Manuela Mittermayr

Earth Post War The Switchers 8

Planet Erde siebzehn Jahre nach einer gescheiterten Alien-Invasion:  David, ein freiwilliger Human-Controller und sein Yirk  werden Zeugen eines Anschlags und sehen sich bald mit Rassismus, Massenpanik und den anderen unschönen Folgen des Terrorismus konfrontiert . Aber nicht nur das: Neben dem ganz alltäglichen Horror werden sie auch noch  in eine Hetzjagd zweier extraterrestrischer Extremistengruppen verwickelt deren  Ziel ein äusserst geheimnisvoller Alien  zu sein scheint  ...


7. Alles was zählt

Betäubt vor Schreck sitze ich auf dem Bett und die Stimme der Nachrichtensprecherin hallt in meinem Kopf wieder wie ein hässliches Echo .
Gleichzeitig  zittern meine Hände immer noch obwohl ich den Fernseher vor bereits zehn Minuten abgeschaltet habe  und mein Hals fühlt sich seltsam zugeschnürt an .
Ausserdem  ist mir schlecht...
Furchtbar schlecht und ich habe wirklich ernsthafte  Bedenken mich im nächsten Moment mitten auf diesen blütenweißen Laken hockend  übergeben zu müssen.
Oje...
Nicht im nächsten Augenblick sondern jetzt!.
JETZT SOFORT!

Hastig springe ich auf.
Ich stolpere ins Bad und beuge mich über die Toilette aber obwohl ich gerade eben noch das Gefühl gehabt habe eine heiße Blase würde langsam aber sicher meine Kehle hochsteigen kommt nichts während ich geräuschvoll würge .
Mein Magen rebelliert zwar und mein Bauch fühlt sich an als wolle sich mein Inneres nach aussen stülpen aber trotzdem hält er eisern an seinem Inhalt fest .
Oh.Mein. Gott!..
.
Aufs Äusserste getriggert und erschöpft gehe ich mit wackeligen Beinen zum Waschbecken hinüber als ich mir ziemlich sicher bin dass nicht doch noch etwas kommt und wasche mir erst mal lang und ausgiebig Hände und Gesicht.
Mein Gesicht!...
Einer wächsernen Maske gleich starrt es mich aus dem Spiegel an.
Dadurch dass ich die letzten drei Tage kaum geschlafen habe sind die dunklen Augenringe momentan das einzig Farbige dass ich an mir entdecken kann.
Meine Haare sind leicht fettig und ich kann etwas riechen das...Moment mal!- bäh! ,. Dieser penetrante Schweißgeruch der mich ekelhafter weise an Hühnersuppe denken lässt und mir in der Enge des spartanisch eingerichteten Krankenhausbades in die Nase steigt kommt tatsächlich von mir!.
Pfui Teufel David, kaum bist du mal ein paar Tage auf dich selbst gestellt mutierst du zum Schwein und fängst an zu verratzen und zwar vollkommen!.
Voll grenzenloser Verachtung winde ich mich aus dem lächerlichen Nachthemd Marke Kartoffelsack dass mir mindestens zwei Nummern zu groß ist  und beschließe erst einmal in aller Ruhe Duschen zu gehen.
Ahhh, duschen herrlich!.
Das  Wasser prickelt angenehm auf meiner Haut und für einen Moment kann ich alles vergessen während ich wie in Trance  in mitten des warmen Brausestrahls stehe und hinter geschloßenen Lidern in die Dunkelheit starre.
 Für ein paar Minuten die sich zur Ewigkeit auszudehnen scheinen bin ich einfach nur ich selbst und ganz für mich in meiner eigenen kleinen Welt .
Dort gibt es keine Sorgen , keine Einsamkeit und keine Erinnerungen an den Zugunfall, die Angst das Blut oder die Leichen.

