Cathryn Holister

Paulas Zwerge

Ein dumpfer Schlag, der von draußen kam, ließ Paula aufschrecken. Sie schaute auf die Uhr. Es war Viertel nach zehn. Viel zu spät! Dabei hatte sie doch den Wecker gestellt. Erschrocken von beidem, dem lauten Geräusch und der Tatsache verschlafen zu haben, schwang sie sich aus dem Bett. Sie ging zum Fenster und sah hinaus in den Garten, wo die Ursache des Lärms quasi unter ihr lag. 
Es hatte die Nacht zuvor stark gestürmt. Mehrere Blumenkübel waren weggefegt worden, lagen nun kreuz und quer im Garten verteilt und soeben war die Satellitenschüssel, die sich die Nacht über noch tapfer an einem letzten Stück Blech hängend auf dem Dach gehalten hatte, ins Rosenbeet gestürzt. 
,Da wird Jon bestimmt gleich ‘ne neue kaufen, technisch auf dem neusten Stand versteht sich’, vermutete sie und schlurfte gähnend ins Badezimmer. 
„Dusche bitte heiß!“, diktierte sie, sich aus ihrem Nachthemd pellend. Die Dusche sprang jedoch nicht sofort an, wie sie dies gewöhnlich tat. Sie stellte sich unter die Brause und wiederholte den Befehl - nun etwas deutlicher. 
„Dusche heiß!“ Das Wasser war eiskalt. Mit einem Schrei hüpfte Paula zurück. „Dusche aus!“ Vielleicht waren bei dem Sturm die Wasserleitungen beschädigt worden? Prüfend drehte sie den Warmwasserregler am Waschbecken auf, doch siehe da, es war warm. 
‚Na gut’, dachte Paula, ‚dann gibt es eben nur ‘ne Katzenwäsche.’
Fertig angezogen und zumindest halbwegs frisch marschierte sie die Treppe runter. Erst mal frühstücken, dann würde sie den Rest des Tages planen. Bevor sie dazu kam, wurde sie zunächst von Bill begrüßt, der fröhlich bellend auf sie zu gerannt kam. Bill, eine Mischung aus Dogge und Collie, sah aus wie ein zeltartig aufgetürmter schwanzwedelnder Flokati. 
„Na, mein Süßer musst du mal raus?“ Paula schloss Bill die Gartentür auf. Schnell in die Küche, eine Schale mit Müsli gefüllt, etwas Milch… Sie öffnete den Kühlschrank. Milch war alle. 
‚Seltsam, warum hat er denn keine bestellt?’, fragte sie sich, den Kühlschrank forschend betrachtend. Die Eier, von denen sie gestern Abend die letzten verbraucht hatte, waren ebenfalls nicht nachbestellt worden. Jetzt musste sie auch noch einkaufen! Bill war inzwischen wieder ins Haus gesprungen und hatte sich enttäuscht über den knappen Auslauf auf dem Wohnzimmerteppich ausgebreitet. 
„Heut Nachmittag gehen wir eine große Runde“, versprach sie ihm, „aber erst muss ich zusehen, dass ich meinen Haushalt in den Griff kriege.“ Sie überlegte sich, dass es effektiver wäre, während des Einkaufens schon mal den Staubsauger loszuschicken. Hastig stellte sie den PC an und holte den Sauger aus seiner Kammer. Beim Wählen des Programms musste sie immer überlegen und hatte sich als Hilfe einen Zettel auf das Gerät geklebt. 
„Programm 2, Stufe 1!“, befahl sie und der kleine Sauger huschte los.
Der PC war indessen hochgefahren. Jon hatte extra für sie die „benutzerfreundliche“ Oberfläche installiert. Dementsprechend begrüßte sie ein silberfarbenes Kästchen mit den Worten: „Was möchten Sie tun?“ 
„Einkaufen, bitte“, sagte Paula und der virtuelle Einkaufswagen wurde geöffnet. Dort konnte sie die verschiedenen Lebensmittel, die sie benötigte, anklicken. Eier, Milch und, weil sie gerade dabei war, ein paar Becher Vanillepudding, Joghurt, Aufschnitt, Diätsahne und gefrorene Erdbeeren. Sie klickte auf das Kassensymbol, aber prompt erschien ein rotes Kästchen auf dem Bildschirm: „Fehler in Modul 287:5000ZW. Ihr Rechner wird heruntergefahren.“ 
‚Das darf doch wohl alles nicht wahr sein!’, dachte sie verärgert und wurde dabei auf den Staubsauger aufmerksam, welcher sich beim Sofa angekommen nur noch im Kreis drehte. Ärgerlich sprang sie auf und schnappte sich das Gerät. Sie schaltete es aus und drehte es in alle möglichen Richtungen, um eventuell einen Widerstand oder sonstigen Fehler zu entdecken. Am Bauch des Apparats stieß sie auf eine kleine Klappe, die aber keinen Öffnungsmechanismus zu besitzen schien. Paula friemelte eine Weile daran herum, bis sie eine Aufschrift entdeckte, die besagte, dass „diese Klappe nur von technischem Fachpersonal (...)“ zu öffnen sei, da sonst erhebliche „Schäden am Gerät (...)“ verursacht werden würden. Entnervt ließ sie von dem Sauger ab. Lange Zeit zum Ärgern hatte sie nicht. Irgendwo war ein Pochen zu hören. Skeptisch betrat sie den Flur, aus dem das Geräusch zu kommen schien, von der Haustür, um genau zu sein. Es war unregelmäßig und wurde mal lauter, mal leiser, als sie jedoch näher kam, verstummte es.
