Manuela Mittermayr

Earth Post War The Switchers 4

Planet Erde siebzehn Jahre nach einer gescheiterten Alien-Invasion:  David, ein freiwilliger Human-Controller und sein Yirk  werden Zeugen eines Anschlags und sehen sich bald mit Rassismus, Massenpanik und den anderen unschönen Folgen des Terrorismus konfrontiert . Aber nicht nur das: Neben dem ganz alltäglichen Horror werden sie auch noch  in eine Hetzjagd zweier extraterrestrischer Extremistengruppen verwickelt deren  Ziel ein äusserst geheimnisvoller Alien  zu sein scheint  ...


4. A Don in a train



   Vor Schreck zucke ich instinktiv zusammen und beinahe fällt mir mein Laptop den ich dem Geschaukel des vor sich hinfahrenden Zuges zum Trotz auf meinem Schoß balanciere auf den Boden .
Zum Glück schaffe ich es gerade noch das verhindern. Nicht vermeiden kann ich allerdings dass ich mit meinem Ellenbogen den kleinen Plastikbecher auf der Ablage unter dem Fenster neben mir erwische .
ZACK!.
GLUUUP!
Natürlich kippt er und ergießt seinen inhalt - bestehend aus zum Glück bereits ausgekühltem Kakao- direkt auf meine  WEISSEN Chucks.  

Okay, eiigentlich ist das eine durchaus verständliche Reaktion meinerseits. Die meisten von uns reagieren wahrscheinlich so wenn sie in eine wichtige Arbeit vertieft wie aus dem Nichts von jemandem angesprochen werden.
Das ist einfach nur menschlich.  Nur leider ist es die Stimme nun mal nicht und deshalb kann sie auch niemand ausser mir hören.

Tja, diese kleine Tatsache macht es dann für Aussenstehende gleich weit weniger verständlich sondern viel eher bedrohlich denn seien wir mal ehrlich: Leute die aus heiteren Himmel Panikanfälle bekommen und mit halbvollen Plastikbechern um sich schmeißen sind nicht gerade beliebt bei ihren Mitmenschen und daher ernte ich auch gleich den leicht panischen Blick einer cirka sechzigjährigen, ziemlich elegant gekleideten  Frau   mir gegenüber die mich plötzlich mit weitaufgerissenen Augen  anglotzt als sei  von jetzt auf gleich zu einem wirr vor sich hinbrabbelnden Irren mutiert. Ihr Mund formt dabei ein kleines O.

Nach einigen Sekunden des Starrens räumt sie beinahe fluchtartig das Abteil um sich einen anderen, ungefährlicheren Sitzplatz zu suchen. Aber natürlich nicht ohne mir vorher mit spitzen Fingern demonstrativ ein volles Pächchen Tempos hinzulegen und sich mit jetzt  eindeutig eher verärgertem und nicht mehr erschrecktem Blick auf das Schlammassel das ich angerichtet habe - missbilligend zu räuspern.
Nein,nein,nein !, ich hasse, hasse , hasse sowas Scheiße!,Scheiße! Scheiße!.
 (Arkan!) Fauchte ich den Yirk in Gedanken an. und obwohl ich mir eigentlich fest vorgenommen habe ihn nicht so einfach vom Haken zu lassen schrumpft mein Ärger spätestens in dem Augenblick zu einem weinerlichen Jammern zusammen als versuche eine Standpauke zu halten und zeitgleich meine Schuhe wieder halbwegs in Ordnung zu bringen.

(Was soll denn das?, guck mal wie ich jetzt aussehe!. Ausserdem bist du doch in meinem Kopf oder?.Du weißt ganz genau wie ich das meine!.)
(Natürlich. Wir beide wissen das.Aber ich finde du treibst etwas zu dick auf. Das solltest du auch wissen.Was ich allerdings nicht wissen konnte ist dass du gleich deine Schuhe vor Schreck mit Kakao tränkst wenn ich es wage ein Lebenszeichen von mir zu geben . Meiner Meinung nach gibt ihnen das aber durchaus Charakter. Ja ich finde es hat sogar einbisschen etwas von Camouflage... Das darfst du wissen .)   ) Arkan klingt eindeutig amüsiert und bringt mich gleichzeitig mit seiner bescheuerten Wortspielerei von wegen "Wissen" auf die Palme . Leider haben wir aber einen ziemlich ähnlichen Sinn für Humor.

