Christina Gerlach-Schweitzer

Leopardenland

„ Alles was Grenzen hat, muss überschritten werden!  Alles was klein ist muss weg aus meiner Welt, alles Schwache muss ausgelöscht werden!“, brüllte der Leopard mit seiner lautesten, grausamsten Stimme. Sie erschütterte den gesamten Regenwald und  für einen Moment  verstummte alles Rufen, Summen. Pfeifen und Kreischen  darin. „Nur das wirklich Große hat das Recht zu leben“,  fauchte er mit Ingrimm in die Welt hinaus und eigentlich dachte er dabei nur an sich selbst. Dann ließ er sich einen herrlichen Liegeplatz aus feinsten tropischen Hölzern bauen.

Die Tiere verstecken sich voller Angst in ihren Löchern, Höhlen, Baumstümpfen und Flussufern. Doch das Todesurteil für  Insekten, Kolibris, Papageien, Affen, Kaninchen, Okapis und Tapire, ja selbst für die Pflanzen  war damit gesprochen, denn auch die Pflanzen hätten Tiere gebraucht um sich zu verbreiten. Es dauert nicht  lange, da lebte nichts mehr  im Leopardenland. Alles war öde geworden und leer, eine Wüste in der die Sonne unbarmherzig  auch noch den Rest des winzigsten Lebens verbrannte, das noch übrig geblieben war.Glühend heiß war es geworden und das Atmen fiel schwer, denn nur wo Bäume sind kann man atmen.

Jetzt war  der mächtige  Leopard Herr über ein Land in dem es keine Insekten mehr gab, keine Kaninchen, keine Gazellen, keine Agutis, Chamäleons, Pfeilgiftfrösche, keine Faultiere, keine Delfine und  keine  Pflanzen. Herr war er nun  über eine Wüste, die keinen Herren mehr brauchte.
Das ist im Jahr 2045 passiert, als der letzte Baum im Regenwald gefallen war.

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Christina Gerlach-Schweitzer).
Der Beitrag wurde von Christina Gerlach-Schweitzer auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 19.05.2017. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Die Autorin:

Bücher unserer Autoren:

cover

Vom Glück, Großvater zu sein von Fritz Rubin



Spuren meines Lebens / verwehen nicht vergebens, / lieben und geliebt zu werden, / ist das Schönste hier auf Erden, / Spuren meines Lebens / verwehen nicht vergebens. Ich habe das Glück, Großvater zu sein, und dieses Glück genieße ich!

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (0)


Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Fabeln" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Christina Gerlach-Schweitzer

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Die Geschichte des Kaninchens Blue Bajou von Christina Gerlach-Schweitzer (Gesellschaftskritisches)
Der Fuchs und das Mädchen von Michael Haeser (Fabeln)
Menschen im Hotel III von Margit Farwig (Einfach so zum Lesen und Nachdenken)