Sie öffnete die Tür. Zuerst wollte sie diese auch gleich wieder zuschlagen, in der Vermutung Opfer eines Streichs der furchtbaren Blagen von nebenan geworden zu sein, denn es war nichts zu sehen. Ein Instinkt ließ sie dann aber doch die Lage gründlicher inspizieren und als ihr Blick in Richtung Schwelle glitt, musste sie erstmal ungläubig blinzeln.
Vor ihr auf der Fußmatte stand ein Männlein, nicht etwa in der Größe eines Kindes oder eines sehr kleinen Menschen, nein, es war vielleicht dreißig Zentimeter hoch, trug einen dunkelblauen Overall und eine rote Schirmmütze. Es hatte einen sehr langen Bart, der silbergrau schimmernd und manchmal vereinzelt aufleuchtend bis knapp über dem Boden hing.
‚Ein Gartenzwerg!’ oder ‚ein Spielzeug!’, hätte Paula fast gedacht, hätte es nicht seinen Kopf erhoben, sie verlegen angeblinzelt und „Guten Morgen!“ gesagt. Erschrocken wich sie ein Stück zurück. Der Zwerg verstand dies anscheinend als eine Geste, dass er eintreten solle und dementsprechend stand er auch schon in Paulas Flur.
Noch völlig perplex die nun leere Türschwelle betrachtend, hörte sie Bill, der schwanzwedelnd aus dem Wohnzimmer in den Flur hüpfte und dem seltsamen Gast entsprechend weniger zurückhaltend gegenüber trat.
Im nächsten Moment huschte ihr ein verängstigter Zwerg um die Füße, der mit wild umherwedelnden Armen vor Bill flüchtete. 
„Hilfe, bitte, Hilfe!“, rief der kleine Mann und fand schließlich ein geeignetes Versteck hinter dem edelstählernen Schirmständer, den Bill daraufhin versuchte, beleidigt winselnd, beiseitezuschieben.
Paula beschloss, diesem Treiben ein für alle Mal ein Ende zu setzen. Sie schob Bill sowie den Schirmständer zur Seite und packte das dahinter kauernde Männchen behutsam unter den Armen, um es auf der Kommode abzusetzen.
„Meine Mütze, meine Mütze!“, schrie es aufgeregt und Paula sah, dass Bill diese als einzigen Beuteerfolg noch in der Schnauze hatte. Sie sah den Hund strafend an und nach einem drei- oder vierfachen „Aus!“ und einem Klaps auf die Nase spuckte er die kleine Schirmmütze widerwillig auf den Boden.
Paula hob sie auf und streifte vorsichtig den Hundesabber ab, bevor sie sie ihrem rechtmäßigen Besitzer zurückreichte. Jener, immer noch leicht am Zittern, nahm sie stirnrunzelnd entgegen und murmelte etwas vor sich hin, was so klang wie: „Oh, oh, oh, oh, das ist vielleicht ein Tag. Oh, oh...“
Der impulsive Zusammenstoß war überstanden. Umso mehr Anlass bestand nun, sich erneut zu wundern, was das eigentlich war, dem sie soeben vermeintlicherweise das Leben gerettet und dessen Besitztümer sie verteidigt hatte. Sie sah den Zwerg verwundert an. Er murmelte noch eine Weile vor sich hin, blickte jedoch, sich der Beobachtung bewusst werdend, jäh zu ihr hoch. 
„Was denn?“, stieß er irritiert aus. 
„Was denn?!“, wiederholte Paula. „Das sollte ich wohl eher fragen. Da steht von einem Moment auf den anderen ein Wichtel vor meiner Tür, der einfach so in meine Wohnung spaziert und auch noch von meinem Hund gejagt wird....“ Sie glaubte im Grunde selber nicht, dass sie das gerade sagte. 
„Ich bin doch kein Wichtel!“, wurde sie empört unterbrochen. „Ich bin ein Zwerg!“ 
„Ach was?!“, entgegnete sie wiederum, unschlüssig, ob sie sich das vielleicht alles nur einbildete.
Falls es eine Einbildung war, war sie jedenfalls sehr hartnäckig. 
„Zwerge gibt es doch nur in Märchen und Sagen“, hörte sich Paula erwidern, als ob sie versuchen würde, einem ihrer Kinder ein Hirngespinst auszutreiben. „Und wenn es sie mal gab, dann sind sie längst ausgestorben.“ Sie und der Zwerg sahen sich ungläubig an. 