Ich muß mir keine Gedanken darum machen wie ich in der nächsten Zeit an meinem Arbeitsplatz zurecht kommen soll  und auch nicht um irgendwelche ominösen Terroristen die sich als die Switcher ausgeben .
Doch leider kann ich nicht ewig duschen.
Viel zu schnell bin ich fertig und das angenehme Gefühl verblasst und lässt mich leicht fröstelnd zurück.
Schnell wickle ich mich in einen kratzigen , sehr steril riechenden Bademantel.
Igitt!, Weichspüler mit potentiellen Treibstoffqualitäten sprich Dieselaroma.
In Gedanken seufze ich erschöpft  während ich langsam zur Balkontüre am anderen Ende des Krankenzimmers hinüberschlendere und sie schließlich weit aufreiße um frische Luft hereinzulassen denn die Welt hat mich wieder- aber wenigstens bin ich jetzt  etwas klarer im Kopf und habe mich ein wenig beruhigt.
Ich war einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort und auch wenn es schrecklich war und sich vermutlich für ewig in mein Gedächtnis gegraben hat sodass ich zwanzig Jahre später immer noch manchmal daran denken muß und Alpträume mich heimsuchen werden,  wird mein Leben  im hier und jetzt früher oder später wieder in geregelten Bahnen weiterlaufen.
Ich bin nicht tot und alle die mir wichtig sind oder nahe stehen sind ebenfalls noch am Leben und das ist alles was zählt .
Diese nicht unbedeutende Tatsache sickert mir allmählich ins Bewusstsein und während der kühle Frühlingswind mir durch die noch etwas feuchten Haare fährt und ich die hinter den Wolken hervorblinzelnde fahle Morgensonne anstarre  wird mir klar dass sich meine Gedanken gerade eben wie die von Arkan angehört haben .
Vielleicht hast du ja doch Recht Freund Yirk und ich werde langsam aber sicher doch mal endlich erwachsen, schicke ich gleich hinterher .

Allerdings habe ich nicht wirklich Zeit noch lange darüber nachzudenken dass ich meinem Seelenverwandten immer ähnlicher werde  als es plötzlich an meiner Tür klopft .
Doktor Bogner!, bitte lass es Doktor Bogner sein!.
Denke ich hoffnungsvoll denn eben jener Arzt hatte mir gestern abend noch versprochen dass ich nach der heutigen Visite zu an hundert prozentig grenzender Wahrscheinlichkeit nachhause gehen darf und  mittlerweile ist es halb zehn  ohne dass einer der heilenden Helfer mein Zimmer auch nur annähermd betreten hätte.
"Herein."
Rufe ich deshalb vermutlich auch einen Ticken zu laut und als sich die Tür öffnet werden meine Gebete tatsächlich erhört:  Allerdings ist es nicht nur Doktor Bogner der von  einer Gefolgschaft aus aufmerksam lauschenden Weißkitteln flankiert eintritt  sondern auch ein hochgewachsener stämmiger Junge mit Sommersproßen auf der Nase und fuchsroten Locken auf dem Kopf.
Rafael .
Ein sozusagen noch taufrischer Volontär aus dem HYFCC.
Nicht falsch verstehen .Rafael  ist nett.
Ich mag ihn und wenn man es genau nimmt könnte man den Jungen da wir uns mindestens einmal im Monat treffen und auch via Mail ziemlich regelmäßig schreiben fast als soetwas wie einen ziemlich guten Bekannten, um nicht zu sagen lockeren, sehr lockeren Freund zu bezeichnen.
Allerdings wirklich nur fast denn er ist fast eineinhalb Jahre jünger als ich und auch wenn er ein wirklich, wirklich netter Kerl sein kann kann macht ihn seine überschwängliche, dauerfröhliche Art manchmal einfach nur anstrengend.
Das selbe gilt für seinen Yirk.
Dem kann man es allerdings im Gegensatz zu Raff kaum vorhalten da er um einiges jünger ist als der Bursche.
Ein Kind so zu sagen.

"Hi David, na alles senkrecht?" Begrüßt er mich auch sofort in gewohnt optimistischer Raffi-Manier und ginst dabei von einem Ohr zum anderen wie ein Honigkuchenpferd.
"Hi Raff , hey Pan." Seufzte ich und bemühte mich gleichzeitig meine Mundwinkel ebenfalls krampfhaft nach oben zu ziehen ohne es all zu sehr wie ein Zähnefletschen aussehen zu lassen.
Meine Güte, ein dreiäugiges Gullimonster könnte kaum schöner lächeln...

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 03.07.2017. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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