Andreas van Appeldorn

Zwischen Himmel und Erde


Er zog die Ledersandalen aus.
Eine frische Brise wehte ihm angriffslustig ins Gesicht. 
Wild wie ein geköderter Fisch zupfte der Wind an seinen Haaren.


Tief sog er die würzige Seeluft ein.
Keine Autos, keine Abgase; hier gab es nur raue, unberührte Natur.
Wie sehr hatter er diesen Moment herbeigesehnt.
Er schaute über’s silbrig glitzernde Meer.
Mächtige Wellen tosten heran.
Übermütig lief er ans Wasser.

Er trat auf eine kleine Muschel, hob sie auf, schmiss sie wieder weg.
Iiii, iii, iii...!

Er schaute nach oben.
Lachmöwen begrüßten ihn.

Durch's Salzwasser watend gab er sich dem malerischen Sonnenuntergang hin; ließ sich treiben.
Im Licht der untergehenden Sonne verwandelte seine Phantasie die Landschaft und den Abendhimmel
in ein expressionistisch anmutendes Gemälde, in dem er, gerade durch einen zufälligen Pinselstrich entstanden,
einen Strandspaziergang machte und die am Horizont langsam untergehende, glutrote Feuerkugel zeugte ihm
von einer geheimnisvollen Schöpfungskraft, die nur jenseits menschlicher Erklärungsversuche liegen konnte.
Etwas Weiches platschte auf seinen Kopf.
Augenblicklich fasste er sich mit der rechten Hand ins Haar.

Ungläubig schaute er zum Himmel.
Die Möwen drehten schrill lachend ab.
Die Feuerkugel ertrank im Meer.







 

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