„Es hat nie wirklich solche Zwerge gegeben“, ergriff dieser wieder das Wort, „das waren nur Erfindungen in den Geschichten. Echte Zwerge existieren erst seit einigen Jahren oder auch schon Jahrzehnten (?) und die sind ebenfalls eine Erfindung.“ 
Paula schaute nun noch ungläubiger als zuvor. Der Zwerg zögerte ein bisschen, ehe er zu einer näheren Erläuterung ansetzte: „Zwerge sind eine Entwicklung der Menschen, um ihnen das Leben zu erleichtern.“ 
„Bist du eine Art Roboter?“, unterbrach ihn Paula und musterte ihn, um eventuelle Metallteile, Schrauben oder Schalter unter dem blauen Overall zu entdecken. 
„Aber nein“, entgegnete der Zwerg und fuhr in einem belehrenden Tonfall fort: „Wir sind genetisch erzeugte und mit Individualprozessoren ausgestattete Lebewesen, sogenannte Cyborgzwerge. Wir übernehmen Aufgaben, die für Maschinen zu aufwendig sind und für Menschen nicht zumutbar wären. Wir sind vielfältig einsetzbar in Lagerbetrieben, Büros und Kleinbetrieben zur Ordnung und Archivierung, Wartung und Massenproduktion, sowie in technisch anspruchsvollen Privathaushalten zum Betrieb computer-generierter Geräte.“
„Soll das heißen, in meinem Kühlschrank sitzt irgendwo ein Zwerg?“ 
„Ist es ein computergesteuerter Kühlschrank?“
„Ja, schon. Er bestellt von sich aus Lebensmittel, also per Internet.“
„Sehen Sie“, sagte der Zwerg mit einer gewissen Genugtuung. „Das macht nicht der Kühlschrank, sondern der Cyborgzwerg.“
Paula warf einen verdutzten Blick in Richtung Küche. Irgendwie fand sie den Gedanken unheimlich. Das Erste, was ihr jedoch spontan auf diese revolutionäre Erkenntnis einfiel, war: „Jetzt weiß ich auch, warum der Pudding immer so schnell alle ist!“ 
„Das kann ich mir nicht vorstellen“, dementierte der Zwerg sogleich. „Wir sind so konzipiert, dass wir uns hauptsächlich von Elektrosmog ernähren, wovon es heutzutage wirklich mehr als genug gibt. Dieses ganze menschliche Zeug können wir gar nicht verdauen. Das Einzige, was wir aus irgendeinem Grunde recht gut vertragen, ist Kaffee.“ Bei diesem Satz legte sich ein sehnsüchtiges Grinsen auf sein Gesicht. „Sie haben nicht zufällig eine Tasse da?“
„Ich könnte einen aufsetzen, in der Küche“, sagte Paula und dachte dabei: ‚Ich bin schon eine zuvorkommende Person, dass ich diesem seltsamen koffeingierigen Wesen, das genauso gut in meiner Dusche, meinem Staubsauger oder meinem Wecker sitzen könnte, einen Kaffee anbiete.’ 
Sie hob den Zwerg von der Kommode, nicht ohne vorher zu schauen, ob nicht Bill sich gerade in der Nähe aufhielt, und setzte ihn auf den Boden. Das Männlein trippelte hinter ihr her in die Küche, wo es sich sogleich interessiert umsah. 
„Ah ja, aha, ich seh’ schon“, fing es an, „ein Freeze Z 3000, der gute Ceran elegance  und die Ecowave 500, alle zwerggesteuert.“
Die Kaffeedose in der Hand, musterte Paula skeptisch den Kühlschrank, den Herd und die Mikrowelle, auf die sich der Zwerg offensichtlich bezogen hatte. Ihr Blick fiel auf die Kaffeemaschine. 
„Ist da auch ein Zwerg drin?“, murmelte sie irritiert. 
„Ist die mit automatischer Dosiervorrichtung und Wasserreservoir?“
Paula überlegte. Mit diesen genauen technischen Bezeichnungen hatte sie sich nie auseinandergesetzt. Hauptsache, das Ding funktionierte und jemand erklärte ihr, wie man es bedienen musste. 
„Ich glaube nicht“, erwiderte sie unschlüssig.
„Dann ist wahrscheinlich auch kein Zwerg integriert.“ 
Der Zwerg hatte sich inzwischen auf einen Küchenstuhl gehievt. Etwas beruhigter fuhr Paula mit der Kaffeezubereitung fort. Sie schaltete das Gerät ein und setzte sich an den Küchentisch gegenüber, während er versuchte, sich von der Sitzfläche aus an der Tischkante hochzuziehen. Mit einigem Kraftaufwand schaffte er es, lief auf der Tischplatte umher und platzierte sich schließlich nahe der Obstschale in freudiger Erwartung auf den baldigen Kaffeegenuss.  
„Wie soll so ein Zwerg auch in eine Kaffeemaschine passen?“, fiel Paula noch einen weiterer Punkt ein. 
Wieder war  der Zwerg bestens im Bilde.
„Es gibt uns natürlich in verschiedenen Größen. Eine Kaffeemaschine braucht ja keinen hochentwickelten Zwerg, da reicht schon ein Pentiummännchen, wie wir diese Typen scherzhaft bezeichnen.“
Paula überlegte.
