Manuela Mittermayr

Earth Post War -The Switchers 11

<Glaube mir ich selbst würde es auch vorziehen zu bleiben . Oh ja du kannst dir nicht vorstellen wie sehr mir der Gedanke widerstrebt demnächst wieder das Leben einer blinden hilflosen Schnecke zu führen und aus reinem Egoismus heraus habe ich dich auch hingehalten vorhin im Krankenhaus und versucht einen anderen Weg zu finden doch es gibt keinen.  .>
Sprach Arkan weiter doch ich hörte ihn gar nicht.    

Nein!. dieses Wort ist alles was ich stattdessen denken kann.
Stumm schreie ich es richtig gehend aus mir heraus und balle meine Hände zu Fäusten bis die Knöchel weiß hervortreten und meine Nägel sich schmerzhaft fest in meine Handflächen graben.
Ja ich weiß!.
Eigentlich sollte ich entsetzt sein , traurig oder ängstlich - irgendetwas in der Richtuung aber das bin ich nicht .
Viel  mehr da  die Worte wütend, enttäuscht und verletzt.
Wütend darüber dass Arkan all den Zweiflern , Rassisten und Hassern ... vorallem denen und damit schluß endlich auch den Terroristen, wer immer sie auch sind, genau das gibt was sie wollen.

Enttäuscht über eine Feigheit die ich ihm nie zu getraut hätte und vor allem  verletzt.
Verletzt darüber dass der Yirk mich schluß endlich einfach im Stich lassen möchte denn egal was für schöne Worte er finden möchte für seine Tat, er tut es doch.
Mich verraten. Mich allein lassen.
Nur mit  mir selbst in mitten  einer Welt gegen die ich nicht ankomme weil sie mir an manchen Tagen viel zu laut erscheint.

Da sind einfach viel zu viele Erwartungen die ich nicht erfüllen kann , Schemata in die ich nicht passe.
Dinge die sich zu schnell ändern und von jedem einzelnen verlangen sich gefälligst anzu passen .
Die jenigen die es nicht schaffen bleiben zurück.

Alle wenden sich von ihnen ab und genau das will jetzt auch Arkan tun!.
Mich verraten und im Stich lassen ,genauso wie  es alle anderen zu denen ich irgendwann in meinem Leben eimal mühsam Vertrauen gefasst habe getan haben -einschließlich meiner Eltern.
<Nein David. Ich verrate dich nicht. Ganz im Gegenteil, ich will dich schützen. Nur deshalb treffe ich diese Entscheidung und du weißt es.> Sagt Arkan.

Seine Stimme ist so ungewohnt sanft dass es fast wehtut .
Verwirrende Emotionen- Eine Welle voller Zuneigung und Sorge fluten meinen Verstand.
Nein!.
Ich will es nicht!. Ich will ihn nicht hören und vor allem nicht fühlen!.
Hilflos kneife ich deshalb die Augen fest zusammen aber es hilft nichts.

Einen Yirk  im Kopf kann man nicht ausblenden.
< Du kannst diese Entscheidung aber nicht treffen... nicht für mich und nicht alleine>
Antworte ich deshalb als ich nach einigen Minuten endlich die Kraft dazu finde.
<Ja> Arkan seufzt und zieht sich endlich wieder ein wenig von mir zurück.
< Unter normalen Umständen. Aber das hier ist ein Ausnahmezustand. Überleben steht vor allem anderen und es liegt in meiner Verantwortung dafür zu sorgen dass dir nichts geschieht .>
< In deiner Verantwortung?!>

Ohne dass ich es verhindern kann verzieht sich mein Mund zu einem spöttischen Grinsen.
<Gar nichts liegt in deiner Verantwortung Arkan Vier-Fünf-Sechs, du bist kein Sub Visser mehr und ich bin nicht dein kleiner Untegebener mit dem du machen kannst was du willst!>
<David,hör mir zu ich...->
<Nein!, Wut kommt plötzlich in mir hoch. <Jetzt hörst du mir mal zu!, du denkst dir wahrscheinlich du tust das richtige aber das tust du nicht ist dir das denn gar nicht klar?!. Himmelherrgott du gibst diesen Mistkerlen das was sie wollen!,-
<David!>
<...-Du kriechst vor ihnen auf den Bauch und machst dich zu ihrem Sklaven in dem du dich durch ihre Taten einschüchtern und lenken lässt.>
<David!>
<Nein Arkan!. Ehrlich: Du sagst mir ich soll der Angst ebenfalls nachgeben weil es sicherer ist ausgerechnet du? oje da habe ich die ganzen Jahre gedacht du hättest mir beigebracht wie man für eine Sache einzusteht  und jetzt bist du auch nichts anderes als ein Feigling ganz ohne Arsch in der Hose . Kein Wunder dass ihr Yirks es nicht mal geschafft habt so einen popligen kleinen Planeten wie die Erde zu erobern wenn ... >    
<SEI STILL!, beim Kandrona David ,halt deinen Mund und wage es nicht direkt an mich zu richten was du gerade denkst  denn sonst vergesse ich mich und werde dir zeigen warum ich einmal ein Sub Visser des Imperiums war >

