Josef P.

Zufällige Begegnung?

»Hey, ich bin Emily, was darf's denn sein? «
»Kaffee bitte! «
Mit geübtem Griff zaubert sie eine blütenweiße Serviette auf die Theke, stellt eine frische Tasse darauf ab und schenkt ohne zu kleckern ein.
Mit einem zuvorkommenden Lächeln, das Emily vorwiegend als Bestandteil von gutem Service und als unverbindlich entgegengebrachter Freundlichkeit auffasst, nimmt sie den Neuankömmling unter die Lupe und versucht ihn in eine bestimmte Schublade "Mann" zu stecken.
Es hat sich mittlerweile eine regelrechte Besessenheit zwischen ihr und ihrer Kollegin Louise entwickelt, den ein oder anderen, nach Feierabend in Freds Café Majestic bei einigen Mint Juleps, mit amateurhaft angewandter Psychologie zu beurteilen. Dass dabei regelmäßig, mit steigendem Alkoholpegel, sämtliche rudimentären Fachkenntnisse nach und nach verloren gehen und das Urteilsvermögen vernebelt, stört sie dabei in keinster Weise.
Emily ist neugierig. Den Oberkörper aufgerichtet, wendet sie sich ihm zu.
»Was treibt sie in unsere Gegend? «
Daniel sieht keine Veranlassung sich zu erklären, geschweige ihr auf die Nase zu binden, dass er bereits zweimal in Chautauqua gewesen ist. Allerdings, zugegeben, nicht im Grumpy.
»Mir eilt der Ruf voraus, jeden im Umkreis von zehn Meilen zu kennen. Jedenfalls die, die schon mal hier war. « fügt sie hinzu und reckt sich dabei, direkt vor seiner Nase, in die Höhe. Trotz dass sie bereits auf den Zehenspitzen steht, muss sich Emily immer noch gewaltig strecken, um an eine der neuen Flaschen Bourbon vom Regal, hinter der Theke, heranzukommen.
Dass sie dabei mit ihrem Körper nahezu sein ganzes Blickfeld einnimmt und somit mehr oder weniger unfreiwillig dafür sorgt, dass er gar nicht anders kann als genüsslich ihre weiblichen Proportionen zu betrachten, ist geschenkt.
Nicht geschenkt ist allerdings ein kleiner Nebeneffekt, den sie dabei dem Betrachter regelmäßig aber unbeabsichtigt bietet. Denn jedes Mal, wenn sie sich streckt, wird auch der Ansatz ihrer Poritze, direkt über dem Saum ihrer Hüftjeans, sichtbar. Die enge weiße Schürze, die sie sich um die Taille bindet, ändert daran jedenfalls nichts.
Welcher Mann sieht da schon freiwillig zur Seite. Es wäre daher nicht das erste Mal, dass sie anschließend in eine sabbernde Visage blickt. Von einstweilen perversen Anzüglichkeiten ganz zu schweigen.
Entzückt über den wahrlich unverhofften Anblick, zaubert es Daniel ein verschmitztes Lächeln aufs Gesicht und er spinnt den reizenden Gedanken weiter, das sie, so wie sie sich gerade präsentiert, garantiert keine Unterwäsche trägt.
"Gott was für eine Figur!"
Auch wenn er es sich nicht anmerken lässt, Daniel ist beeindruckt. Sie hat ganz klar das gewisse Extra. Eine extreme Ausstrahlung, die er schon lange nicht mehr bei einer Frau gespürt hat.
Ihr fein geschnittenes Gesicht und die großen dunklen Augen, die wie Sterne funkeln, wenn sie spontan und nicht gekünzelt lacht, lädt jeden normalen Mann im geschlechtsreifen Alter zwangsläufig zu Schwärmereien ein.
Er schätzt sie auf Mitte zwanzig und ihre Größe, wenn's hoch kommt, auf 1,70 cm. Hinzukommt ein blonder, sehr straff geflochtener Zopf, der sich wie ein Heiligenschein um ihr Haupt schmiegt. Schwarze Röhrenjeans und das enganliegende hellblaue Top, verleihen ihren weiblichen Rundungen zusätzlich ein gewisses Extra was Männerherzen einfachhöher schlagen lässt. Fazit: Diese Frau ist vollkommen!
In seiner Fantasie bedecken seine Hände ihren Hintern, auf dem man sicherlich Nüsse knacken kann, wandern hoch auf ihre Hüfte und finden schließlich den Weg von hinten auf ihre Brüste.
Nicht ganz uneigennützig bietet er ihr seine Hilfe an.
»Kann ich irgendwie helfen? «
Mit einem angestrengt gekeuchten, »Danke, geht schon! « lehnt sie ab.
»Ich habe sie hier noch nie gesehen. « stellt Emily fest, als sie nach einem zweiten Versuch endlich die gewünschte Flasche in Händen hält. Eine willkommene Gelegenheit für Daniel auf andere Gedanken zu kommen
»Oh, ein Casa Noble Anejo! «
Emily ist sichtlich beeindruckt.