„Tja, das ist ja alles gut und schön, aber ganz ausgereift scheint ihr Zwerge ja nicht zu sein“, brachte sie nach einer Weile vor. „Wenn ich überlege, dass mir heute einige von euch ihren Dienst versagt haben.“ 
Der Zwerg runzelte die Stirn und nickte. 
„Hmm, das kann ich mir vorstellen. Aber lassen sie sich versichert sein, dass dies mit keiner Fahrlässigkeit von Seiten der Zwerge zu tun hat, denn unter normalen Einflüssen kennt ein Zwerg weder Müdigkeit noch Überdruss. Wir verrichten bereitwillig unsere Arbeit, ohne diese jemals zu vernachlässigen oder gar zu verlassen.“
Fragend und mitleidig zugleich blickte Paula ihn an. Wie konnte man nur mit einem Leben zufrieden sein, in dem man eingeschlossen in dunklen Kammern oder gar engen Elektrogeräten pausenlos damit beschäftigt war, auf Abruf ständig gleiche Handgriffe auszuführen? Waren die Zwerge überhaupt zufrieden oder kannten sie einfach nichts anderes? Und wenn sie doch so zuverlässig waren und nie ihre Arbeit verließen, was machte dieser Zwerg dann hier auf ihrem Küchentisch?
Als hätte dieser ihren Gedanken erfasst, ergriff er erneut das Wort: „Doch irgendwas ist heute schiefgegangen. Eigentlich sollte ich heute einen neuen Arbeitsplatz im Zentralrechner einer Softwarefirma antreten und stattdessen bin ich hier gelandet!“ 
Kaum hatte er dies ausgesprochen, war plötzlich eine Unruhe zu spüren, und zwar in Form eines Summens, Rauschens, Piepens und Flüsterns, das offenkundig von draußen kam.
Mit einem mulmigen Gefühl im Magen stand Paula auf und ging zum Küchenfenster, das zum Garten ausgerichtet war. Draußen, in ihrem Garten, rund um die unglücklich im Rosenbeet liegende Satellitenschüssel, waren Zwerge versammelt, dutzende, wenn nicht hunderte in verschiedenen Größen, so wie der Zwerg es beschrieben hatte: von stuhlbeinhoch über bleistiftgroß bis zu ganz Kleinen, die gerade mal der Größe einer Batterie entsprachen. Dieser Haufen tummelte sich nun ungeregelt durcheinander, bildete einzelne Klumpen, Stapel und Reihen, die sich wieder auflösten und neu formierten und außerdem ständig zu wachsen schienen.
„Kommen die aus dem Nichts, oder was?“, rief Paula entsetzt, an das Chaos denkend, welches diese Kreaturen wohl in ihrem Garten zurücklassen würden. 
„Nein“, meinte der Zwerg, der ebenfalls etwas unruhig wurde, „die wurden wahrscheinlich gefaxt.“
„Gefaxt?“ Paula blickte konsterniert aus dem Fenster. Die Zwerge schienen in der Tat alle aus derselben Richtung zu kommen: dem Rosenbeet. Dies hatte auch der Zwerg auf ihrem Küchentisch bemerkt, sodass er gleich erklärend fortfuhr: „Nun, so werden Zwerge halt verschickt. Sie können sich vorstellen, dass das nicht in Containern oder per LKW funktioniert. Dass es uns gibt, soll ja auch eigentlich kein Normalverbraucher wissen, das würde den Verkauf, zwergenbetriebener Geräte nicht gerade fördern. Also wird gefaxt, per Satellit wird der Zwerg übertragen, auf einer besonderen Frequenz versteht sich, sonst könnte ja jeder Zwerge empfangen...“
Das Piepen der Kaffeemaschine unterbrach den Zwerg in seinen Ausführungen über das Zwergenfaxen. Paula hatte den Kaffee schon ganz vergessen. Ihre kaputte Satellitenschüssel war also auf Zwergenfrequenz geschaltet. Das irritierte ihre Haushaltszwerge und zog sämtliche Zwergensendungen aus der Umgebung in ihren Garten! 
Geistesabwesend griff sie die Kanne aus der Maschine und holte eine Tasse aus dem Schrank. Nach kurzer Überlegung stellte sie diese allerdings wieder zurück, da sie für den Zwerg ja viel zu groß war. Letztendlich kramte sie eine Espressotasse aus einer Ecke und füllte sie mit Kaffee. Der Zwerg nahm sie freudestrahlend entgegen und sogleich einen ordentlichen Schluck.
In der Zwischenzeit hatte Paula einen Geistesblitz. Sie eilte ins Wohnzimmer und zog den Stecker des Receivers aus der Steckdose. Sofort lief sie zum Fenster, in der Erwartung, dass jene wohlgeplante Maßnahme zu einem jähen Ende des Spuks geführt haben könnte und die Zwerge nun verschwunden wären.
Doch die Zwerge waren noch da. Die wuselige Schar bevölkerte ihren Garten mittlerweile in Form eines Knäuels, das sich vom Rosenbeet über den Rasen bis zur Buchsbaumhecke ausbreitete. Immerhin schienen es nicht mehr zu werden.

