Maria von Däniken

Dengue Fieber in Thailand (1987)

Weibliche Stechmücken benötigen Blut wenn sie "schwanger" sind. Ohne Blut kein Nachwuchs. Männchen hingegen sind brav, stechen.... nur ihre auserwählte Mücke. Hört Weibchen: schlimm für angezapfte Zwei- oder Vierbeiner ist nicht das bisschen Blutverlust, schlimm ist was ihr ihnen dabei - ungewollt - injiziert. Teilen sieht anders aus. Habe schon an anderer Stelle (siehe mehr darüber im Kapitel: Thailand) über meinen Krieg gegen Mücken in diesem Land geschrieben. Über zerstochene, juckende, zerkratzte, blutende, vernarbte Beine - Beine vor allem, aber auch andere Stellen. Hoffte immer, diese Plage werde nie Schlimmeres bringen: Malaria z.B. - Vorsorge-Tabletten hatten wir dabei - oder eben Dengue, das Dengue-Fieber, auch von Mücken übertragen. Vorsorge gegen dieses Fieber gibt es keine. Ein grosses Glück: ich erkrankte an der leichteren Form. Die schwerere, bei welcher es zu inneren Blutungen - Nieren, Lunge, Leber oder gar Hirn - kommt, kann tödlich verlaufen. Eine Holländerin litt unter letzterer, lag mit Blutungen in den meisten Organen im Spital. Ob sie dieses geheilt verlassen konnte habe ich nie erfahren.
Ich erinnere mich: Ungefähr ein Jahr nach meiner Ankunft in Thailand ist es so weit. Irgendeine freche Mücke hat auch mir ein schädliches "Mitbringsel" gebracht. Plötzliches starkes Kopfweh, Schüttelfrost. Ist es die Grippe? Gibt es überhaupt Grippe in Thailand? Eine Kollegin bringt mir den Fiebermesser: 40°! Beide Kolleginnen fragen sich: Arzt oder nicht Arzt? "Kein Arzt", meint die eine, "ich glaub ich weiss was es ist, hab über 10 Jahre im Laos gelebt, kenne die Symptome aus eigener Erfahrung: du hast Dengue, ein Virus von einer Mücke übertragen." Da könne auch ein Arzt nichts anderes als fiebersenkende Arzneien verordnen. 10 Tage liege ich da, 6 davon mit konstanten 40° "interner" Temperatur - aussen zwischen 30 und 35..... (Thailand). Essen kann ich nichts, muss es gleich wieder hergeben. Trinken steht immer da, meine zwei Kolleginnen umsorgen mich gut. Warten, versuchen zu schlafen, trinken, aushalten, dahin dösen, lesen?, zu müde, so läuft mein Tages- und Nachtprogramm. Am 10. Tag dann die "Überraschung": geröteter Ausschlag über den ganzen Körper - dem Ausschlag bei Masern nicht unähnlich - Fieber endlich am sinken. Aufatmen, auch wenn mich die Beine kaum tragen. "Du musst dich schonen, wirst mindestens einen Monat brauchen bis du wieder einigermassen brauchbar bist, ich spreche aus Erfahrung", so meine erfahrene Kollegin. Sprachs und geht in der Folge fast jeden Tag am frühesten Morgen - 5 oder 6 Uhr - zum Markt. Wer ein wirklich gutes und wertvolles Stück Fleisch erstehen will findet dieses nur um diese Zeit. Später ist es zu spät. Im Dorf selber gibt es keine Metzgerei. Was meine Kollegin für mich will ist gutes Fleisch damit ich schnell wieder zu Kräften komme. Die Zeit meiner Erholung benutze ich um die Sprache zu lernen. Unsere Köchin, gleichzeitig das Haus bewachende Thailänderin spricht nur Thai. Sehr gute Gelegenheit eine Sprache zu lernen. 
aus: "Kreuz und quer" auf der Plattform meet-my-life.net "Autobiografien lesen"

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