Elke Müller

Heimatgeschichte

Grimma

Heimat, was bedeutet es - Heimat.

Du wirst geboren, verbringst deine Kindheit mit all dem Guten und Bösen Erfahrungen. Bist frei für alles was da kommen mag. Heimat- das ist für dich nur ein Wort. Doch man bleibt nicht für immer Klein, man wächst zu einen jungen Menschen heran, hast deine Flausen im Kopf und könntest Bäume heraus reisen. Lernst erste Freunde kennen, die sind wie du, mit all den gleichen Problemen. Dann, auf einmal, diese Schmetterlinge im Bauch. Man sieht alles in einem anderen Licht. Die Sehnsucht nach etwas völlig anderem steigt in einem auf. Man will sich beweisen, entweder scheitert es, oder aber man schafft es. Heimat- das ist für dich nur ein Wort. Du schaust dich um und entdeckst Neues. Setzt dich jetzt für andere Dinge ein, mit schärferen Blick. Erkennst das Schöne um dich herum und streift umher. Die Natur war noch urtümlich, spannende Entdeckungen konnte man jeden Tag machen. Doch mit immer größeren Machthunger auf Ausbreitung ( Baugrund ), verschwanden für immer seltene Naturschönheiten, keinem störte das, es war halt so. Vergleichst es nun mit anderen, kommst zu den Entschluss - deine Heimat ist, trotz allem, auch ein schöner Fleck auf Erden.

Wir waren drei Geschwister. Alle in Sachsen geboren. Die Erziehung war sehr streng gewesen. Es herrschte noch „ Strafrecht „ vor. Eine 7schwänzige Peitsche diente dafür, um Streitigkeiten zu beenden. Manche Nächte konnte ich nicht auf den Rücken liegen. Trotzdem wurde uns viel beigebracht. Taschengeld? Kannten wir nicht. Ausschlafen? Gab es nicht, oder nur bei bestimmten Gelegenheiten. Die Zeit, für welche Arbeit auch immer, war festgeschrieben. Helfen im Haushalt, ging schon im Alter von zarten 6 Jahren los. Perfekt kochen und backen konnte man als Mädchen, schon mit 15 Jahren!

Wegen der Arbeit sind meine Eltern, vom Land, in die Stadt umgezogen, auch wegen dem Schulbesuch mussten wir Kinder folgen. Was besonders mir sehr schwer fiel. Die Schule hasste ich, schnitt sie meinen vorhandenen Freiheitsdrang sehr ein. In der Stadt war es langweilig. Spielplätze gab es zwar, waren aber bald uninteressant. Besser war die Waldgegend mit ihren hellen Auen. Die Wiesen hatte eine fülle von Blumen, welche ich teilweise noch nicht kannte. Sie sind für lange Zeit, mein Lieblingsplatz geblieben. Zurück aufs Land ging es dann nur noch in den Ferien.

Es war dort noch ein hartes Leben. Wie heute, den Wasserhahn aufdrehen und schon sprudelte es heraus, gab es nicht überall. Wir hatten es bis zu einem Kilometer weit, per Eimern, von einer Handwasserpumpe heran zu tragen. Dann galt es, jeden Morgen, um 4.00 Uhr! Erst das Vieh zu versorgen. Wir hatten ja fast alles was einen Bauernhof aus machte. Immerhin waren wir Selbstversorger und das half enorm. Alle mussten helfen!

Für die geleistete schwere Arbeit, auf den Feldern, war der Verdienst lächerlich ( Pfennige!! ). Oftmals nutzte man die eigenen Tiere ( Pferde - oder Ochsengespanne) dazu. Erst später, hatte die Technik ihren Einzug. Trotzdem, die Leute waren mehr zufrieden, als in jetziger Zeit. Man war stolz auf das Geleistete. Für uns Kinder gab es genügend Freiheit, die man voll ausnutzte. Fernsehen gab es schon, wurde fast gar nicht genutzt, nur mal zum Sonntag, dann für ca. 2 Stunden, interessierte auch nicht sonderlich. Man musste ja ständig zeitig raus. Wie es sich zeigte, waren „ Bauernkinder „ gegenüber den Stadtkindern, in Hinsicht Krankheiten weit überlegen. Wir waren abgehärtet. Großen Urlaub konnte man wegen dem Vieh nicht machen, auch fehlte das Geld dazu.