»Sie kennen ihn? «
»Ein überragender Tequila. Er wird einmal im Jahr und nur in begrenzten Mengen produziert, um seine Qualität zu gewährleisten. Es überrascht mich, dass sie ihn führen. «
stellt er fest.
»Soll das heißen, dass wir hier sonst nur Pisse saufen? « schießt sie zurück.
»Keineswegs. Ich wollte lediglich andeuten, dass man ihn in der Regel nur in Nobelbars und vielleicht noch in besseren Hotels findet …, «
»… und nicht hier, in einem heruntergekommenen Truckstop. « fällt sie ihm schärfer als gewollt ins Wort. Die Ironie, die ihm schlagartig dazu einfällt, behält er jedoch für sich und entscheidet sich, nach einen stockenden Atemzug, für ein beschwichtigendes,
»So hab ich das doch gar nicht gemeint. «
Sie hält ihm die Flasche hin.
»Und, wie wär's…? «
Daniel lehnt dankend ab.
»Vielen Dank, ein anderes Mal komme ich gerne darauf zurück. «
»Kann ich sie denn stattdessen zu einem Stück selbstgemachten Blaubeerkuchen überreden? «
Erneut lehnt Daniel mit sanfter Stimme ab.
»Klingt sehr verlockend aber im Augenblick, reicht mir der Kaffee. Trotzdem, danke für das Angebot. «
Trotz, dass sie sich ihm gegenüber recht rüpelhaft verhält, spürt sie ein besonders Gefühl in seiner Nähe. Irgendetwas an ihm zieht Emily an, auch wenn sie es nicht näher beschreiben
könnte. Eine gewisse Unsicherheit ob des Gefühls lässt sich jedenfalls nicht verdrängen.

Seinem Lächeln kann sie auch nichts Falsches entnehmen, was daraufhin deutet, dass er lediglich eine weitere Trophäe für seine sicherlich reichhaltige Sammlung sucht.
"Ok, er sieht ja nicht schlecht aus. Aber der Typ auf den man unbedingt fliegt, wie die Motte aufs Licht, ist er auch nicht."
Vielleiht ist es seine ruhige, unaufgeregte Art, seine sanfte Stimme oder sein Blick, mit dem er sie zwar, wie jeder andere Kerl auch schamlos auszog, bei dem sie sich aber nicht nackt fühlt.
»Sagen sie, wie weit ist es eigentlich bis Cross Over Mountain? «
Die Ernüchterung trifft Emily wie ein Schlag ins Gesicht. Sie zuckt unmerklich zusammen und für einen Moment scheint sie innerlich mit sich zu ringen. Sie setzt eine nachdenkliche Miene auf.
»Das Grundstück vom alten Miller? «
»Wenn wir vom gleichen Miller, John Miller sprechen, dann ja! « gibt Daniel zurück.
Mit nachdenklicher Miene wischt sie direkt vor seiner Nase über die Thekenplatte.
»Was um alles in der Welt…? «
Unter seinem fragenden Blick lässt sie den Satz unvollendet.
Aufreizend langsam streicht Daniel mit der Kuppe seines rechten Mittelfingers über den Tassenrand und setzt sie sich schließlich mit beiden Händen an die Lippen. Er fragt sich, was Emilys schlagartige Reserviertheit zu bedeuten hat. Mit einem schnellen Ruck schüttet er sich den Rest Kaffee in den Mund. Als er nach einigen Sekunden immer noch keine Antwort auf seine Frage erhält, klopft er mit beiden Händen auf die Theke.
»Nun denn, was bin ich schuldig? «
»50 Cent! Übrigens, das Grundstück, Cross Over Mountain, liegt ca. fünfzehn Meilen in östlicher Richtung. Für jemanden der noch nicht da war, ist es allerdings nicht leicht zu finden. «
»Das heißt was? «
»Es gibt keinen direkten Hinweis an den man sich orientieren kann. Man muss einfach mal da gewesen sein. Dann allerdings vergisst man es nicht mehr. Wenn sie wollen, ich habe in einer halben Stunde frei. Dann bringe ich sie hin. «
Hatte sie das wirklich gerade gesagt. Einem völlig Fremden unaufgefordert ihre Hilfe angeboten. Was war bloß in sie gefahren? Wo war ihr sprichwörtlich sechster Sinn für Gefahr? ...er meldet sich nicht!
Daniel reicht ihr einen Dollar. »Stimmt so! «
»Danke, aber das ist zu viel! «
Daniel schmunzelt und fügt sanft hinzu, »Er ist's wert! «
Kaum, dass er sich abgewendet hat, dreht er sich nochmal herum und schenkt ihr ein
Lächeln, dass ihr schlagartig ein kribbliges Gefühl in die Glieder treibt. War dies etwa einer jener Augenblicke, denen man nachsagt, dass sich der andere durchaus für einen interessiert, wenn er sich nochmals nach einem umdreht?
»Ich habe vor Cross Over Mountain zu kaufen « gesteht er ihr in einem sanften, bewusst gedämpften Tonfall, der dafür Sorge trägt, dass es nicht jeder im Laden mitbekommt.