Ähnlich dämlich und deshalb kann ich mir trotz des Argers nicht das Grinsen verbeißen.  
"Ach!" Irgendswo zwischen resigniert und genervt gebe ich es schließlich auf und werfe die eingesauten Taschentücher in den kleinen Mülleimer unter der nun klebrigen Ablage nachdem ich gute zehn Minuten an meinen Schuhen herumgewischt habe .
Jetzt sind sie nicht nur versaut sondern auch noch voller ekliger Taschentuchfusseln!.
Toll!,. Ganz toll gemacht Arkan Vier-Fünf-Sechs!. Als würde es nicht reichen dass ich ich mich  ständig zum Trottel mache , jetzt seh ich auch noch aus wie einer!.
(Wenn du dich weiter aufführst wie ein Kleinkind verliere ich bald jeden Funken Respekt vor dir ist dir das klar?. Ich meine ich kann ja schon jetzt absolut nicht mehr vorstellen dass du einmal ein ach so schrecklicher Subvisser gewesen sein sollst!) Versuche ich noch mal Arkan ins Gewissen zu reden aber die größte Wut ist bereits verpufft und meine Worte sind daher nur noch der müde Abklatsch eines echten ernstgemeinten Anschisses. Der Yirk weiß das genauso gut wie ich und deshalb ist alles was ich statt einer Antwort zu hören kriege die Immitation eines ganz und gar Arkan-untypischen Kicherns in den unendlichen Weiten meines Kopfes . "Okay Mister Yirk genug geschrieben. für heute ."

Ich seufze und schalte meinem wiedrigen Schicksal ergben den Lap Top  endgültig aus um ihn im Rucksack zu verstauen  . Nachdem ich das gemacht habe weiß ich aber nicht mehr was ich sonst tun soll .
Deshalb schaue ich schließlich gedankenverloren zum Fenster hinaus und lasse meinen Blick über die vorbeiziehende Landschaft schweifen als wäre  irgend etwas daran  besonders interressant.
 Zugfahren.
Eigendlich mag ich es nicht besonders aber an manchen Tagen kommt man halt einfach nicht drum herum und heute ist einer davon denn Ich- oder besser gesagt wir - sind  auf dem Weg nach Berlin zun  bislang einzigen Human-Yeerk-Friendship & Communitycenter Deutschlands.

Natürlich ist das allein nicht der Grund für unsere Reise denn von Erfurt- meiner Geburtsstadt bis nach Berlin fährt man leicht mal zwei Stunden und ich bin auch wenn ich ein Don bin  auf  den Pool des HYFCC nicht direkt angewiesen da ich zuhause ein tragbares Kandrona für Arkan hbe wie die meisten meiner ähm... Kollegen  aber es geht um Gesellschaft.
Im Community Center treffen sich einmal im Monat so gut wie alle DonsDons von Deutschland.

Manchmal sind sogar welche aus anderen Ländern dabei und vor allem kann Arkan richtig schwimmen und Artgenossen treffen.

Besonders das Zweite ist ihm sehr wichtig auch wenn ich nicht wirklich verstehe warum . Ich meine  die meisten anderen Yirks sind ihm gegenüber nicht wirklich freundlich gesinnt   was unter anderm an seiner Zeit als Subvisser Neunzehn liegt und nach wie vor wird er misstrauisch beäugt wann immer er im YFCC auftaucht .

Ja sogar ich als sein Wirt  begegne nicht selten Dons die alles andere als begeistert sind sobald sie hören mit wem ich meinen Körper teile.
Ja, okay  ich bin nicht blauäugig  und zugegeben , manche der Details über Arkans früheres Leben verursachen mir tatsächlich ein ziemlich unangenehmes Gefühl in der Magengegend.

Aber andererseits habe ich den Yirk um den es dabei geht nun bereits ganze  vier Jahre beinahe non stop in meinem Kopf und fühle dadurch Tag für Tag mehr oder weniger freiwillig all seine Emotionen.
Genauso seine Interligenz und auch wenn er eindeutig der weniger gefühlsbetonte Typ ist sondern eher handelnd und analytisch und tatsächlich gezwungenermaßen einige schlimme Dinge getan hat über die ich nicht zuviel nachdenken will um unsere Freundschaft nicht zu gefährden weiß ich tief in meinem Herzen doch immer dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe .
Ich würde Arkan auf der Stelle und ohne zu zögern mein Leben anvertrauen .
Auch wenn es im Augenblick keinerlei Anlass dazu gibt das unter Beweis zu stellen .

