überrumpelt. „Was soll das?“, schrie ich ihn an, „Du tust mir weh. Lass mich!“

Mit einem Ruck versuchte ich mich von seinem Griff zu befreien. Verzweifelt trat ich nach ihm, doch das war unter Wasser gar nicht so einfach. Ich wand mich hin und her, doch sein Griff war einfach zu fest. Ich konnte mich nicht losreißen.

Dann zog er sich näher an mich heran und drückte seinen Körper fest gegen meinen. Ich wurde regelrecht zwischen ihm und dem Beckenrand eingequetscht.

Panisch versuchte ich mich zu befreien.

„Lass mich los! Hilfe!“, ich schrie so laut ich konnte.

Jerry presste seinen Körper noch fester an mich, so dass ich mich überhaupt nicht mehr bewegen konnte. Irgendwie schaffte er es, mir mit einer Hand den Mund zuzuhalten.

Ich konnte nicht mehr atmen. Voller Panik gelang es mir, einen Arm aus seinem Griff zu lösen. Ich schlug so fest ich konnte auf seinen Rücken ein. Doch das schien Jerry nur noch mehr anzuheizen:

„Wehr Dich nur. Ich mag das so. Es wird Dir aber nichts nutzen. Du gehörst jetzt mir. Im Grunde willst Du das doch auch. Du tust ja nur so als wärst Du schwer zu bekommen. Ihr Show Mädchen seid doch nur darauf aus. Ihr wollt doch andauernd nur gevögelt werden.“

Mit diesen Worten griff er mir unsanft in den Schritt.

Ein beißender Schmerz durchfuhr meinen Körper. Es schnürte mir die Luft komplett ab. Ich spürte wie mich meine Kräfte langsam verließen. Für einen kurzen Moment dachte ich daran, mich einfach nicht weiter zu wehren. Vielleicht würde er dann von mir ablassen. Immer wieder schnappte ich nach Luft. Die Situation schien auswegslos. Ich weinte. Das durfte gerade nicht passieren. Ich hatte Todesangst.

Jerry rieß mir mit einem Ruck den Badeanzug vom Körper. Er berührte mich überall und rieb seinen Körper unentwegt an meinen. Dabei hielt er seine Hand weiter fest auf meinen Mund gedrückt. Mir wurde schwindelig. Ich hatte das Gefühl, jeden Moment bewusstlos zu werden. Sein keuchender Atmen strich übelriechend über mein Gesicht.

„Wenn ich jetzt nicht gleich aufwache, werde ich das hier nicht überleben“, dachte ich.

Ich schloss die Augen und fiel langsam in eine Art Dämmerzustand. Plötzlich war mir egal was Jerry mit mir anstellte. Ich hoffte nur, dass es so schnell wie möglich zu Ende war. Ich bemerkte wie meine Muskeln erschlafften. Ich hatte keine Kraft mehr. 

„Lass sie los, Du Bastard!“

Plötzlich war ich wieder voll da. Diese Stimme kannte ich sehr gut. Es war Elvis!

-Forstsetzung folgt-

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 01.05.2017. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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