Meike Schrut

Zeilen zu deinem 25.Geburtstag

Ich denke an diesem 26.6.2017 sehr an meinen "kleinen" Sohn Martin, geboren 1992..Also: so klein ist er ja nicht mehr, kommt mir aber so vor!
Schon den 18.Geburtstag "feierte" er auf absonderliche Art und Weise. Nachdem er von 2003 bis 2010 eben nicht bei mir leben wollte (anders möchte ich es heute nicht mehr nennen), er wird seine Gründe gehabt haben, zog es ihn am 26.6.2010 zur OMA, da ja Frauen stets die Hausarbeit tun müssen, das hatte er von IHR gelernt, oder war das vom Vater?
Ich bekam die unfrohe Kunde ungefähr am 28.6.2010, als ich nachsehen wollte, ob Mitarbeiter des IB nun mit meinem Sohn dabei wären, ihm zu helfen, endlich eine eigene Mitewohnung zu beziehen, weit gefehlt...
Was blieb mir übrig, nachdem ich natürlich nicht eingeladen war zum 18.Geburtstag? Mit meinem Freund kaufte ich etwas Trinkbares und stieß trotzdem auf ein großes Kind an!
Gibt Situationen, die kann man nicht vergessen, wenn man trotz alledem Mutter gelieben ist. So wunderlich sich das besonders 1993 anfühlte, als ich mit Kind allein war, meine Eltern waren die einzigen Menschen, die mir damals sehr halfen. Nicht nur deshalb sagte ich auch heute (wenn es auch der Stralsunder Zentralfriedhof war, wo sie nicht sind..) "Ruhet auf ewig in Frieden!"
Heute habe ich so meine ganz eigene Art, um mit Traurigkeit fertig zu werden: Spaziergänge über Friedhöfe, ich schaue da auch nach Gräbern von Kindern, bin froh,dass mein Sohn nun schon 25 geworden ist, ich denke nicht, das er tot ist, sich deshalb nicht meldet.
Als ich einst 25 Jahre jung wurde, war das auch für mich nichts Besonderes.Ich hatte meine Arbeit, wenig Freunde und es gab Träume!
Eigentlich wollte ich Gedichtzeilen erfinden, aber mir fehlten auf dem Spaziergang hin zum Friedhof die richtigen Worte. "Wind, der mit den Ästen spielt, Katze, die sich auf dem Rasen aalt.." Na, ich bin da nicht in Stimmung für.
Ich hielt einem Radfahrer freundlicherweise die Tür auf, die zum Friedhof führt, bedachte die Grabstätten von verschiedenen Leuten mit Blumen, die nicht vergehen können. Mir tun echte Blümchen leid,wie sie da so unfroh vor sich hin gammeln. Daher kaufe ich auch für den Friedhof keine!
Ich habe mein Tun, auch an diesem Tag, der eben und leider für mich kein besonderer Tag mehr sein kann, wo ja mein Sohn seit ca. 1 Jahr nichts mehr von sich hören ließ. Seinen Vorwurf weiß ich noch:"Du bist ja nicht auf Facebook!" Ich bin jetzt zwar drin, aber schreibe da meistens nur mit einer sonst sehr realen Freundin. Auf welchen sozialen Netzwerken treffe ich denn auf meinen Sohn, wieso sollte das so wichtig sein? Gibt auch Briefkästen usw., aber Leute gibt es, die wissen mit Stift,Papier und Briefmarke nichts mehr anzufangen, verlernen den Umgang mit Menschen auch auf diese Art!
Dieses Schweigen seit etwas mehr als einem Jahr... Hat evtl.mit dem Tod einer mir egal gewordenen Person zu tun: die sich Oma meines Sohnes nannte, ich weiß nur von einer richtigen Oma: das war für meinen Sohn meine Mutter!
Und meine Mutsch (so nannte ich sie) lebte nur bis 1994, Martin war 2 Jahre, ahnte nicht, dass er Besuch machte bei einer sterbenden Großmutter, die ihn sehr liebte.
Die andere Frau, Mutter meines Expartners, lebte also bis irgendwann 2016, hätte das gern genau gewusst, aber was nicht ist, ist nicht!
Ich sah sie noch ein letztes Mal lebend am 5.6.2016. Ja, ich gebe es zu: ich versprach ihr, sie bald wieder zu besuchen, ich verachtete sie aus ganzem Herzen, vergaß es!
In den Monaten danach: sie starb an irgendeinem Tag. Ich wundere mich nur mäßig, wie man als Sohn vergessen kann, in der Todesinfo, nein es war ja nur noch der DANK für das Beileid (es gab eine Trauerfeier, wo mein Freund und ich natürlich nicht eingeladen waren! Ich kannte sie zwar, aber auch mein Freund hatte an sie nur ärgerliche Erinnerungen, kein Bedarf an Tränen am Grab!) anzugeben, von wann bis wann die eigene Mutter lebte! Evtl.war es kein aus Versehen?
Ich schaute im Internet 2016 nach, ob sie evtl.noch leben könnte, mag sich makaber lesen, aber ich war und bin nun mal neugierig. Ihren Namen fand ich dann, als das Jahr fast vorbei war.Trauerte mein Sohn so sehr um seine Oma, das er mich vergaß? Oder trauert er im Gegenteil gar nicht und überlegt nun krampfhaft, wer die Hausarbeit denn tun muß, wo es wsl.weder Freundin vom Vater gibt (so informiert bin ich darüber nicht mehr, interessiert mich gar nicht), noch hat man selbst eine Freundin, die sich da ins Zeug legt? Mutti kann man natürlich nicht bitten, da was zu tun, wo kämen wir denn dahin, wenn das geschähe. Und: ich würde es auch nicht tun, mein Sohn lernte im IB (betreutes Wohnen für Kinder und Jugendliche der Stadt Stralsund), was im Haushalt so getan werden MUSS, da benötigt man weder Vater, noch Oma, auch nicht die eigene Mutter!

Mag sein, jemand könnte jetzt meinen:"über Tote nichts Schlechtes!" Schrieb ich auch nicht. Was wahr war,muß wahr bleiben, man kann die Vergangenheit nicht so zurecht biegen, wie man es gern hätte, kann auch mein Sohn nicht, der mich mal fragte:"Wenn Oma anders gewesen wäre...?" Es lag nicht nur an der Frau, die nie meine Schwiegermutter wurde, das die Beziehung zwischen Kindesvater und mir bereits Ende 1991 langweilig geworden war, alles, was danach kam, eine Geschichte, die sich warum auch immer, so ereignet hat und eben leider wahr ist...

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 26.06.2017. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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