Kurz schile ich auf meine Uhr:  Verdammt!-
fast immer noch eine Stunde und diese Zugfahrt langweilt mich  allmählich nicht mal mehr, sie frustriert mich und gleichzeitig nin ich einfach nur müde.
Besonders da ich nicht unbedingt zu den geborenen Frühaufstehern gehöre und in einem sieben Uhr Wagen sitze. Denkbar schlechte Kombination!.

Herrgottnochmal!, ich hätte mir meine Musik mit nehmen sollen. Vielleicht auch ein Buch  oder noch besser ein Kissen!.
Gähn!.
Dieses unverschämt sanfte Ruckeln des Zuges wiegt meinen Körper hin und her und sowie ich mich etwas tiefer in den weichen Sitz sinken lasse merke ich auch schon wie mir wieder und wieder die Augen schwer werden.

 Allerdings  kämpfe ich im Gegensatz zu Mister Otto-Normal auch nicht dagegen an denn einer von vielen Vorteilen davon ein Controller zu sein (Ein Wort dass man übrigens besser nur im Stillen benutzt da es unter den meisten Donors durch den vorangegangenen Krieg eindeutig negativ belegt ist ) ist dass ich mir für den Fall dass ich einmal auf den Gedanken kommen sollte einfach irgendwo irgendwann mal einwenig  dösen zu wollen  keinen Wecker stellen muß um meine Haltestelle nicht zu verpassen denn Yirks schlafen nicht- Oder besser gesagt zumindest nicht auf die selbe Weise wie wir Menschen.
(Du kannst gerne die Kontrole haben wenn du willst) sage ich deshalb gedanlich zu Arkan. . (Oh tatsächlich?. Beim Licht von Seerows Kandrona, David, was täte ich nur ohne deine schier grenzenlose Großzügigkeit?) Arkan lacht .
Ich für meinen Teil antworte nicht doch das ist auch garnicht nötig denn wenn eine Person im Kopf der anderen steckt ist sprechen eigentlich Wahlfach.
Aber da es ganz nett ist und irgendwie auch so eine lästige menschliche Gewohnheit die ich wohl nie ganz loswerde tun wir es meistens trotzdem.

Nur wenn ich eben mal zu müde bin, zu angespannt oder auch einfach nur faul, bin ich ganz froh darauf verzichten zu können.
Wie auch jetzt wo ich  nun irgendwo zwischen schlafen und wach sein aus meinem Innneren heraus die Kontrollübergabe auf mic wirken lasse.

Bitte nicht falsch verstehen. Natürlich kennte ich das Gefühl entzwischen nur zu gut und nach vier Jahren in meinem Kopf ist Arkan derartig mit jeder einzelnen Furche meines Gehirn vertraut dass er innerhalb weniger Millisekunden die volle Kontrolle über meinen gesamten Körper haben kann.
Aber dennoch wird es wohl immer -vorsichtig ausgedrückt- etwas befremdlich sein zu spüren wie ich zuerst schleichend das Gefühl in all meinen Extremitäten verliere und anschließend alles was ich physisch verkörperte auf jemand anders übergeht .

Aber regelmäßige Benutzung meines Körpers war nun mal die einzige dafür aber auch unumstößlche Forderung von Arkan an mich gewesen als wir beschloßen hatten zusammen zu bleiben.
Denn im Gegensatz zu den meisten Yirks die einfach nur dankbar dafür sind einen Wirt zu haben und dem Menschen ohne Wiederworte den Löwenanteil der Körperkontrolle überlassen hatte er gleich von Anfang an klargestellt es zwar mein Körper war und er die Vorbesitzrechte akzeptierte, dass aber ständige Passivität trotzdem nichts für ihn war .

Manche der Dons die ich regelmäßig im Community Center treffe haben ebenfalls bald festgestellt dass Arkan für ihre Verhältnisse relativ oft in Kontrolle ist und  finden dieses Abkommen zwischen uns merkwürdig oder sogar bedenklich.
Sie  sind der festen Überzeugung mein Donee würde mich manipulieren und ausnutzen aber mir ist egal was sie glauben.

Sie kennen Arkan nicht und für mich ist es einfach nur logisch dass er ebenso wenig ein ständig winselnder Bittsteller in meinem Kopf sein will wie ich eine hilflose Marionette unter nicht enden wollender Yirkkontrolle und deshalb treffen wir uns in der Mitte als gleichberechtigte Partner.
That´s it.
Abgesehen davon   hat es auch durchaus den einen oder anderen Vorteil mal jemand anderen stundenweise das Ruder überlassen zu können der weiß wie man mit Leuten umgehen muß und noch dazu um ein paar Jahrzehnte erfahrener ist als man selbst.

