Anja Pompowski

Metamorphose

Was ist los mit dir? Ich versteh` dich nicht mehr, du bist mir so fremd.

 

Erst gestern noch hast du mir erzählt von deinen Wünschen, Ängsten, Hoffnungen und Träumen. War es wirklich erst gestern? Nein, ist wohl schon länger her; es kam irgendwie so schleichend. Du sprachst immer weniger mit mir.

 

Und jetzt?

 

Ich frage dich: „Hattest du einen schönen Tag?“

 

Antwort: „Geht so.“

 

„Wie sind deine Pläne für heute Nachmittag?“

 

(Achselzucken.)

 

„Hast du heute Morgen den Bus noch gekriegt?“

 

„Ja.“

 

„Zum Frühstücken war wohl keine Zeit mehr. Reichte dein Geld noch, um ein Brötchen zu kaufen?“

 

„Nein.“

 

„Dann hast du sicher Hunger. Soll ich dir schnell was kochen? Nudeln?“

 

„Weiß nicht.“

 

Du scheinst keine ganzen Sätze mehr von dir geben zu können. Deine einsilbigen Antworten treiben mich noch in den Wahnsinn. Wie es mir geht interessiert dich offenbar gar nicht mehr. Oder?

 

Bin ich dir egal?

 

Erinnerst du dich noch an unseren letzten Urlaub am Meer? Wir haben so viel Spaß gehabt, so viel gelacht, haben uns Geschichten ausgedacht. Wie oft hast du mich im Schach geschlagen? Zigmal.

 

Schade, dass du jetzt so verändert bist. Klar, ich weiß, du machst eine schwere Zeit durch. Ich versuche mich in dich hineinzuversetzen. Wie war das noch bei mir? Ist schon so lange her, gefühlte hundert Jahre.

 

War ich auch so wie du? Vielleicht. Ähnlich.

 

Na ja, das ist wohl so in der Pubertät.

 

Weder Junge noch Mann. Wenn man nicht weiß, wo man steht.

 

Wenn die Zeit vorbei ist, findest du vielleicht den Weg zu mir zurück.

 

Hoffentlich.

 

Ich werde da sein.

 

 

 

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