„Was mach ich jetzt bloß mit den ganzen Zwergen?“, murmelte Paula vor sich hin. „Die können doch nicht im Garten bleiben und schon gar nicht hier im Haus.“ Aus irgendeinem Grund kam ihr der Gedanke, dass ja eigentlich genug Platz da wäre, wenn Jon nicht ständig alles mit alten Zeitschriften vollstopfen würde. Aber mit Schubladen voller Zwerge konnte sie genauso wenig anfangen.
„Ich hab nachgedacht“, hörte sie den Zwerg aus der Küche rufen. Sie zögerte kurz, setzte sich aber dann wieder an den Tisch, auf dem er, immer noch fröhlich seinen Kaffee schlürfend, an der Obstschale lehnte.
„Wissen Sie“, fuhr er fort, „möglicherweise sind wir Zwerge, die wir hier gelandet sind, die glücklichsten Zwerge der Welt, da wir nun die Chance haben, uns frei zu entscheiden, was wir tun wollen.“
„Dann solltet ihr euch bald entscheiden und möglichst für etwas, das euch aus meinem Garten wegführt!“
„Vielleicht sollte ich mal mit den anderen reden.“ Der Zwerg machte einen entschlossenen Gesichtsausdruck und sprang von der Obstschale auf, sah sich aber gleich darauf mit der Höhe der Tischkante konfrontiert. Bevor er darum bitten musste, hatte sich Paula ihn geschnappt und trug ihn zum Küchenfenster.
Vorsichtig setzte sie den Zwerg auf der Fensterbank ab. Unter den Zwergen im Garten wurde es sofort unruhig. Ein neugieriges Tuscheln folgte einer jähen Stille. Winzige Köpfe reckten sich in Richtung Fenster, während diejenigen, die irgendwo vergraben waren, versuchten, sich nach oben zu kämpfen. Gruppen von kleineren Zwergen probierten unterdessen, sich so zu stapeln, dass wenigstens einer von ihnen etwas sehen konnte.
„Wundern Sie sich nicht“, erklärte der Zwerg auf der Fensterbank, „wenn ich in einer Ihnen nicht verständlichen Sprache, nämlich unserer Programmiersprache rede. Nur so kann ich sicher sein, dass mich alle hier verstehen.“ Paula nickte, ohne ihm richtig zugehört zu haben, und der Zwerg begann daraufhin mit seiner Rede.
Diese sogenannte Programmiersprache bestand hauptsächlich aus vereinzelten Pfeiftönen und Klacklauten, ähnlich denen eines alten Modems, das Paula noch aus ihrer Kindheit kannte. Die Zwerge schienen jedenfalls beeindruckt zu sein, sodass es im Garten bald sehr ruhig wurde. Nach ungefähr fünf Minuten endetet die Ansprache des Zwergs und es kam zu einer Diskussion. Paula beschloss, sich abwartenderweise in die Küche zu setzen und am besten eine zu rauchen, um sich von der lästigen Geräuschkulisse abzulenken. Die Besprechung der Zwerge dauerte etwa drei Zigarettenlängen, in der sie sich fragte, ob nicht die Nachbarn von den Geräuschen etwas mitbekommen haben dürften. Überhaupt war so ein Haufen Zwerge im Garten ja eigentlich nicht zu übersehen. Kurz bevor sie jedoch in eine jähe Panik ob ihrer nachbarschaftlichen Beziehungen verfallen konnte, drehte sich der Zwerg am Fenster zu ihr um. „Nun, wir haben uns entschieden“, sprach er auch gleich mit feierlicher Stimme. „Ein Drittel von uns möchte an den für sie vorgesehenen Arbeitsplatz, das betrifft wohl die Pentiummännchen, schätze ich. Wir anderen aber haben uns entschlossen, Urlaub zu machen, das heißt, soweit unsere Definitionen das Wort ‚Urlaub’ richtig erfassen, und zwar entweder in Australien oder Island.“
„Das ist ja toll“, entgegnete Paula mit einem mittlerweile resignativen Tonfall. „Denn mal los.“
„Naja, so einfach ist das jetzt nicht. Wir bräuchten schon Ihre Hilfe. Besitzen sie zufällig ein Faxgerät?“
Tatsächlich hatte Jon vor gerade mal zwei Wochen ein nagelneues 3D-Faxgerät günstig erworben, obwohl sie im Prinzip nie eins benötigt hatten. Jedenfalls war es technisch auf dem neusten Stand, vermutlich zwergbetrieben und somit nach Ausschalten des mutmaßlichen Störfaktors voll funktionstüchtig.
Während die Zwerge draußen warteten, kramte sie es aus einem Schrank im Wohnzimmer. Es war noch verpackt. Sie zog es behutsam aus seinem Karton, dann aus der Styropor- und der Plastikhülle und stellte es auf den kleinen Tisch, neben das Telefon.
„Ich hab aber keine Ahnung, wie ich das Ding in Betrieb setze!“, rief sie in Richtung Küche und wartete einen kurzen Moment auf die herbeieilende Hilfe, wie sie es sonst von Jon kannte, bis ihr einfiel, dass der Zwerg sich ja immer noch auf der Fensterbank befand. Sie eilte in die Küche. 
