Manuela Mittermayr

Earth Post War-The Switchers 5

Planet Erde siebzehn Jahre nach einer gescheiterten Alien-Invasion:  David, ein freiwilliger Human-Controller und sein Yirk  werden Zeugen eines Anschlags und sehen sich bald mit Rassismus, Massenpanik und den anderen unschönen Folgen des Terrorismus konfrontiert . Aber nicht nur das: Neben dem ganz alltäglichen Horror werden sie auch noch  in eine Hetzjagd zweier extraterrestrischer Extremistengruppen verwickelt deren  Ziel ein äusserst geheimnisvoller Alien  zu sein scheint  ...

5.Panik

Der Zug schlingert .
Ein seltsamer, stechender Brandgeruch- so  als sei Kunststoff geschmort- steigt mir in die Nase.
Ich kann es ganz deutlich riechen trotz meiner momentanen Passivität.
Genauso wie ich die Leute in den Abteilen hinter mir sehr aufgeregt  reden und etwas weiter weg auch schreien hören kann. 
<Arkan!, Arkan was... was war das?. Was ist hier los?!>
In Panik will ich aufspringen.
Ich will mich bewegen und aus dem Abteil laufen nur um nach zusehen was los ist obwohl ich weiß wie dämlich und nutzlos das ist   .
<Ganz recht David, in Panik geraten wäre im Augenblick das Nutzloseste was du tun könntes also bitte beruhige dich um unser beider Willen. >
Auch der Yirk ist sichtlich verunsichert und richtet sich langsam auf  um fur den Fall des Falles auf den Beinen zu sein  aber er gibt sich im Gegensatz zu mir zumindestens Mühe ruhig zu bleiben.
<Möglicherweise ist es nichts von Bedeutung. Vielleicht nichts weiter als ein dummer aber harmloser Kinderstreich>
Arkan!, da draussen schreien Menschen und es stinkt nach Rauch! also sag mir nicht dass...>
Ich will eigentlich noch mehr sagen doch ich komme  nicht mehr dazu weil es plötzlich noch einmal knallt.
BUUUUUUMMMMMM!!!!
Viel weiter hinten zwar , Wahrscheinlich sogar in einem anderen Waggon hinter uns  aber dennoch ist es um einiges lauter als beim ersten Mal.
Auch der Zug kommt wieder in Bewegung.
Doch dieses Mal bleibt es nicht bei einem kräftigen aber harmlosen Ruckeln.
Diesmal greift die Notbremsung und Arkan wird von den Füßen gerissen .

ich fühle wie wir stürzen und mein Hinterkopf auf der Kante der kleinen Ablage hinter mir hart aufschlägt.
TOCK!
Zwar versucht er noch es auszugleichen und sich irgendwo festzuhalten um meinen Körper vor gröberen Verletzungen zu schützen doch die Fliehkräfte sind zu stark und es gelingt ihm nicht mehr.
Vor meinen Augen zuckt kurz ein greller Blitz auf und ich merke wie der Zug leicht kippt und von den Schienen rutscht .
Danach spüre ich nichts mehr und alles ist dunkel.
Ohnmächtig!.
Ich war ohnmächtig soviel ist mir klar als ich einige Zeit später wieder aufwache.
Stöhnend setze ich mich auf, was in einem um einige Grad gekippten Zug gar nicht so einfach ist und geife mir an den Hinterkopf.
Aua!.
Dort ist eine riesige Beule und meine Haare sind etwas verklebt von getrocknetem Blut aber ansonnsten scheine ich in Ordnung zu sein.
Zumindest soweit man in Ordnung sein kann wenn man in einem Zug  sitzt der gerade entgleist ist.
Na ja, immerhin habe ich keine Sehstörungen und kann mich an meinen Namen erinnern da sind nur ziemlich üble Kopfschmerzen und Arkan.... Moment mal!..
.< Arkan!>
Panisch rufe ich den Yirk in Gedanken doch er antwortet mir nicht.
Auch nicht nach dem zweiten oder dritten Versuch .
Sofort spüre ich einen schmerzhaften Kloß im Hals und wie die Panik in mir hochsteigt und sich mit eisigen messerscharfen Klauen in mein Herz bohrt.
Eine Gehirnerschütterung! denke ich nur und fühle wie mir Tränen über die Wangen laufen ehe ich es verhindern kann denn für mich ist soetwas nicht gefährlicher als für andere Menschen aber für Yirks...
Für sie kann der etwas heftigere Kontakt mit einem menschlichen Schädelknochen  unter Umständen absolut tödlich sein.
Nein!. Denke ich vollkommen verzweifelt.
NEIN!. Der Yirk ist mein einziger Freund !. Der Einzige der sich jemals wirklich für mich interessiert hat seit ich älter als fünf bin und er hat mir in den letzten vier Jahren mehr Nützliches beigebracht als zum Beispiel mein Vater in meinem ganzen Leben .
Er darf einfach nicht tot sein!. ER DARF NICHT...-
<David.... Ich bin... immer noch hier>
Eine vertraute Stimme unterbricht meine wachsende Hysterie.
Ungewohnt leise zwar und schwach zwar , ebenso wie die Emotionen die zu mir durchdringen aber sie sind zumindest eindeutig da.
Gottseidank!.
Ich atme erleichtert auf und fange jetzt wirklich an zu weinen allerdings vor Freude.
<David, nicht...Bitte. Es ist in Ordnung.> Sagt Arkan und ich spüre wie schwer es ihm fällt mit mir Kontakt zu halten.
Zudem ist er geschwächt. Müde und alles strengt ihn an.
Er sehnt sich nach Stille.

