Christina Gerlach-Schweitzer

Die Katze

Ein kleines  Kätzchen fand  ein rotes  Wollknäuel. Es begann damit zu spielen. Zuerst noch ziemlich plump und ungeschickt, dann immer flinker und schließlich erlangte es große Kunstfertigkeit darin, es hoch zu werfen, wieder auf zu fangen, es umher zu werfen, es zappeln zu lassen, herum zu schleudern, es zu fangen, es zu verstecken  und wieder zu finden. Alle die ihr zusahen lobten sie und sie erwarb sich ihren Lebensunterhalt durch das Vorführen von Kunststückchen mit dem Wollknäuel.

Als sie immer älter wurde und unbeweglicher, merkte sie, dass immer weniger Zuschauer kamen und sie musste ständig größere Anstrengungen unternehmen um das immer anspruchsvoller gewordene Publikum zufrieden zu stellen.

Eines Tages, als sie einen besonders feinsinnigen Trick das erste Mal vorführte, verhedderte sie sich in dem Fadennetz, verlor die Übersicht, geriet in Angst, zappelte und zerrte und verwickelte sich immer mehr in dem Fadengewirr und es gelang ihr nicht, sich daraus zu befreien.

Erst geriet sie in Panik, doch dann wurde sie ganz ruhig. Jemand aus dem Publikum half ihr, sich aus der misslichen Lage zu befreien. Die Katze  führte seitdem keine ihrer Kunststücke mehr vor und lebte von dem, was sie sich bis dahin verdient hatte. Sie wurde ruhig und  gemütlich, las sehr viel und sie war sehr erstaunt, dass viele Leute sie weiterhin gern besuchten.  Ja eigentlich mochten die meisten Leute sie mehr als je zuvor, denn sie hatte jetzt  für jeden viel Zeit, und konnte  sich mit  ihnen über viele interessante Dinge unterhalten.

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