„Sie müssen mich schon mitnehmen“, kam es etwas beleidigt vom Fenster. „Und vielleicht sollten sie die anderen auch rein lassen, aber vorher bitte dieses Untier wegsperren!“
Die Situation begann nun wirklich, sie zu stressen. Sie setzte den Zwerg auf das Faxgerät, rief nach Bill, der freudig wedelnd angerannt kam, nur um sich wenig später im Flur vor verschlossener Tür wiederzufinden.
Zurück im Wohnzimmer blickte sie durch die Terrassentür auf die Zwergenhorde dahinter. Die sollte sie nun in ihr halbgesäubertes Wohnzimmer lassen? 
„Die sollen mir hier bloß kein Chaos veranstalten!“, mahnte sie nochmals mit Nachdruck und öffnete langsam die Terrassentür.
Wider Erwarten trippelte nun ein Zwerg nach dem anderen wohlgesittet, wenn auch vorsichtig und sich erstaunt umsehend, ins Zimmer. Das Knäuel aus dem Garten wurde allmählich zu einer Ebene von Zwergen in ihrer Stube.
Der Zwerg am Faxgerät, der sich inzwischen mit dem Zwerg im Faxgerät besprochen hatte, schien mittlerweile über dessen Funktionsweise aufgeklärt zu sein und hämmerte auf einigen Knöpfen herum.
„So“, sagte er, „der Erste möge vortreten!“ Er wiederholte sich noch einmal klacken- und piependerweise in der Zwergenprogrammiersprache. Paula stellte nebenbei fest, dass sie komplett von Zwergen eingekreist war, von denen einige besorgt an ihr hinauf blickten. Ihre Bärte leuchteten in verschiedenen Farben, als wenn kleine Weihnachtsbaumlichterketten in sie eingeflochten wären. Ein rotleuchtender Zwerg sprang zu dem Zwerg am Fax. Der kleine (er war etwa halb so groß wie Paulas Zwerg) tippte ungestüm eine Nummer ein und legte sich unter die Faxklappe. Der Zwerg draußen drückte einen Knopf, der Scanner fuhr rot und blau leuchtend seine Strecke ab und der Zwerg unter der Klappe war verschwunden. Alles in allem hatte die ganze Aktion vielleicht fünf Sekunden gedauert. 
‚Unglaublich, was diese Geräte heutzutage alles können beziehungsweise… diese Zwerge’, sinnierte Paula, der das Ganze höchst mysteriös vorkam. Schon war auch der nächste Zwerg aufs Fax gesprungen und verschwunden… und der nächste und noch einer und ein fünfter, sechster, siebter, bis sie irgendwann aufhörte zu zählen. Zufrieden stellte sie fest, dass sich ihr Wohnzimmer bestimmt schon um ein Viertel geleert hatte. Sie jedoch war immer noch von Zwergen umkreist, die auf ihre Abreise warteten. 
Plötzlich klingelte es an der Tür und Paula schreckte auf. Sie hatte keine Ahnung, ob die Zwerge an ihren Füßen wussten, was eine Türklingel war, sie wirkten lediglich etwas irritiert. ‚Na gut’, dachte sie, ‚dann bin ich eben nicht da.’ Unruhig trat sie von einem Fuß auf den anderen. Es klingelte noch mal. Und noch mal. Nun hielt sie es nicht mehr aus. Sie drehte sich auf der Stelle und schob vorsichtig einen Fuß keilartig nach vorne. Endlich schienen die Zwerge ihr Anliegen verstanden zu haben und begannen eine Gasse zu bilden, indem sie erneut anfingen, sich zu stapeln. Während Paula behutsam durch den schmalen Gang balancierte, der ihr von ihrem Wohnzimmer geblieben war, klingelte es noch zweimal. An der Wohnzimmertür angekommen, ergriff sie schließlich die Hektik. 
„Ja, ja ich komm‘ ja schon“, rief sie gestresst in den Flur derweil sie, Bill zurückschiebend, die Tür hinter sich schloss. Wieder klingelte es. 
„Ja, doch!“ 
Bill sprang nun jaulend vor der Haustür auf und ab. Sie griff ihn am Halsband und öffnete. Vor ihr standen zwei Herren. Sie trugen dunkelgrüne Jacken, auf die ein ihr unbekanntes Logo übergroß auf der Brusttasche aufgenäht war.
„Guten Tag“, begann der wichtiger aussehende von beiden, „Wir kommen von der Firma Cyborgcontroll und wir haben festgestellt, dass...“ An dieser Stelle stutzte er und schien zu überlegen, wie er genau fortfahren sollte. „Wir haben festgestellt, dass von uns übertragene Daten nicht korrekt versendet worden sind. Vielmehr wurden diese durch einen Störfaktor unterbrochen und dieser wurde von unseren Dedektoren in diesem Haus ermittelt.“ 
‚Wenn Sie die Zwerge meinen, die tummeln sich im Wohnzimmer’, wäre es fast aus Paula herausgesprudelt, aber im letzten Moment fiel ihr ein, dass sich ja einige der Zwerge entschlossen hatten, endlich mal Urlaub zu machen und die Übrigen sich ja sowieso gerade an ihre rechtmäßigen Empfänger faxten. Also stellte sie sich dumm. 
