Melina Nagel

Die harte Wahrheit

Eigentlich hatte ich gedacht, dass zwischen uns sei etwas besonderes. Wir hatten anfangs einen schwierigen Weg, doch als dass mit uns angefangen hat, schien alles so perfekt zu sein. Bis zu diesem einen Tag. Ich habe es geliebt, in deinen Armen zu liegen. Habe es geliebt, deine Lippen mit meinen zu berühren. Ich habe es geliebt, deinen Geruch zu um mich zu haben, dich in meine Arme zu schließen und einfach nur bei dir zu sein. Doch jetzt ist alles vorbei. Und dass ist auch besser so. Denn jetzt kenne ich deinen wahren Charakter. Ich kenne deine Spiele, die du spielst. Ich weiß, dass du einfach nur ein Arschloch bist. Einer, der es förmlich genießt mit anderen zu spielen. Die Gefühle anderer ausnutzt und dabei nicht mal ein kleines Fünkchen von schlechtem Gewissen verspürt. Du sagtest, du würdest mich nicht anlügen. Doch in Wahrheit war alles nur gelogen. Oder etwa nicht? Du meintest, du seist nicht so einer. Doch in Wahrheit bist du genau so einer. Hab ich recht? Du hast gesagt, dass du mich vermisst. Doch in Wahrheit hast du noch viele andere vermisst. Oder etwa nicht? Du meintest, ich sei etwas besonderes und die Eine. Doch in Wahrheit war ich nur eine von vielen. Oder irre ich mich? Ich könnte noch viele weitere Dinge aufzählen, doch ich lass es. Mach es nicht. Ich habe dir wirklich vertraut. Habe deinen Lügen geglaubt und gedacht, du würdest es ernst meinen. Du hast mir gesagt, dass du mich einfach nur toll finden würdest, dass du dich in mich verliebt hättest. Dabei hast du mich an diesem Abend zärtlich geküsst. Gott, wie ich deine Küsse geliebt habe, ich kann es nicht beschreiben. Wir haben uns an diesem Abend wieder in einer Disco getroffen. Ich war mit meinen Mädels da, du mit deinen Jungs. Du hast mich anfangs ignoriert. Ich habe mich neben dich an die Bar gestellt und deine Augen haben angefangen zu strahlen. Du hast mich fest in den Arm genommen, hast mir dabei gesagt wie sehr du mich verm! isst has t. Ich habe dir tief in die Augen geschaut. Habe dich gefragt, warum du dich dann so selten meldest. Du hast mich gar nicht mehr losgelassen und dabei jegliche Schuld von dir gewiesen. Also haben wir uns raus gesetzt. Du hast immer wiederholt, wie sehr du mich vermisst hast. Wie gerne du dich gemeldet hättest, dich aber nicht getraut hast. Du meintest, ich hätte mich auch nie gemeldet und das habe dich verunsichert. Ich habe an diesem Abend angefangen mir Vorwürfe zu machen, das hast du geschafft. Du sagtest, ich sei perfekt für dich. Alles an mir sei perfekt. Du würdest mich so mögen, würdest mega „auf mich stehen“. Du sagtest, du liebst alles an mir. Meine Augen, meine Brüste, meinen Po und meinen Charakter. Dann wolltest du mich wieder küssen. Und das vor all den Leuten. Ich konnte irgendwie nicht. Ich wollte nicht, dass uns die Leute sehen, dass Gerüchte entstehen oder dass wieder zu viel geredet wird. Also sind wir aus dem Club raus. Du hast meine Hand gehalten. Hast mich an dich hingezogen. Hast vorsichtig deine Hände um meine Hüften gelegt. Hast mich zärtlich geküsst. Alles hat sich so richtig angefühlt. Alles war so vertraut, und es kam mir so vor, als wäre es ein Film. Als würde ich dich schon ewig kennen. Gott, wie ich es geliebt habe dich zu küssen. Dich dabei im Arm zu halten und deine Lippen auf meinen zu spüren. Wenn ich daran zurück denke, bekomme ich immer noch weiche Knie. In diesen Momenten würde ich am liebsten alles zurückspulen, um den Augenblick zu wiederholen. Oder eben alles ungeschehen zu machen, was zwischen uns war, denn dieses Gefühl werde ich nie wieder haben. Da standen wir also, sind kaum von einander losgekommen, haben uns immer und immer wieder geküsst. „Ich habe mich in dich verliebt, Melina.