»Vorher will ich mich aber noch ein bisschen umsehen. Mir ein Bild von Land und Leute machen. Übrigens, die Gretchenfrisur…, « Er zeigt mit einem Zeigefinger auf ihre Haarpracht, »… steht ihnen ausgezeichnet. «
»Sie wissen wie man sie nennt? « fragt Emily erstaunt.
»Nun ja, sie ist die romantischste Variante aller Flechtfrisuren. « stellt Daniel fest.

»Jetzt sagen sie nur noch, dass sie auch wissen, wie man ihn macht! «
Daniel, nur noch einen Schritt vom Ausgang entfernt, wendet sich noch einmal lächelnd um.
»Zunächst ziehen Sie sich dafür einen Mittelscheitel. Die beiden Partien werden jeweils vom Ansatz bis zu den Spitzen geflochten und mit einem Haargummi fixiert. Die geflochtenen Zöpfe werden anschließend über den Kopf gelegt, sodass es wie ein Kranz oder auch Heiligenschein aussieht! «
Er hebt zwei Finger der rechten Hand und geht hinaus. »Bis gleich! «
Emily nimmt nachdenklich die Tasse vom Tresen und blickt Daniel durch die Scheibe der Eingangstür hinterher. Sie spielt mit dem Gedanken, zwei Stücke Blaubeerkuchen und eine Kanne Kaffee einzupacken.
Derart in Gedanken versunken bemerkt sie nicht, dass Barney, Inhaber von Café Grumpy, plötzlich neben ihr steht und sich die Hände an seiner Schürze abwischt. Mit einer Kopfbewegung deutet er Richtung Straße.
»Wer war das denn? «
Für einen Moment scheint es, als hätte Emily die Frage bewusst überhört.
»Wahrscheinlich der neue Besitzer von Cross over Mountain! « mischt sich Louise, Emilys Kollegin, ein.
»Das Grundstück vom alten Miller? « Barneys Neugierde ist geweckt.
»Scheint so! «
Er betrachtet Emily mit einem gierigen Seitenblick. Er ist abgrundtief eifersüchtig auf alles was sie betrifft. Besonders seit sie ihm eine überaus derbe Abfuhr erteilte.
»Und? «
Für einen Augenblick lang ist es still.
»Was weiß denn ich. «
»Du findest doch jeden sympathisch, der Eier in der Hose hat. « stellt Barney boshaft fest.
»Vorausgesetzt man hat welche! « stellt Emily trocken fest und senkt mit einer spöttische erhobener Augenbraue den Blick in seinen Schritt.
Mit dem Gesichtsausdruck als hätte er in eine Zitrone gebissen, verzieht sich Barney zurück in die Küche.
»Mensch Emily, hör auf. « zischt Louise leise. »Wenn du so weitermachst, schmeißt er dich noch raus! «
»Und? Soll er doch. Ist eh ein Scheißladen. Arbeit finde ich überall. « gibt sie bissig zurück.
»Davon abgesehen, « fügt Louise an, während sie in Emilys Rücken ein Stück Blaubeerkuchen abschneidet. » Ich halte jede Wette, dass der Typ verheiratet ist und Kinder hat. «
»Was macht dich so sicher? «
»Dafür habe ich einen Blick! Wir können ja gleich bei ein paar Mint Juleps darüber reden, was meinst du? «
»Heute geht's nicht! «
»Was, wieso? «
»Hab was vor… «
»Ach ja? Und was? «
Was Louise nicht sehen kann, Emily verdreht die Augen und schaut dabei zur Decke.
Alles würde sie jetzt tun, um es ihr nicht auf die Nase binden zu müssen. Louise würde sie sonst solange mit gelöchert, bis sie aus der Nase gezogen hat, ob sie heute Nacht Sex hatte oder
nicht. Doch bevor ihr etwas Sinnvolles einfällt, erhält sie unerwartet Hilfe.

»Louise, komm her, sofort! « ertönt es recht barsch aus der Küche.
Als Emily das Café verlässt, ist Daniel bereits da. Sie traut ihren Augen nicht.
»Kommen sie, steigen sie ein! « fordert er sie mit einer ungeduldigen Handbewegung auf. Kaum das sie Platz genommen hat, fährt er auch schon los.
»Wow, ein knallrotes Buik Cabrio. Wie kommt man denn an sowas? Ich muss schon sagen, unauffälliger geht's kaum. Sie wollen also zum Grundstück vom alten Miller! «
»…und sie sind diejenige, die weiß wie man hinkommt! Wobei mir da was einfällt. Wenn ich mich recht erinnere, sagten sie doch eben, dass sie jeden innerhalb von zehn Meilen um Chautauqua kennen. «
»Und? «
»Nun ja, schade das Cross Over Mountain fünfzehn Meilen entfernt ist, sonst könnten sie mir auf dem Weg dorthin etwas über die Millers erzählen. «
Betont vorsichtig stellt Emily ihre Tasche hinter ihm auf den Boden ab.
»Biegen sie vorne links in die 2te. und dann an der dritten Kreuzung nach recht, anschließend fünfzehn Meilen die 95 runter. Ich sag ihnen wenn wir da sind. «
»Ai ai Captain!