  So heftig wie zuvor seine positiven Emotionen überrollte mich nun seine Wut und Verzweiflung.
<Bei Noorgesh,verstehst du denn nicht?, ich habe mein Leben bereits gelebt und es ist nicht länger von Bedeutung, am wenigsten für mich selbst. Aber du !, du bist noch so jung und hast alles vor dir. Warum also sträubst du dich dagegen? weil du denkst dass du mich brauchst ?, weil ich dein Freund bin?. Oh David, hast du denn tatsächlich gedacht ich werde immer hier sein und dein Leben für dich leben?.>
<Nein, das habe ich nicht und ich will auch gar nicht dass du mein Leben für mich lebst!.>

Heiße Tränen brennen in meinen Augen , jetzt wo meine Wut so gut wie verraucht ist und ich fühle mich peinlich berührt von soviel Nähe und vorallem eins: Schwach .
Doch Arkan hat nicht vor mich einfach so zurück in die gewohnte Defensive zu lassen, jetzt wo ich endlich mal Zähne gezeigt habe .
<Was willst du dann?> Fragt er mich mit fester Stimme  obwohl er es natürlich längst weiß weil ich die ganze Zeit schon an nichts anderes denke .
<Dich!.> Sage ich deshalb trotzig.
<Ich will mein Leben für mich aber mit dir , ganz egal was auch passiert. Wir sind zusammen eine der stärksten Kreaturen die auf diesem bescheuerten Planeten rumläuft- Du weißt ich glaube an keinen Gott aber an ein Schicksal und das alles vorherbestimmt ist und wenn es unser Schicksal ist zu sterben dann sterben wir eben gemeinsam!.>
<Oh David!.>
Zu meinem grenzenlosen Erstaunen bricht Arkan in schallendes Gelächter aus und ich muß mich wirklich zusammenreißen um mir nicht instinktiv die Ohren zu zuhalten.
<Entschuldige, sagt er nach einiger Zeit, als er sich endlich wieder gefasst hat.
<Aber ich hoffe dass du dir im Klaren darüber bist dass du mir nach Yirk-Verhältnissen sozusagen einen Heiratsantrag gemacht hast... -Also gut ich werde bleiben aber nur wenn du  mir dein Wort gibst es ab jetzt tatsächlch zu tun. Du sollst leben und das nicht nur im körperlichen Sinne. Wenn du das zumindest versuchst werde ich für dich da sein  solange ich kann  .>

Für dich da sein solange ich kann...
Diese Worte versetzen mir einen Stich und ohne dass ich es verhindern kann stehlen sich Dinge in meine Gedanken  die ich eigentlich gar nicht denken will.
Gerade  weil ich ja weiß dass dass unsere gemeinsame Zeit sich tatsächlich langsam aber sicher dem Ende zu neigt.
Weil Arkan bereits weit über seiner Zeit ist.
Weil es in nur wenigen Monaten  schon so weit sein wird dass er durch meinen dummen  Egoismus unerträgliche Qualen leidet bis er schließlich und endlich stirbt .
Ich weiß  dass ich bald schon alleine sein werde .
Wieder  nur ich und das wahrscheinlich für immer da nichts und niemand Arkan ersetzen könnte, auch wenn ich es bisher immer überaus erfolgreich verdrängt habe und sich alles in mir dagegen wehrt den unabänderlichen Lauf der Dinge anzuerkennen   .

Allerdings bleibt mir gar nicht die Zeit mich im Selbstmitleid zu suhlen oder im tiefen Loch der Trauer zu versinken  dass sich so eben unter mir auf zu tun droht als   Arkan ohne lange zu überlegen  plötzlich die Kontrolle übernimmt und sich die Vorstellung seines mentalen eindeutig spitzbübisch  angehauchten Grinsens in meinen Verstand schleicht.
Erbarmungslos  und alles Negative bei Seite schiebend steckt er mich  mit seiner guten Laune an während er in meiner Jackentasche nach dem Handy tastet.  

Meine mehr als eindeutige Verwirrung ignoriert er dabei geflissentlich und ich weiß zu meinem grenzenlosen Schrecken  plötzlich auch ganz genau was er vor hat noch bevor er es ausspricht denn als ich durch meine Augen auf mein Smartphone schiele sehe ich  einen Namen aufscheinen .
Nina!, denke ich und möchte am liebsten schreien .
Dieser übergeschnappte Yirk will tatsächlich Nina anrufen und ich kann absolut nichts dagegen tun !.
<Oh ja. Ein Mal noch werde ich jetzt  dein Leben für dich Leben David Lawson. Ein letztes Mal damit du jemand anderen zum gemeinsam Sterben finden kannst... Natürlich erst nach einem langen und erfüllten Leben versteht sich> Gluckst er und drückt trotz meines heftigen Widerstandes ohne auch nur einmal mit der Wimper zu zucken auf Wählen....

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 07.07.2017. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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