Anscheinend ist doch nicht alles so gut wie er mir weißzumachen versucht.
<Du bist verletzt?.> Frage ich obwohl es mehr eine Feststellung ist.
<Ja. Vermutlich ist es nur eine leichte Quetschung aber...mein Empfinden für solche Dinge ist auch nur sehr... rudimentär ausgebildet. Deshalb wäre es dennoch besser wenn ich dich verlasse...Falls ich tatsächlich verletzt bin weiß ich nicht welche Folgen das für dich hätte.>
Während er spricht taucht in meinem Verstand die Erinnerung an die Wasserflasche in meinem Rucksack auf ...
Ich weiß was Arkan mir damit sagen will aber ich wehre mich  hefig dagegen.
"Nein!" Sage ich und es ist mir sogar egal dass ich laut spreche.
"Ich habe gerade Todesangst!. Der Zug ist  niedergebombt worden oder sonst irgendetwas und du wirst mich nicht allein lassen hörst du?..Bittelass mich nicht allein!."
Arkan sagt nichts mehr aber ich fühle wenigstens seine vage Zustimmung.
Das beruhigt mich immerhin soweit dass ich es endlich schaffe aufzustehen und zur Tür meines Abteils hinüberzugehen.
Als ich sie öffne schlägt mir noch mehr beißender Gestank entgegen.
Am Gang liegen bewusstlose Verletzte  und panischer Menschen die mehr Glück gehabt haben und nur leicht aus verschiedensten Platzwunden bluten drängen sich dicht an dicht .
Vorsichtig hangelte ich mich an ihnen vorbei nach hinten.

Durch die Fenster kann ich ein oder zweimal an den Menschentrauben vorbei einen Blick nach draussen erhaschen und sehe dicke Rauchschwaden die von unserem Zug kommen und zwar aus zwei hinten gelegenen Türen die ein paar  Passagiere irgendwie geöffnet haben.
Mein Ziel sind genau diese Türen und dann sobald ich draussen bin möglichst schnell irgendjemanden zu finden der Arkan helfen kann .Ich denke an nichts anderes als ich plötzlich die Hilfeschreie höre
Sie kommen aus dem dritten Abteil hinter unserem und  gehen völlig unter in der Panik der anderen Passagiere.
Niemand kümmert sich darum.
Niemand ausser ich. Okay ich bin jetzt kein Held oder so etwas .
Ganz im Gegenteil. Wäre ich vollkommen auf mich gestellt gewesen hätte ich wahrscheinlich auch nicht viel mehr getan als all die anderen rund um mich herum aber ich bin nicht allein und in den letzten Jahren hat Arkan mir- sagen wir einfach mal sehr ähm...praxisbezogen beigebracht dass es manchmal leichter ist etwas zu tun als davonzulaufen und den Schwanz einzuziehen.
Nur deshalb gehe ich auch in das Abteil .
Ein cirka achtzehn jähriges Mädchen liegt vor mir mehr auf dem Boden als es sitzt und umklammert weinend mit beiden Händen ihren linken Knöchel .
Wenige Zentimeter neben ihr liegt ein ziemlich großer, schweraussehender Koffer....

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 29.06.2017. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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