Nach einer gut 20 minütigen Fahrt erreichen sie ihr Ziel
»Achtung, da vorn rechts stehen zwei Bäume etwas weiter auseinander. Das ist die Zufahrt. Da müssen wir rein. «
»Alles klar! «
Niemals hätte Daniel den üppig mit Gras und Unkraut überwucherten Weg als Zufahrt einer Farm erkannt.
»Hier? « fragt er daher nochmal ungläubig nach. Emily nickt.
»Ja hier rechts rein! «
Daniel biegt ab, hält aber sofort an und sieht sich um.
»Wenn man es nicht weiß, fährt man tatsächlich vorbei. Ist es noch weit? «
»Gut eine Meile, dem Namen geschuldet einmal bergauf und wieder bergab! «
»Hier ist ja schon ewig kein Wagen mehr durchgefahren! «
»Warum auch! Selbst John und Rose kamen nur wenn es zwingend nötig war, so ein zweimal im Jahr, nach Chautauqua. Sie galten als totale Eigenbrötler. «
»Und dann besuchten sie aber regelmäßig den Truckstopp! Oder woher kannten sie die Millers! «
Emily reagiert erst einen Augenblick später, gedanklich irgendwie weit weg.
»Ist ne längere Geschichte. «
Trotzdem Daniel bleibt neugierig. »Und? «
»Sie sind nicht zufällig Bulle oder sowas? «
Daniel muss lachen.
»Was? Nein! Mach ich den Eindruck? «
»Nach der Art wie sie fragen, ja! «
»Machen sie sich keine Sorgen, ich bin kein Bulle. Ich entwickle lediglich Softwareprogramme. «
»Ah, so wie dieser, dieser Bill Gates? «
»So ähnlich! Im Gegensatz zu mir, hat Bill Gates allerdings tausende Angestellte. Ich arbeite allein, an einer eigenen Software für landwirtschaftliche Betriebe. «
»Ach! «
»Ich habe eine Software für Maschinen entwickelt, die, ohne dass jemand dabei sein muss, Saatgut auf ein genau definiertes Feld ausbringt. Satellitengesteuert. «
»Also daher ihr Interesse an dem Grundstück. «
»So ist es, Ich brauche ein finanzierbares Stück Land auf dem ich ungestört programmieren und testen kann. Es würde übel enden, wenn ich mitten in der Stadt einem Park umpflüge und versuche Mais zu pflanzen. «
Wenngleich ein Lächeln ihre Lippen umspielt, so schweift Emily's Blick doch leer zwischen den Bäumen, über die bunten Gräser und Sträucher umher. Irgendetwas Besonderes verbindet sie mit diesem Flecken Erde. Es ist ihr deutlich anzumerken.
»Sie waren Kinderlos, « beginnt Emily plötzlich, als fühle sie sich genötigt ihm etwas zu erzählen, »obwohl sie sich immer Kinder gewünscht hatten. Seit Rose im Spätsommer vor fünf Jahren starb, sie war gerade 85 Jahre geworden, hat man John nicht mehr in der Stadt gesehen. «
»Hatte er nie das Verlangen nach Gesellschaft oder musste was einkaufen? «
»Wie ich schon sagte John war äußerst genügsam. Alles was er zum Leben brauchte, hatte er direkt vor der Haustür. «
Er sah Emily für einen Moment von der Seite her an.
»Als ich John fand, war er bereits einige Tage tot, Herzinfarkt. Er lang neben dem Brunnen, das Seil vom Schöpfeimer noch in der Hand. «
»Wie alt ist er geworden? «
»John war zwei Jahr älter als Rose. Hatte aber im gleichen Monat August wie Rose Geburtstag. Er am neunten und sie am siebenundzwanzigsten. «
»Wie bekamen die beiden oder letztendlich John eigentlich ihre Post? Ich hab nirgendwo einen Briefkasten gesehen. «
»Wie kommen sie denn jetzt darauf? «
»Naja, wenn ich das Grundstück kaufe! «
»Bis…, «
Weiter kommt Emily nicht. Eine tiefe, völlig überwucherte Bodenwelle bringt den Buik plötzlich ins Schleudern, sodass beide wild hin und her geworfen werden und ihm das Lenkrad aus der
Hand gerissen wird. Nach einer Schrecksekunde stellt er sich auf die Bremse.

Endlich zum Stehen gekommen, steigen beide aus und atmen tief durch. Daniels erste Reaktion: er geht um dem Buik herum und überprüft ob der Wagen einen Schaden davon getragen hat. Seine Befürchtungen sollten sich bestätigen.
»Verdammter Mist! «
Da er keine Reaktion erhält, auf das was passiert ist, sieht er sich um und entdeckt Emily in einigen Metern Entfernung zwischen den Bäumen in einem Meer von Gräser und Blumen, die ihr teilweise bis zur Hüfte reichen. Mit verschränkten Armen betrachtet sie das was vor ihr liegt.
Er lehnt sich an den Kotflügel und lässt den Augenblick auf sich wirken. Er ist derart fasziniert, dass er sogar die letzten Minuten vergisst, die seinen Adrenalinspiegel durch die Schädeldecke knallen ließ. Ein Künstler hätte die Situation nicht schöner beschreiben können.
