Thomas Meyer

Das Meer

Das Meer

 

Ich schließe meine müden Augen.

Ich sitze am Meer.Alleine. Nur ich und die Weite. Glitzernder Strand unter wolkenlosem Himmel.

Der gestrige Sturm zeigt noch immer seine Wirkung. Das unruhige Wasser bricht in kleinen Wellen. Ich höre das Rauschen. Ich kann es ganz nah hören. Erst in seiner harmonischen Wiederholung bekommt es seine unverkennbare Melodie. Wiede eine Welle. Sie bricht. Das vor unbändigem Leben schäumende Wasser erreicht fast meine Füße und zieht sich langsam und nun sehr bedächtig wieder zurück. Es hinterlässt einen ganz feinen, im Sonnenlicht schimmernden Film im nassen Sand, um gleich wieder von der nächsten Welle bedeckt zu werden. Ich spür den Wind. Dieser einzigartige, von weit her salzige Luft ans Land tragende Wind. Er kühlt die von der hoch stehenden Sonne erhitzte Haut und bedeckt ihn mit einem Film Leben. Ganz fein. Fast nicht spürbar. Aber doch da.

Meine Füße spielen im Sand. Ich grabe sie ein. Sehe die Körner glitzernd an meinen Füßen abrollen. Ein so angenehmes Gefühl. Ich schau aufs Meer. Überwältigt von diesem Anblick habe ich Probleme zu fokussieren. Zu groß. Zu unvorstellbar. Zu mächtig. Mein Blick fängt sich an einem Boot. Weit draußen am Horizont. Ganz einsam und klein verliert es sich in der Weite des Meeres. Was wird wohl sein Ziel sein? Wohin führt es seine Reise? Meine Gedanken verlieren sich in meiner Fantasie. 

Das kühle Nass einer Welle holt mich zurück. Flut. Das Wasser umspült meine Füße und befreit mich vom Sand. Die Sonne tut das ihrige und lässt das Nass auf meiner Haut sofort verdampfen. Ich spüre die salzigen Reste auf meiner Haut. 

Meine Hände graben sich tief in den Sand. Spüre die sich zu Sand reibenden Muschelreste zwischen meinen Fingern. So viel Geschichte in einer kleinen Hand. So viele Jahre zwischen meinen Fingern. Magie. 

Mein Blick findet wieder die Weite. Gefühle überschlagen sich.

All das war schon lange vor mir da und all das wird noch lange nach mir sein. Der Gedanke beruhigt mich. Ich beruhige mich.

Ich öffne meine Augen. Bin zurück. Spüre Salz auf meinen Lippen und ich atme tief ein. Ich kann es riechen - ich rieche das Meer.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 02.07.2017. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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