Christina Gerlach-Schweitzer

Der griesgrämige Hai und der fröhlichen Tintenfisch

„Nein, nein, nein“, sagte der  griesgrämige Hai, dem jede Freundschaft mit anderen Haien zu viel und zu lästig war. “Ich dulde keine Haie in meiner Nähe und andere Tiere  schon überhaupt nicht. Alle sollen sie mir vom Halse bleiben“. Dann scheuchte er ein paar Badende ans Ufer, indem er seine dreieckige Rückenflosse über Wasser haltend direkt auf sie zu schwamm.

Da kam ein geselliger Tintenfisch vorbei geschwommen,  ein munteres Liedlein auf den Lippen, wieder mal auf der Suche nach etwas Neuem oder auch einem neuen Freund. „Uhh, aber ein Hai muss es ja auch nicht gerade sein“, schoss es ihm durch den Kopf,  als der der Hai dicht  vor seiner Nase entlang schwamm. Er nebelte sich blitzschnell ein und verschwand in der Tiefe des Meeres.

„Schade“, seufzte der Hai, der den fröhlichen Tintenfisch gerade in Augenschein genommen hatte. „Diesen lustigen Vogel hätte ich doch zu gerne gefressen.  Der Bursche sah eigentlich ganz nett aus,“ dachte er amüsiert. Vielleicht sollte ich ihn mal einladen. Ich könnte ein  Abendessen für ihn geben. Wenn er kommt, könnte ich ihn aber auch, je nach Festverlauf, sogar  –schwapp- eventuell auffressen. „Vielleicht werde ich dann sogar so fröhlich wie er,“ überlegte er sich. Der Hai lud den Tintenfisch also zum Abendessen ein und, damit es unverdächtiger aussah, lud er noch ein paar bekannte und einige benachbart schwimmende  Haie ein. Aber der Tintenfisch kam nicht  zur Verabredung und der Hai schwamm nun da mit all den Bekannten und Verwandten. Die Haie begannen  gemeinsam auf Tintenfische im Allgemeinen und dieses Exemplar im Besonderen zu schimpfen. Auf Tintenfische könne man sich nicht verlassen, die machen immer Ärger, sind unpünktlich oder unordentlich oder sonst was. Kurz, die Festgesellschaft ließ kein gutes Haar an dem Tintenfisch. Seine Gäste wurden dem Hai richtig sympathisch, weil sie sich genauso über den Tintenfisch ärgerten wie der selbst. „So übel sind die gar nicht“, dachte er bei sich.

Nach der Feier  beschlossen alle, dass man sich demnächst  öfter treffen  sollte und sie feierten gemeinsam  noch viele Feste auf denen viel getrunken wurde und auf denen es lustig zuging. Der Hai hatte seitdem viele Freunde und wurde ein richtig fröhlicher Kerl. So wurde durch einen fröhlichen Tintenfisch  aus einem griesgrämigen Hai ein lebensfrohes Tier, obwohl  der Tintenfisch den Hai  nie wirklich getroffen hatte.

 

 

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