Er stellt sich hinter sie und legt ihr liebevoll die rechte Hand auf die linke Schulter.
»Alles in Ordnung? « flüstert er führsorglich.
Emily zuckt erschrocken zusammen, sodass er augenblicklich seine Hand zurückzieht.
»Was? Ja…, ja, alles ok. Und? «
»So wie es aussieht, hat es die Ölwanne erwischt. Mit dem Buik kommen wir hier nicht mehr weg! «
Sie schaut wieder gerade aus und er folgt ihrem Blick. Was für ein Ausblick. Sie stehen auf einem kleinen Plateau direkt auf dem Scheitelpunkt einer Anhöhe. Mitten in der Tiefebene thront ein kleiner malerischer kleiner See, an dessen rechtem Ufer sich eine kleine Farm, bestehend aus drei Gebäuden und unbearbeitete Felder schmiegen. Auf der linken Seite drängt sich ein ausgedehnter Mischwald bis ans Wasser des Sees.
»Das ist also Cross Over Mountain! « stellt er beeindruckt fest.
Emily nickt mehrfach.
»Ja « flüstert sie leise, »Einmal die Woche bin ich mit dem Rad hierher gefahren, hab John, die Post und seinen Lieblingskuchen gebracht. Soweit er es zuließ, führte ich ihm auch ein wenig den Haushalt. Ihn hat's gefreut und für mich war's eine willkommene Abwechslung. Er war einfach ein liebenswerter alter Brummbär. So manche Stunde habe ich unten am See verbracht, gebadet oder einfach nur in der Sonne gelegen. Dort rechts hinter dem Wald ist eine kleine natürliche Ausbuchtung. Als John und Rose noch jung waren, baute er für sie dort eine Bank und platzierte sie so weit vom Ufer entfernt, dass man sie nur über einen schmalen Steg erreichte. Der Blick von dort über See und Farm ist, je nach Jahreszeit, unbezahlbar. «
Daniel hält sich eine Hand über die Augen und blickt angestrengt in die angegebene Richtung.
»Ich kann nichts sehen. «
»Das sollte auch so sein! «
»Ich bin sicher, dass mittlerweile alles verrottet ist. « stellt er mit ehrlichem Bedauern fest.
»Wie kommen sie darauf? «
»Naja, warum sollte sich John, nachdem Rose gestorben war, noch darum kümmern? «
Ganz seicht weht ihm ihr Parfümgeruch um die Nase. Dafür dass sie den ganzen Tag gearbeitet hat, roch sie immer noch überaus aufregend. Daniel kann sich der aufkeimenden Leidenschaft seiner Lenden nur äußerst mühsam erwehren. Wenngleich er sich in vergleichbaren Situationen stets unter Kontrolle hat, bei Emily scheinen andere Gesetze zu herrschen. Es ist einfach…, unerklärlich! Gerade als er sie zärtlich um die Hüfte fassen will, dreht sie sich zur Seite.
»Kommen sie. Wenn wir Glück haben funktioniert das Telefon noch und dann können wir Earl anrufen. Er wird uns dann mit seinem Abschleppwagen abholen. «
»Earl? «
»Ja Earl Patterson von Pattersons Car Service. Earls Vater David hat die Werkstatt vor 60 Jahren gegründet. Earl hat sie vor 15 Jahren übernommen. «
Irgendwie hört Daniel nicht richtig hin, sondern lässt seinen Blick über Emilys Konturen schweifen.
"Wie traumhaft schön sie ist!" 
»Von hier oben sieht es schon mal phantastisch aus. « bemerkt Daniel und genießt nochmals den weiten Ausblick. Gerade die tiefstehende Sonne verleiht dem ganzen einen ungemein reizvollen Touch.
»Sie hätten mal hier sein sollen, als die Felder erntereif waren. Ich habe hier immer für ein paar Augenblicke angehalten. Kommen sie! Hier geht’s lang! « fordert sie ihn auf.
Als Daniel zur Seige schaut, bekommt er gerade noch mit, wie Emily hinter einem Gestrüpp verschwindet.
»Hey, warten sie! «
Doch Emily ist bereits aus seinem Sichtbereich verschwunden.
»Sie sind ja ganz schön sportlich. « erkennt Daniel neidlos an, nachdem er eine zeitlang gebraucht hat, um den Weg nach unten zu nehmen, wo Emily bereits auf ihn wartet.
»Wir hätten einen Zettel im Wagen lassen sollen, wo wir sind. «
»Keine Sorge, Earl weiß wo er uns findet und der Wagen ist nicht zu übersehen. «
Betont langsam geht Daniel auf Emily zu. Sie weicht nicht zurück, sodass er ihr immer näher kommt. Schließlich stehen sie sich so nah gegenüber, dass sich ihre Körper beinahe berühren. Aber nur Beinahe. Irrte er sich oder ist ihr Geruch, den er gerade wahrnimmt noch intensiver als oben auf dem Plateau. Abrupt dreht sich Emily herum und geht los.
