Meike Schrut

Das Stückchen Glück

"Ganz unten - ein Tal im Jura, wo Scheitern erlaubt ist" ?

Ich weiß nicht mehr genau, an welchem Tag ich diese Doku auf youtube entdeckte. Gibt bestimmte Dinge, die ich aus Versehen verdränge oder bewusst verdränge. Ich verlasse mich da auf mein schriftliches Gedächtnis. Das sind dann Notizen, schnell hingeworfen auf allerlei Schmierzettel oder in Kalendern, Notizbüchern, auch zweckentfremdete Büchlein sind darunter...
Heute gelang es mir endlich, die Doku auf einen Stick zu "bannen", und über TV - Bildschirm das in groß zu sehen, was mich auf merkwürdige Art und Weise fesselt. Ich muß da wsl.noch nach einem anderen Wörtchen suchen, fesseln könnte es aber in doppelter Bedeutung treffen, weil:
Ausschnitte in der Doku belegen, dass dieses Heim einst weniger menschenfreundlich war, man legte wohl Bedürftige auf grobe Art still, Hauptsache, man hatte Ruhe? Fesselungen oder Fixierungen mögen auch heute noch in manchen Psychiatrien auf der WELT zur Tagesordnung gehören, in jenem bemerkenswerten Heim geht man ganz neue Wege, die nicht jedem Bürger gefallen mögen, muß auch nicht sein.
Ich bin der Meinung: jeder Mensch hatte irgendwann einen freien Willen. Ob man selbst daran "gearbeitet" hat, den sich nehmen zu lassen oder ob man dazu gedrängt wurde ihn aufzugeben ( auf heimtückische Weise) : danach fragt in dieser Einrichtung wsl.keiner mehr.
Ich habe meinen Freund gebeten, mir diese Doku ansehen zu können, mit ihm zusammen. Er:"Habe nicht gewusst, was das für eine Doku ist, möchte das nicht mitansehen.." Also sah ich das heute eben heimlich, habe den Film auch wieder vom Stick gelöscht.
Vor langer Zeit - als ich fast aufhörte, Kind zu sein - plagte ich mich mit Depressionen herum, dem Gefühl minderwertig zu sein, hielt auch ewig vor. Ist nur die Frage, wie man als Erwachsener damit umgehen muß, um nicht vor die Hunde zu gehen, sozusagen! Auch aus dieser Sicht her konnte ich vergleichen, denn wenn ich eines nie vergaß: langweilige Beschäftigungen, Nachfragen, wieso ich das so und nicht anders gezeichnet hätte.Makramee, so eine Technik, die mir im Gedächtnis blieb, seit jeher. Dazu gehörten noch: ein mit Essen etwas bekleckerter brauner Mantel, wir holten von irgendeiner Küche das Mittagessen zu den Kindern und Jugendlichen, dabei kam es wohl zu diesem Maleur.Sport? Es mochte eine Halle gegeben haben, ich habe keine Erinnerungen mehr an Übungen. Schulunterricht gab es leider auch nicht, also versäumte ich mit 13 Jahren auch vom ungeliebten Fach Mathematik viel Stoff, andere Fächer waren mir ähnlich zuwider, um es mal so grob auszudrücken. Viel später sollte ich meine laxe Lerneinstellung bereuen, half aber nichts mehr, die Jahre rannten mir weg, wie es derzeit auch meinem Sohn zustößt, da er das zulässt bei seinem Vater wohnhaft. Ich hoffe doch dass mein Sohn noch lebt, gesund ist, arbeitet sich um die Dackeldame, die ich kennenlernte, kümmert? Auch ein Hund muß ja erzogen werden, sonst tut er was er will, wie Menschen auch, die sich nicht an Regeln halten können oder wollen..
Jeder Mensch sucht wsl. und ganz sicher sogar für sich persönlich Glück, Frieden, Zufriedenheit? Ich jedenfalls suchte es, glaubte es zu finden, in dem Versuch, eine funktionierende eigene Familie zu gründen, ging gründlich daneben. Und wsl. sind auch das Gründe, aus denen manche jetzige Bewohner im Heim in der Schweiz leben und auch arbeiten können. Arbeit: freiwillig und ohne Streß. Wünscht man sich das nicht für das normale Leben draußen außerhalb von irgendwelchen Anstalten,Heimen, Kliniken? Muß man etwas "daneben" sein, um zufrieden zu sein? Scheint mir ganz so...