„Wovon reden Sie bitte? Was für Daten? Bei mir, das kann ich mir nicht vorstellen.“
„Bei den Daten handelt es sich nicht um gewöhnliche Daten, wissen Sie“, startete der erste der Männer einen zweiten Versuch. 
„Es handelt sich um Zwerge“, fügte der Hintere erklärend hinzu, wurde aber sofort mit einem strafenden Blick bedacht und verstummte daraufhin.
Paula ergriff das Wort. „Zwerge? Soll das ein Witz sein?“
„Nun ja, sie scheinen immerhin irrtümlicherweise hierher gesandt worden zu sein“, entgegnete der Erste verlegen.
„Wenn mir die Post heute einen Karton Zwerge vor die Haustür gestellt hätte, dann wüsste ich das sicherlich.“ Paula war selbst erstaunt, wie gut sie die Überraschte mimte und fast zweifelte sie selber an dem, was sich den Vormittag über in ihrer Wohnung abgespielt hatte. Ihr Auftritt schien jedenfalls zu wirken, denn die Männer an der Tür wirkten zunehmend verunsichert.
„Äh, eigentlich werden Zwerge nicht per Post verschickt“, bemerkte der hintere Mann. Auch diesmal wurde er von seinem Kollegen mit einem bösen Blick gestraft. Bevor dieser nun wieder loslegen konnte, fuhr ihm Paula dazwischen. „Nun, das reicht jetzt. Es war sehr amüsant mit Ihnen zu plaudern, aber ich muss jetzt wirklich...“ 
Ein strahlend helles Licht, das unter der Wohnzimmertür hervorblitzte, unterbrach sie. Sie erschrak und ließ dabei Bill los, der sich sofort auf den hinteren der beiden Männer stürzte und sich an dessen Hosenbein zu schaffen machte. Der Vordere hatte indes neue Entschlossenheit geschöpft und machte, seinen verzweifelt kämpfenden Kollegen ignorierend, einen Schritt auf Paula zu.
„Aha, was war denn das im Wohnzimmer?“ Forschend warf er einen Blick auf die eben noch erleuchtete Tür. Paula versuchte, ihm die Sicht zu versperren und zu verhindern, dass er im nächsten Moment ganz in ihrem Flur stand. Sie pfiff nach Bill um vom Thema abzulenken. „Bill! Lässt du wohl den Herrn los! Bill!“ 
Nach einigen Rufen besann sich Bill schließlich und ließ von dem Hosenbein ab, obwohl sich Paula das jetzt am wenigsten gewünscht hätte. Denn nun trat auch der zweite Herr wieder neu ermutigt hinter den anderen. 
„Und warum haben Sie eben so lange gebraucht, die Tür zu öffnen?“, fragte er sogleich. 
„Ich war im Garten“, konterte Paula, doch der erste Herr sah sie ungläubig an. 
„Um diese Jahreszeit? Und das Phänomen aus Ihrem Wohnzimmer haben Sie uns auch noch nicht erklärt.“Kaum hatte er den Satz beendet, machte sich das Phänomen erneut bemerkbar; ein weiterer heller Strahl durchflutete den schmalen Spalt unter der Tür. Jetzt schoben sich die beiden Männer endgültig an Paula vorbei und hasteten in Richtung Wohnzimmer. 
„Keine Zwerge, wie?“, sprach der erste triumphierend, während er den Türdrücker senkte. Paula versuchte fieberhaft, sich etwas zu überlegen, bevor er die Tür öffnen würde, aber es fiel ihr nichts ein. Die Tür schwang auf und die Herren sprangen geradezu in das Wohnzimmer. 
Es war leer. 
Paula huschte hinter den beiden ins Zimmer und blickte nicht weniger erstaunt durch den Raum. Das Faxgerät stand noch immer auf dem Beistelltisch neben dem Telefon, jedoch völlig inaktiv, als wäre es noch nie benutzt worden. 
„Das ist ja unglaublich!“, rutschte es ihr heraus, woraufhin sich die Herren sofort zu ihr umdrehten.
 „Vielleicht würden Sie uns erklären, was Sie so unglaublich finden, wenn es sich nicht zufälligerweise um das Verbleiben von einer ganzen Menge an Zwergen handelt?“ 
„Nein, nein, ich...“ Paula grübelte noch, was sie sagen sollte, als das Klingeln eines Handys sie unterbrach. Es gehörte einem der Männer, die beide wie auf Kommando in ihre grünen Jacken griffen. Der Wichtigere meldete sich.
„Ja, bitte?“ Seine eben noch forsche Verhörstimme wich einer gewissen Ernüchterung.  „Ok, dann hat sich das ja erledigt“, schloss er das Gespräch ab. Eine Weile starrte er noch nachdenklich umher und wandte sich schließlich zum Gehen. 