»Wir sollten uns beeilen. Der Weg ist zwar nicht mehr allzu weit aber die Dunkelheit kommt schneller als man denkt. Dann müssten wir um eiiges langsamer gehen, um nicht zu riskieren in ein Fuchsloch zu treten. «
Daniel stemmt die Hände in die Hüfte und schaut ihr ungläubig hinterher.
»Fuchsloch!? «
»Es passiert öfter als sie glauben. «
»Im Wagen habe ich noch irgendwo eine Taschenlampe! «
»Egal, kommen sie. Wir müssen los! «
Nah einer guten halben Stunde, gerade rechtzeitig, bevor die Dunkelheit hereinbricht, erreichen sie die Farm,
Er fragt sich, warum sie derart verhalten ist, was die Millers angeht und sieht ihr neugierig hinterher, wie sie gerade schwungvoll die beiden Stufen der Veranda auf einmal überspringt. Quietschend öffnet sich die Verandatür und auch die Haustür direkt dahinter, öffnet sich nicht geräuschlos. Emily tritt ein, bleibt stehen und schaut sich im Dunkeln um.
Betont langsam streicht sie über die Abstellfläche von Rose Geschirrschrank und hinterlässt dabei eine deutlich sichtbare Linie. Wie oft hatte sie den Geschirrschrank entstaubt.
Obwohl im diffusen Licht kaum noch zu erkennen, betrachtet sie nachdenklich die Fingerkuppe ihres Mittelfingers und zerreibt den Staub mit ihrem Daumen, während sie langsam die Pendeltür zur Küche aufstößt und hindurchgeht. Soweit sie erkennen kann, ist alles noch so, wie sie es das letzte Mal verlassen hat. Nichts hatte sich verändert!
Auch Daniel stößt die Pendeltür auf, bleibt aber im Rahmen stehen.
»Alles in Ordnung? «
»Seit John tot ist, war ich nicht mehr hier. « antwortet sie nachdenklich und wenn er es richtig deutet, mit einem schmerzlichen Bedauern.
Die Hände in die Hosentasche gesteckt, beobachtet er ganz genau, wie sie um den großen Küchentisch herumgeht und liebevoll über jede einzelne Rückenlehne der sechs Stühle streicht, als kehrte bei jede Berührung einer innige Vertrautheit zurück, blühe eine lang vermisste Erinnerung auf.
Es ist unübersehbar, dass Emily weit mehr mit diesem Ort verbindet, als sie zugeben würde.
Das er leise wieder hinausgegangen ist, hat Emily nicht mitbekommen. Erst als nach einer Weile der Kühlschrank leise zu surren beginnt, die Lampen in der Küche und Wohnzimmer nach einem kurzen flackern hell aufleuchten und irgendwo ein Radio quäkend zu spielen beginnt, merkt sie auf.
»Wir haben Glück. Ich habe das Notstromaggregat und sogar einen Kanister mit Diesel gefunden! Damit hätten wir schon mal Strom. Wie sieht es aus, funktioniert das Telefon? « 
Emily versteht nur bruchstückhaft was er ihr von draußen durchs Küchenfenster rein zu ruften versucht. Sie legt sich eine Hand hinters rechte Ohr.
»Was? Ich versteh nicht. «
Da auch Daniel nichts versteht, hält er stumm Daumen und kleinen Finger einer Hand an den Mund und Ohr und reckt fragend den anderen Daumen nach oben. Emily antwortet mit einem Schulterzucken.
»Wenn sie reinkommen, das Telefon steht gleich rechts hinter der Wohnzimmertür! « ruft sie ihm zu, als sie ein Geräusch an der Tür wahrnimmt.
Daniel nimmt den Hörer ab. Es ist kein Freizeichen zu hören. Auch nicht, nachdem er mehrfach auf die Gabel tippt.
»Mist, tot! « flüstert er leise zu sich selbst.
»Und? « schallt es aus der Küche.
»Die Leitung ist tot. « antwortet er resignierend, »So wie es aussieht werden wir wohl die Nacht hier verbringen müssen. «
»Verdammt! « Emily ärgert sich schwarz.
»Na kommen sie, so schlimm wird es schon nicht werden. Ich beiße nicht und werde selbstverständlich auf der Couch schlafen. «
»Darum geht es nicht. «
»Sondern? «
»Es geht darum, dass ich Louise nicht erreichen kann. Ich hab doch den Hauptschlüssel vom Laden. Louise hat zwar auch einen aber den nimmt sie nur dann mit, wenn sie weiß, dass ich nicht zur Arbeit komme. Folglich wird sie morgen vor verschlossener Tür stehen. Barney wird Gift und Galle spucken. «
»Der Tot von John scheint dir wohl sehr nahe gegangen zu sein!? « fragt Daniel im Türrahmen stehend.
Ohne es zu bewusst zu wollen, wechselte er von einem förmlichen Sie in ein vertrautes Du.
»Nicht nur der Tod von John auch der von Rose! « ergänzt Emily leise, die dies nicht bemerkt zu haben scheint.
