Christina Gerlach-Schweitzer

Der arme Hase

Der Hase hatte  vom Fuchs gehört, dass dieser  für die Tiere dieses Waldes ein großer Heilkundiger sei. Er hätte mit seiner Arbeit mehr  Erfolg als alle anderen Tiere hier im Wald, sagten die Gerüchte. Es gab  offenbar keinerlei Kritik an seiner Heilkunst, doch niemand  berichtete Einzelheiten über die Arbeit des Fuchses. Stets sah man den schon etwas altersschwachen Rotpelz wohlgenährt und lachend. Ja, er musste vermutlich wirklich ein sehr erfolgreicher Heiler sein.  Trotzdem wagte sich kein Tier ohne große Not in seine Nähe. All das wusste der Hase, aber er hatte Schmerzen in seiner Pfote, sehr große Schmerzen, nicht aushaltbare Schmerzen.

Zögernd trat er an die Höhle des Fuchses: „Fuchs, befreie mich von meinen Schmerzen, ich kann sie nicht mehr aushalten!“ „Komm, Häschen!“ , sagte der Fuchs und seine Augen glitzerten, „komm näher, damit ich mir deine Pfote in Ruhe genau anschauen kann. Du weißt, ich bin viel zu alt zum Jagen, aber alt genug um dich von deinen Schmerzen zu befreien, wenn du nur ordentlich still hältst.“

Schauernd fühlte der Hase den Atem des Fuchses, als dieser sich näherte. Dann biss der Fuchs zu.

 

Fabel, Fuchs, Hase, Schmerzen, Gerüchte,

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