Nach Abschluss der Schule, kam die Arbeitssuche. Ich lernte einen landwirtschaftlichen Beruf, der auch seine Höhen und Tiefen hatte. Zum Reisen kam ich nie, der Verdienst dafür war zu klein, trotz sparen. Später lernte ich meinen Mann kennen.

Nun, es sind etliche Jahre ins Land gegangen, man hat seinen Lebensort mehrmals gewechselt und ist nun angekommen, wo man hofft, noch nicht alles hinter sich gelassen zu haben. Ich habe zwar kein Häuschen, wie ich mir eigentlich erträumt hatte. Dafür einen sehr großen Garten, den ich pflege, Blumen, Gemüse und Obst habe, wo ich Enten und Kaninchen halte, den Stress vergessen kann, wenn ich von der Arbeit komme. Die Kinder gehen schon lange ihre eigenen Wege und brauchen nur manchmal noch einen Rat.

Mein Wohnort ist jetzt nahe Grimma. Wer kennt die Kreisstadt im Landkreis Leipzig nicht, im Tal des Flusses Mulde, auch als Perle des Muldentals genannt. Der Grundstein für diese Siedlung wurde schon im Jahre 1170 gelegt, von einem Otto den Reichen. Schon 1220 hatte Grimma das Stadtrecht inne. Auch hier gab es damals Hexenverfolgungen. Und wer hätte es gedacht... Katharina von Bora, die Frau von Luther, floh aus den Kloster Nimbschen, was nicht weit entfernt liegt. 1943 bot Grimma den berühmten Thomaner nach einen Bombenangriff ebenfalls eine neue Heimat. Jetzt zählen 13 Ortschaften zu Grimma, mit dem dazu gehörenden Ortsteilen (vor allem durch Eingemeindung), was Grimma zur 4 größten Stadt in Sachsen macht. Sicher sind vielen besonders die beiden Hochwasser 2002 und 2013, in Erinnerung geblieben. Viel wurde durch Fernsehen und Radio verbreitet und so kamen zahlreiche fleißigen Hände, halfen beim Wiederaufbau mit. Lange Zeit sah Grimma wie eine Geisterstadt aus. Heute noch, sieht man an manchen Stellen, die Zerstörungskraft des Wassers. Aber in der alten historische Altstadt, kann man wieder die zahlreichen Sehenswürdigkeiten bestaunen und es lässt sich gut einkaufen. Viele verschiedene Stilepochen und geschützten Landschaften kann man erleben. Berühmten Bauwerken, wie das Göschenhaus ( Museum ), Seume Gedenkstädte, Höfgen- Mühle, sind nur ein paar Beispiele, die sicher vielen, aus eigenen Besuchen oder aus Fernsehen und Rundfunk, bestens bekannt sein. Für gutes Essen und Gemütlichkeit, ist in vielen tollen Restaurant und Kneipen gesorgt. Viele Volksfeste finden regelmäßig statt. Für Sport und Freizeit wird ebenfalls viel geboten. Bauernhöfe sind bei Kindern sehr beliebt, gibt es da noch so manches zu entdecken. Durch die dichten Wälder, kann man viele Wege zum wandern nutzen, mit dem Rad oder zu Pferde die Umgebung erkunden, es gibt soooo viele Möglichkeiten, die man selber mal ausprobieren sollte.

Was ich hier toll finde, ist, diese „ noch „ dörfliche Atmosphäre, diese Ruhe, keine übermäßige Belastung durch Auto und LKW. Hilfsbereitschaft bedeutet noch etwas, seine Unabhängigkeit als Selbstversorger, also fast wie in Kindertagen.

Also viel Spaß bei all den neuen Entdeckungen.

Wünscht Elke

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 09.05.2017. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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