Inge Hoppe-Grabinger

Der Feldblumenstrauß

In der Markthalle in der Bergmannstraße kommt man immer zuerst an einem
Blumenstand vorbei: noch nie habe ich so üppige Pfingstrosen gesehen,
noch nie so voll erblühte afrikanische Rosen, noch nie so bunt gezüchtete
riesige Löwenmäulchen. Und dann steht da der Feldblumenstrauß,
verführerisch, die Blüten von Kornblumen, Mohnblumen und Hundskamille
eher klein, ein  ganz gewöhnlicher Strauß, aber ungewöhnlich teuer.
So  sieht also etwas aus,dessen Wert hier geschätzt wird!
Ich begebe mich vorsichtshalber in meine Meditationsecke:  an den
italienischen Stand, wo  es einen wunderbar kühlen Weißwein gibt mit
Blick auf hundert hockende Leute, die die Abendstimmung mit funkelndem
Wein genießen, mit Blick auf hundert Seifenblasen, deren Herstellung erst
gelernt werden muss, wobei das Pusten, je nach dem, in unregelmäßigen
Abständen von Erfolg gekrönt ist oder auch nicht.  Gegenüber sehe ich
den Antiquar mit seinen Bücherkisten und ich weiß, dort finde ich immer
was, vor allem in der russischen Kiste.
Lange bleibe ich bei meinem Wein und koste ihn aus, bis zum letzten kühlen
Tropfen.
Dann stürze ich mich auf die russische Kiste und bleibe hängen bei Kluges
"Stalingrad", Tolstois  "Russischen Geschichten" und Gogols Biographie.
Ich ziehe Bilanz:  Meine drei Bücher und der wunderbare Wein haben genau
so viel gekostet wie der Feldblumenstrauß, inklusive Trinkgeld.
In drei Tagen pflücke ich mir  meinen eigenen Feldblumenstrauß,  ganz ähnlich,
nur viel schöner, größer und bunter!!!

3l. Mai 2o17

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