Unmerklich verringerte er wieder die Distanz, als will er erneut austesten, wie nahe er ihr kommen darf, ohne einen Fluchtgedanken auszulösen. Er fasst sie von hinten an die Schulter und dreht sie zu sich herum. Sie sehen sich in die Augen, ohne dass sich einer von beiden abwendet.
Ihre Brüste heben und senken sich zunehmend heftiger. Ihrer beider Lippen sind nur noch einen Hauch voneinander entfernt. Die Anziehungskraft ist enorm. Würde sie sich küssen lassen?
Schmetterlinge beginnen in ihrem Bauch zu tanzen und ein nur allzu bekanntes Ziehen machte sich in ihrem Schoss breit. Dem einnehmenden Lächeln, das seine Augen umspielt, folgt ein faszinierendes Glitzern. Es ist, als greife er nach ihrem Herz.
Ganz langsam hebt Daniel die Hände. Doch Emily greift augenblicklich nach seinen Gelenken.
Irgendetwas scheint nicht zu stimmen. Statt seinem Annäherungsversuch nachzugeben, sich an ihn zu schmiegen und leidenschaftlich zu küssen, hält sie ihn auf Distanz.
Mit den Worten: »Machst du Feuer im Kamin? Ich schaue in der Zeit, ob ich was zum Essen finde. « weicht sie ihm aus und wendet sich ab. Daniel ist irritiert. War er zu forsch?
"Was hab ich falsch gemacht?" schießt es ihm durch den Kopf
In der Tür stehend dreht er sich noch einmal zu ihr herum.
»Emily? Ich…, «
»Schon gut, alles ok! «
»Wirklich? «
»Ja wirklich! «
Kurze Zeit später ertönt vor der Tür ein typisches Geräusch, dass jemand Holz hackt.
»Ich bin echt beeindruckt! «
»Worüber? «
»Naja, ich dachte, es gäbe erstmal viel Rauch um nichts! «
»…und ich hocke vorm Loch und puste mit rußverschmutztem Gesicht hinein, wobei der Rauch statt weniger, mehr und dichter wird! «
Sie schaut ihn ernst an und antwortet vollen Ernstes: »Ganz das hab ich erwartet! «
»Na warte! «
Schlagartig lässt er die Holzscheide fallen und rennt um den Tisch herum, während Emily nach einer Schrecksekunde lachend und schreiend vor ihm davonläuft.
Der Vorsprung reicht, dass sie sich mit wenigen Sprüngen in die Küche flüchten kann. Als er ihr folgt, steht sie am Herd und rührt in einem dampfenden Topf.
»Mir ist gerade eingefallen, dass ich uns zwei Stücke Blaubeerkuchen und Kaffee eingepackt hatte. «
»Die jetzt warm und trocken im Buik auf uns warten. Hätten wir die Taschenlampe, dann…, «
»Ja ja ja, dann hätten wir jetzt auch Kaffee und Kuchen. « scheidet sie ihm das Wort ab.
Daniel stellt sich dicht hinter sie, legt sanft sein Kinn auf ihre Schulter und umfasst ihre Taille. Ihr Duft, ihre Wärme…, wie gerne würde er sie jetzt an sich heranziehen. Seine Hände auf ihren Bauch legen und ihren Hals küssen.
Doch unter ihrem strengen Seitenblick schaut er, als wäre es das normalste auf der Welt, einfach an ihr vorbei in den Topf.
»Mmmh, was gibt's denn? «
»Ein Klassiker! «
Daniels Antwort ist tonlos sachlich.
»Ravioli! «
Emily kichert…,
»So ist es. Selbst wenn gar nichts im Haus ist, eine oder zwei Dosen Ravioli findet sich immer. «
Sie macht einen Schritt zurück. Doch statt auszuweichen, bleibt er hinter ihr stehen, sodass sie mit ganzer Körperlänge gegen ihn stößt.
Nach einem Augenblick der Unentschlossenheit drängt sie sich ganz sachte gegen ihn, gibt sich dem genüsslichen Gefühl seiner wohltuenden Nähe hin. Augenblicklich
schlingt er seine Arme um ihren Bauch und hält sich wie ein Ertrinkender an ihr fest. Erst jetzt fällt ihr auf, dass Daniel durch die zwangsläufig ungewohnt körperliche Arbeit ganz leicht schwitzt. Sein Geruch…, sie schließt die Augen, einfach himmlisch!

Denn Kopf seitlich auf die Schulter gelegt, bietet sie ihm ihren Hals dar und er lässt sich nicht zweimal bitten. Zärtlich küsst er sie drei vier Mal, leise schmatzend, auf Hals und Schulter.
Ihren intensiveren Atemzüge, untermalt mit leisen, dezenten Seufzern bestätigt ihm, dass ihre Blockade bröckelt. Doch mit einem Mal versteift sich ihr Körper.
»Daniel, warte, hör auf, bitte! «
»Was ist denn? Was tust du? « fragt er irritiert.
»Ich…, es tut mir leid! Aber…, bist du verheiratet? Hast du Kinder? «
Er dreht sie zu sich herum und schaut ihr tief in die Augen. Er folgt auch dann noch ihrem Blick als sie die Augen verschämt niederschlägt. Den gekrümmten Zeigefinger unter ihrem Kinn, zwingt er sie dazu ihn wieder anzusehen.