“ Ich wusste nicht, wie ich darauf reagieren sollte. Ich hatte nicht den Mut, etwas auszusprechen oder diesen Satz zu erwidern. Denn wie of! t hatte ich davon geträumt? Also küsste ich dich einfach. immer leidenschaftlicher. Wir standen gemeinsam an einer Hauswand gelehnt. Deine Hand ist unter mein Tshirt gewandert. Es hat mir nichts ausgemacht, du hattest mich zu diesem Zeitpunkt ja bereits überall berührt. Du meintest, wir sollten zu dir gehen. Doch das ging nicht, denn ich war mit meinen Mädels da. Ich verneinte also. Dann hast du dich schlagartig geändert. Du wurdest böse, etwas aggressiv, hast gesagt dass du dann alleine gehen würdest und ich selbst schuld sei. Ich fragte dich, was dass soll und warum du jetzt so einen Aufstand machen würdest. Denn schließlich waren deine Freunde auch da . Ich sagte, dass wir doch hoch zu unseren Freunden gehen könnten. Doch du wolltest heim. Also hast du mich stehen lassen. In dieser dunklen Gasse an dieser Hauswand. Ich bin wieder zurück in die Disco, in der meine Freundinnen bereits auf mich warteten. Obwohl du dich komisch verhalten hattest habe ich mir dabei nicht viel gedacht. Ich dachte zu diesem Zeitpunkt, dass alles gut sei. Ich war glücklich. Sehr glücklich. Habe meinen Mädels natürlich alles erzählt. Sie freuten sich für mich. Wir standen gerade draußen auf der Veranda, als du auf einmal an uns vorbei gelaufen bist. Ohne mich eines Blickes zu würdigen. Das wunderte mich, doch ich dachte mir nichts dabei. In der Zwischenzeit bin ich mit meinen Mädels tanzen gegangen. Ich und Nicole sind rausgegangen, um eine Zigarette zu rauchen. Als ich nach links sah, habe ich dich gesehen. Du sahst genau an der selben Stelle, an der wir zuvor saßen. Ich habe dich gesehen. Habe gesehen, wie du das Gesicht eines anderen Mädchen an deines hingezogen hast. Wie deine Lippen ihre Lippen berührten. Als sei es das Normalste auf der Welt. Als hätten wir uns zuvor nicht geküsst. Als würden wir uns nicht kennen. Ich kann nicht beschreiben, was in diesem Moment in mir vor sich ging. Ich wollt! e einfac h nur fort gehen. Ich habe dich in diesem Moment so sehr gehasst. Hätte dir am liebsten alles an den Kopf geworfen. Doch ich hatte keine Kraft dazu. Du hast mir noch geschrieben dass du mich nicht verstehen würdest, dass wir weder zusammen seien, noch was am Laufen hätten weil ich ja nicht wollen würde. Danke. Als sei alles nichts wert gewesen, weil ich nicht mit dir geschlafen habe? Wie kann man nur so herzlos sein? So eiskalt? Ich weiß es nicht. Ich verstehe es nicht. Und ich will es auch nicht verstehen. Du bist für mich gestorben. Lass mich einfach in Ruhe. Fass mich nie wieder an. Sprich nicht mit mir. Am liebsten würde ich alles rückgängig machen. Am liebsten hätte ich dich nie kennengelernt. Ich habe zuvor nie begriffen, was Hass bedeutet. Jetzt kenne ich dieses Gefühl. Ich hasse hasse hasse dich. Dich und dein viel zu großes Ego. Ich muss zugeben, dass ich immer noch hoffe, dass du mir schreibst. Dass du es bereuen würdest. Dass du mich lieben würdest. Doch ich weiß, dass es besser ist wenn du das nicht tust. Denn du könntest mich nicht glücklich machen. Ich habe keinerlei Vertrauen zu dir. Ich habe nichts mehr für dich übrig, außer Hass weil du mir so wehgetan hast. Und das werde ich dich spüren lassen. Du wirst mich nie wieder anfassen, das schwöre ich dir. Ruf mich nicht an, schreib mir nicht, wage es ja nicht. Du bist das Allerletzte. Du bist einer der Personen, auf die ich viel zu viel gegeben habe. Mit der ich einfach nur wertvolle Zeit verschwendet habe. Alles war Verschwendung. Alles war umsonst.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 24.05.2017. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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