Die verschiedenen Personen,die man sich da herausgesucht hat, um sie Tage hindurch zu begleiten, sind durchaus Persönlichkeiten! Das verschwindet nicht einfach so, wenn man Probleme mit Alkoholkonsum oder Depressionen hat! DAS vergessen manche Leute, die selbst betroffen sind oder waren, evtl.wieder betroffen sein könnten. Mir fiel unangenehm jener junge Mann auf, der sich selbst mehrfach Schaden zufügte, dessen Leben am seidenen Faden hing. Und er bekam einen Schrecken, als er verschiedene Leute dort beobachtete?!
Aus gutem Grund (wsl.) machte man ihn unkenntlich, er wollte ja irgendwann wieder ins "normale" Leben "draußen" zurück. ( Betrachtet man besonders dies deutsche Land, das Leben: was kann man da als normal empfinden, was ist normal?) Verschiedene Gründe muß er dabei aber erst einmal verarbeiten lernen, darf oder sollte er nie vergessen. Auch ich konnte gewisse Erlebnisse in meinem Leben nicht verarbeiten, gelingt einfach nicht, stört mich heute nur gering, ich lebe eben trotziger, eigensinniger. Evtl.gemeiner? Ich füge aber keinem anderen Menschen Schaden zu, gebe nur Tips und Hinweise, die man beachten kann, muß aber nicht.
"Geistig und kognitiv wären gewisse Leute nicht mehr da.."
(ich mag Fremdwörter nicht besonders, also google ich nach, später, was doch gleich kognitiv bedeuten soll, habe kein Studium absolviert, wo derlei Worte üblich gewesen wären)
Und man bezeichnete IHN als hochintelligent.. ICH habe meine eigene Meinung zu hochintelligenten Menschen: die sollten so klug sein, dass sie wenigstens ahnten, wenn sie dieses und jenes tun, dann kann und wird 100%ig dieses und jenes danach folgen: Einweisung in eine Klinik. Dumme Menschen sagen "Klappsmühle" dazu, nun, jene Leute haben da wohl selbst gewisse Rädchen nicht ganz fest in sich drinne.JEDER kann in seinem Leben Depressionen bekommen, aber nicht jeder muß zum Alkoholiker werden.
Sucht nach Alkohol und Depressionen scheinen in diesem Beitrag dicht beieinander zu liegen. Eines muß das andere nicht beinhalten, ausschließen lässt es sich aber oft auch nicht.Sehr beeindruckend der Fall eines nicht mehr ganz jungen polnischen Bürgers, der durchaus erkannte, das er ein Problem hat. Seine Kunst Orgel zu spielen, seine Kreativität überzeugten mich mehr als die Kunst des ehemaligen Bankers, der nur schnell da weg kam, weil er einen seiner Abstürze hatte, wieso auch immer, man kann in den Kopf eines Menschen nicht hineinsehen! Ich hoffe aber für jeden Menschen, der da aus dem Heim weg wollte, er bekam sein Leben echt auf die Reihe!
Zu den anderen Pensionären oder Bewohnern (es fiel nie das Wort Patient, sie sind es ja nicht mehr!): Lebensalltag durchaus nicht langweilig wahr genommen. Arbeit in verschiedenen Werkstätten möglich: Landwirtschaft auch dabei, Holzverarbeitung (nicht so sehen können) aber an Tischen sah ich Leute da handwerkeln mit Wolle, Ton, Zeichenmaterial. Wichtig, um dabei den Geist etwas abzulenken von den Süchten oder anderen Krankheiten, die man evtl.sonst noch hat.
Jahrelanger Alkoholkonsum hinterließ natürlich Spuren, darüber muß man sich beim Ansehen der Doku nicht wundern: wenn Mund und Gelenke zittern, das Denken mag eingeschränkt sein, aber es sind und bleiben und werden bis zum Tode Menschen sein, denen man Respekt und Achtung DORT entgegenbringt.
Sport kommt auch nicht zu kurz. Wäre ich da kurz zu Besuch, mir wäre eine Schwimmhalle gerade recht, habe da aber keine gesehen, zuviel Luxus wäre nun auch nicht angebracht, wette, viele Leute würden sich danach reißen, in genau dieses Heim zu kommen, wo in angemessenem Rahmen Alkohol (Bier gesehen, Schnaps wohl nicht) gestattet ist, zugebilligt wird. Ist man mit jedem Tag Alkohol zufriedener,glücklicher? Jene Bewohner sind`s anscheinend. Trauriges Schicksal eines Mannes, der einst reich gewesen ist, später betrogen und bedroht wurde, im Heim vor sich hin arbeitete, wie es für mich aussah, gern allein war. Er starb auf Grund eines Sturzes, den er sich zugezogen hatte..
Die Gegend dort im Wandel auch der Jahreszeiten. Die Natur, ein Bild für sich, verschiedene Aufnahmen würden sich meiner Meinung nach für Postkarten eignen..