»Ich bin weder verheiratet noch habe ich Kinder! Eine Beziehung…, nun ja…, «
Daniel zuckt ausweichend mit den Schultern.
Er spürt wie Emily's Körperspannung schlagartig nachlässt.
»Tut mir leid Daniel, aber wenn du vergeben bist, dann…! «
Beide Hände auf seine Brust gelegt, stößt sie sich von ihm ab.
»Jetzt warte doch mal. «
Doch Emily hebt abwehrend beide Hände.
»Was jetzt kommt hab ich schon tauendmal gehört. Ja natürlich bist du in einer Beziehung, selbstverständlich unglücklich. Daher lebst du auch gerade getrennt, weil ihr euch unmerklich auseinander gelebt habt. Jetzt suchst du einen Flecken Erde für einen Neuanfang und irgendwann steht sie dann in der Tür…, und so weiter und so weiter… «
Daniel hebt beide Augenbrauen und kann ein Grinsen nicht verkneifen.
"Ist sie nicht süß? «
»Da kennt sich aber einer aus, was? « fragt er sanftmütig.
»Also hab ich Recht! « stellt sie enttäuscht fest
»Bist du jetzt fertig? «
Emily schlägt die Augen auf und erwidert schmollend seinen Blick. Unerwartet herrscht sie ihn an.
»Damit du es weißt, ich mag keine one night stands! Wenn es nur darum ginge, hätte ich…, «
Weiter kommt sie nicht. Er packt sie an ihren Schultern, zieht sie an sich heran und verschließt ihren Mund mit seinen Lippen. Erst als ihr die Luft auszugehen droht, lässt er von ihr ab.
»schon tausende..., «
Erneut versiegelt er ihre Lippen mit einem schnellen Kuss, bis sie endgültig in Luftnot gerät und keuchend nach Atem ringt, als er sie wieder freigibt.
»Was…, was…, soll denn das? «
Emily ist sichtlich verärgert, was Daniel königlich amüsiert.
Doch plötzlich weiten sich seine Augen, lässt sie hektisch los und reißt mit einem schnellen, hektischen Griff, den dampfenden Topf hinter ihr, zur Seite.
»Das war knapp! Wäre doch schade um das schöne Essen! «
»Das wäre es in der Tat. Es war nämlich das Einzige was ich gefunden habe. «
»Komm her! « haucht sie mit einem mal verführerisch und herrisch zugleich, nimmt ihn an die Hand und führt ihn zum Tisch. Sie setzt sich vor ihn auf die Arbeitsfläche, spreizt lustvoll die Beine und während er sich zwischen ihre Schenkel drängt, umklammert sie seinen Bauch.
Doch plötzlich hält Daniel inne.
»Emily? « Obwohl er nur ihren Namen nennt, liegt doch so viel Neugier darin, dass es nicht zu überhören ist. Emily sieht ihn fragend an. Irgendwie spürt sie, was er will und die Bestätigung folgt auf dem Fuß.
»Sei mir nicht böse, aber du hast doch was. Es ist nicht zu übersehen, dass dich etwas bedrückt! «
Sie legt ihm sanft einen Zeigefinger auf die Lippen. »Es zu erklären bedarf es mehr als nur ein, zwei Worte. Dafür brauche ich aber Zeit. «
Er nickt zustimmend.
»Bei mir hast du alle Zeit der Welt! Egal was passiert ist oder, « er setzt ein verschwörerisches Lächeln auf, »ganz egal was du angestellt hast. Ich lass dich nie wieder los. Wir kennen uns zwar erst seit ein paar Stunden, aber es kommt mir vor als wären es bereits Jahre. « flüstert er leise, legt ihr beide Hände auf die Wangen und küsst sie zärtlich auf die Nasenspitze.
Sie schenkt ihm einen dankbaren Blick, bremst aber seine augenscheinliche Euphorie. »Sei nicht voreilig. Ich will es Schritt für Schritt, ganz langsam angehen, einverstanden? Es…, es wird nicht einfach für mich! «
Er nickt stumm und überlegt fieberhaft was er tun kann, um ihre Gedanken fürs erste zu zerstreuen. Dabei liegt ein Gedanke so nahe.
«Was ist eigentlich mit essen? «
Emily streicht Daniel mit allen zehn Fingern durchs Haar. Mit geschlossenen Augen berühren ihre Lippen sanft seinen Mund. Eine tiefe Zufriedenheit, breitet sich in ihr aus.
»Aufgewärmt schmecken sie eh am besten. « schnurrt sie leise und lächelt verschmitzt.
 

 

Hallo liebe Leserin , hallo lieber Leser,
wenn die Geschichte ein wenig Anklang gefunden hat, wäre ich neugierig darauf, ob Interesse daran besteht, wofür Emily denn nun Zeit benötigt.
Aber nicht desto trotz...,

Vielen Dank fürs lesen!!!
Josef P.
Josef P., Anmerkung zur Geschichte

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 11.05.2017. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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