Ganz zu schweigen davon dass ich Yirks die ihr ganzes eigenes Leben dem Menschen zuliebe aufgeben - um die Zweifler zu ztieren- meinerseits auch ziemlich bedenklich finde und es deshalb auch niemals als Standard ansehen oder gar verlangen würde . Cowards and Liars.|) Kommentiert Arkan auch  augenblicklich voller Verachtung meine privaten schlaftrunkenen Gedanken über seine passiv lebenden Artgenossen.

Gleichzeitig überschlägt er die Beine  und greift sich die am Sitz neben ihm liegende Zeitung auf deren zerfledderter Titelseite in dicken schwarzen Lettern die Überschrift prangt :
"US -Präsident lässt nach Nothlit-Anschlag auf Flugzeug alle Yeerk-Community-Center für Nicht-Donatoren sperren" .

Gleich   darunter starrt uns unser allseits beliebter neuer Freund der nun leider auch der mächtigste Mann der Welt ist mit vor Wut verzerrter Fratze entgegen  .
Ich muß trotz aller Müdigkeit in Gedanken lachen.
Nicht über den aktuellen US-Präsidenten - denn der ist leider nur sehr selten wirklich zum lachen, genauso  wenig wie die Überschrift- sondern über Arkan denn selbst nach all der Zeit die er jetzt schon mit mir in Deutschland lebt streut er nach wie vor immer noch  liebend gerne englische Wörter und Phrasen mitten in eine Unterhaltung.
Ganz  besonders dann wenn es sich dabei um Schimpfwörter handelt.
Ausserdem spricht er auch meinen Namen hundertprozentig amerikanisch aus und ist gleichzeitig die einzige Person die quasi ständig mit mir spricht.
(menschliche) Freunde die ich regelmäßig treffe  habe ich nämlich nach wie vor keine- auch nicht wirklich unter den Dons da sich der Aussenseiter-Junge wie sollte es auch anders sein- ausgerechnet einen Aussenseiter-Yirk ausgesucht hat  und das in Verbindung hat wiederrum mit der Zeit dazu geführt dass ich auf das in meiner Heimat gebräuchlche Pedant meines Namens nzwischen so gut wie gar nicht mehr reagiere und mich nun um Verwirrungen gleich vom vornherein zu vermeiden überall mit amerikanisch/englischer Aussprache vorstellle...
Uaaahhh!.

Erst bin ich ja fest entschloßen der Titelseiten-Geschichte zu folgen die mein Yirk kurz darauf sehr aufmerksam durchliest ,vor allem auch deshalb weil sich sogar manche unserer Politiker- im speziellen die Rechte Fraktion die ja momentan ohnehin grausig hoch im Kurs der Wähler steht - sich eindeutig für diese Maßname in den USA ausspricht und es auch mich als Wirt betrfft was die Herren und Damen Feines an gehirnamputiertem Mundstuhl zu bieten haben aber ich schaffe es nicht mehr.
Obwohl ich mich wirklich bemühe spüre ich allmählich wie der Schlaf mich langsam aber sicher übermannt und schließlich bin ich so müde dass ich kaum noch zusammenhängend denken kann . Eigentlich stehe ich  kurz davor in einen kurzen aber tiefen Schlaf zu driften als plötzlich ein unwahrscheinlich lauter Knall die Stille des leise vor sich hinratternden Zuges zerreißt-

BUUUUUMMMMMM!!!....  

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Manuela Mittermayr).
Der Beitrag wurde von Manuela Mittermayr auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 28.06.2017. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Die Autorin:

Bücher unserer Autoren:

cover

TANZ INS LICHT - Botschaften im Wandel des Lebens von Florentine Herz



Botschaften erreichen uns, wenn wir abschalten und uns öffnen. Für die Autorin sind ihre empfangenen Botschaften Wegweiser für ein energievolles Leben durch Bewusstsein und Achtsamkeit, aber auch eine Möglichkeit, Vertrauen zu finden in die innere Kraft und die Leichtigkeit unseres Seins.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (0)


Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Science-Fiction" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Manuela Mittermayr

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Earth Post War The Switchers 9 von Manuela Mittermayr (Science-Fiction)
Ganymed 1 von Paul Rudolf Uhl (Science-Fiction)
Krankheiten von Norbert Wittke (Glossen)