„Kommen Sie!“, winkte er seinem Kollegen zu. „Das Problem hat sich geklärt.  Die Daten erreichen nun anscheinend nach und nach ihren Bestimmungsort. War wohl nur eine Verzögerung in der Übertragung.“ Wie nach einem verlorenen Spiel schritt er langsam zur Haustür, sein Kollege eilte hinter ihm her. 
„Und was ist mit dem Licht?“, hielt dieser ihn an. Kurz vor der Tür angekommen drehten sich beide nochmals zu Paula um. 
„Das? Das war unser neues Faxgerät. Ich wollte es gerade anschließen, als Sie...“ Endlich war ihr etwas eingefallen, obwohl es die Herren nur zur Hälfte mitbekamen. 
„Ja, ja, Frauen und Technik“, hörte sie noch, bevor die Tür mit einem Ruck von außen zugezogen wurde.

Jon kam an diesem Abend pünktlich, was Paula ein wenig wunderte, obwohl sie mittlerweile nichts mehr so leicht erstaunte. Sie aßen zu Abend und wie üblich erzählte er von seinem stressigen Tag in der Firma, wo sie eigentlich neue Rechner hatten bekommen sollen, was sich aber seltsamerweise verzögert hatte und jetzt sei mal wieder Chaos ausgebrochen.
„Und jetzt müssen wir noch den blöden Satelliten reparieren lassen, wer weiß wahrscheinlich brauchen wir auch einen neuen. Es gibt ja inzwischen solche mit integrierten Antistörungsregler und multifunktionaler Senderwahl.“ 
Paula wusste zwar nicht, wozu das alles gut sein sollte, aber insgeheim dachte sie sich: ‚Da ist dann auch wieder ein Zwerg mit drin’ und musste ob dieses Wissens ein wenig grinsen.
Jemand klingelte und Jon stand auf und ging zur Tür. Sie lauschte auf, um mitzubekommen, wer es wohl war, der jetzt noch etwas wollte, ohne einzutreten, aber sie bekam von hier aus nichts mit. Dafür schien eine feine Stimme unter dem Tisch herzukommen. „Entschuldigen Sie...“ Es war der Zwerg. Er hatte seine rote Kappe abgenommen, als wolle er sich vorstellen oder verabschieden.
„Wo waren denn plötzlich alle hin?“, flüsterte Paula hastig. „Nun, nachdem unsere Pentiummännchen alle weg waren, haben wir nur noch in Gruppen gefaxt. Wir haben nämlich auch gemerkt, dass es schneller gehen musste. Leider hat es das Faxgerät überlastet und deshalb bin ich noch hier, na ja, bis der Zwerg drin es repariert hat.“ 
„Sind die jetzt wirklich alle in Australien?“ 
„Ja, oder Island, wie gesagt. Ich wollte mich jedenfalls noch mal bedanken, für ihre Unterstützung.“ Der Zwerg streckte ihr seine winzige Hand entgegen. Paula reichte ihm gerührt zwei Finger. 
„Ja. Ich danke euch auch....“ 
Der Zwerg setzte seine Mütze wieder auf, winkte und huschte ins Wohnzimmer.
Nun bekam sie doch noch etwas von den Geschehnissen an der Haustür mit, denn Jons Stimme schallte lautstark durch den Flur. 
„...Zwerge, das soll wohl ein Witz sein?! Vom Satelliten abgefangen, der als Schrotthaufen im Garten liegt? Ich rate Ihnen, jetzt möglichst schnell mein Grundstück zu verlassen, und sollten Sie mich oder meine Frau noch einmal mit Ihren idiotischen Sciencefictionmärchen belästigen, dann lass ich Sie einweisen!“
Ärgerlich stapfte Jon, der sonst eigentlich ein sehr gutmütiger Mensch war, zurück in die Küche. 
„Mann, was für ein Irrer“, sagte er zu Paula, „wollte mir was von Zwergen erzählen, die per Satellit in unserem Haus landen würden.“ 
„Ach was?!“
Sie beschloss, Jon nichts zu erzählen und einfach ganz normal weiterzuleben. Nur eben in der Gewissheit, dass in manchen Dingen eben immer ein Zwerg versteckt ist, der darauf achtet, dass alles richtig funktioniert. Und manchmal, wenn niemand hinsieht, würde sie beim Kühlschrank oder beim Herd oder beim Fernseher einen kleinen Becher Kaffee neben die Geräteklappe stellen und am nächsten Tag den leeren Becher wohlwollend lächelnd wieder mitnehmen. 
,So ein Zwerg braucht eben auch manchmal etwas Zuwendung’, dachte sie und half Jon beim Tisch abräumen.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 26.05.2017. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Inmitten der Gesellschaft: Gedichte und Texte von Max Vödisch



Bei meinen Gedichten handelt es sich größtenteils um gesellschaftskritische und zeitlose Lyrik.
Bürgerliche Vorurteile und Verhaltensmuster, eigene Erfahrungen, Wünsche, Träume Zweifel, Niederlagen, Sehsüchte und Ängste, sowie die Suche nach Frieden, Glück, Gerechtigkeit und Zufriedenheit charakterisieren die Texte dieses Buches.

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