Das Schicksal von Menschen, die ich einst kennenlernte, die zu früh gegangen sind (wo evtl.der Teufel Alkohol mit am Tisch saß?!) traten mir vor Augen. Würden sie noch leben, wenn sie genau dieses Heim hätten kennenlernen DÜRFEN? Leider denke ich dabei auch an meinen eigenen Sohn, der ab und zu Depressionen hatte oder noch hat. Er hat wohl erst einmal den Kontakt zu mir abgebrochen, ich war ihm schon immer angeblich zu streng?! Das könnte ich auch meinen Eltern "unterstellen", ich hatte aber im Haushalt auch so paar Aufgaben, hat mir nicht geschadet, dieses: Müll weg bringen, Kohlen rauf holen, Abwasch machen, das eigene winzige Zimmer aufräumen, wenn wieder mal Chaos verursacht worden war, nur von mir.
Vater meines Kindes? Ob ich ihm auch den Aufenthalt im Heim in der Schweiz "gönnen" würde? Hielte er mich da nicht für "schräg" oder "total daneben"? Er würde sich selbst nicht als Alkoholiker bezeichnen.. Da fallen mir die sehr klugen Worte des polnischen Bürgers ein, der im Heim (und jetzt hoffentlich in eigener Wohnung, Job, evtl.Familie?) so toll zeichnen konnte (man gestaltete für ihn eine kleine Ausstellung im Heim, als er sich verabschiedete: er, ein bescheidener, scheuer Mensch, der allerlei Talent hat, welche er nicht aufgeben sollte mit traurigem Schicksal:ab Trennung von Frau ging es ihm nicht so gut..):"Ein Alkoholiker sucht sich immer Gründe, wieso er trinken "muß"..." Er selbst kam  zu der Erkenntnis, das genau diese Alkoholsucht (6 Promille für einen normal Sterblichen absolut tödlich, die hatte er intus, nun: vollkommen ohne Alkohol leben? Da geschah wohl ein kleines Wunder..) ihn bis zum Lebensende begleiten würde.

Kliniken, in denen Menschen aus und ein gehen können, wie die Krankenkasse das zulässt, können sich an diesem Heim ein Beispiel nehmen. Kostengünstiger! Eine Gesellschaft hat doch nichts von Alkoholikern, die entweder nicht trocken werden wollen oder nicht mehr können. Hat alles mit dem menschlichen Willen zu tun. Zugegeben: in der Gruppe feiert es sich besser (?) mit Alkohol, auch Feiern scheinen nicht sonderlich zu glücken ohne Alkohol. Aber mir sind betrunkene, lallende Menschen, die nach Schweiß und Alkohol stinken zuwider. Daher trennte ich mich 2003 vom Vater meines Kindes! Wird das Jugendamt nie erfahren haben, es wird sich auch nicht dafür interessiert haben.

Ja,und nochmals ja:ich gönnte dem Vater meines Sohnes den Aufenthalt in genau diesem Heim, damit er sieht, was dauerhafter Alkohol aus Menschen macht.Sollte er mittlerweile ganz unten sein (geistig, körperlich,seelisch), und zu der Überzeugung gelangt sein, das genau dieses Heim bis zu seinem Lebensende das richtige für ihn wäre: er möge bitte ohne meinen (bzw.unseren) Sohn dorthin reisen, ohne Wiederkehr. So verarbeite ich meine Vergangenheit, in dem ich JETZT sagen kann: ich lernte den Mann kennen als liebenswürdigen Menschen, liebte ihn gewisse Zeit, lernte ihn verachten, weil ich Feiglinge nun einmal nicht leiden mag, Hass stellte sich auch ein, ab 2016 dann nur noch halbes Mitleid. Er wünschte sich da schon, dass der Sohn aus dem Haus wäre?! Man riß sich 2010 förmlich danach, einen 18 Jahre alten jungen Mann wieder zu beherbergen, wette, es geschah nicht aus Liebe zu ihm, sondern, weil man sein Geld benötigte, ein Haus benötigt "ab und zu" Geld, damit es nicht zusammenfällt!

Die Kosten, die so jeden Tag anfallen, habe das entweder in der Doku nicht mitbekommen oder wurde nicht genannt.Sei wie es sei: jenen Menschen, die das Heim am Laufen halten und auch jenen Bewohnern, denen das Heim ein zu Hause auf Dauer oder auf begrenzte Zeit wurde: ihnen allen wünsche ich das Beste,womit schon alles gesagt wäre..

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 30.06.2017. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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