Andreas Rüdig

La Homa, die Herreninsel

Lesbos heißt eine griechische Mittelmeerinsel. Dort wurde die erotische Ausstrahlung und gelebte Sexualität unter Frauen entdeckt und weiterentwickelt. Auch heute werden noch Ehebrecherinnen und andere Straftäterinnen zur Kur dorthin geschickt.

La Homa heißt eine Insel in der Karibik. Sie ist ein Ort der Lasterhaftigkeit. Dort können Männer ihre gleichgeschlechtliche Liebe ausleben.

Noch schlimmer sieht es auf La Sodoma aus. Voyeurismus, Exhibitionismus, Sadomaso, Onanie und Masturbation können dort ausgelebt werden.

Sie haben noch nie von diesen Inseln gehört, liebe Leser? Nun, das ist auch kein Wunder. Sie stehen in keiner Weltkarte und in keinem Reisekatalog. Mund-zu-Mund-Propaganda sorgt dafür, daß entsprechend veranlagte Menschen ihren Weg zu diesem Inselparadies findet.

Entdeckt haben wir das Eiland eher durch Zufall. Ich war damals auf einem wissenschaftlichen Expeditionsschiff beschäftigt. Wir sollten streng geheim die Geologie, Geographie, Zoologie und Botanik vor Ort erkunden und herausfinden, wie sie von unserem Land wirtschaftlich erschlossen werden kann.

Um Diskretion sicherzustellen, war unser Schiff als luxuriöses Kreuzfahrtschiff getarnt.

Vom Bermuda-Dreieck haben Sie bestimmt schon einmal gehört, liebe Leser. Dort verschwinden Sachen auf unterklärliche Art und Wiese. Es gibt Parallelwelten, Teleportation und viele andere unerklärliche Phänomene, die es ansonsten nicht gibt.

Unser Schiff muß dem Bermuda-Dreieck jedenfalls sehr nahe gekommen sein. Unsere Navigationsgeräte spielten plötzlich verrückt, so daß wir uns nicht mehr zurechtfanden. Keine der Inseln, die wir ansteuerten, war auf einer unserer Karten verzeichnet. Und auf einmal tauchte auch noch ein Piratenschiff auf. Ein unbewaffnetes Schiff wie unseres konnte es natürlich trotz der zahlenmäßigen Unterlegenheit problemlos entern. Mittels eines starken Magneten wurden wir nach La Homa geschleppt.

Was auf den ersten Blick traumhaft schön aussah (mit seinen Palmen, dem weißen Strand sowie blauem Wasser), entpuppte sich jedoch schnell als Albtraum. Nur Männer gab es dort, keinerlei Frauen und Kinder. Selbst in den Bordellen - nur Männer. "Willkommen im Männerparadies!" hieß uns der Piratenkapitän willkommen.

So eine reiche Beute wie uns hatte er schon lange nicht mehr gemacht. Nicht unser Schiff und seine Ausrüstung war sein Ziel gewesen - nein, wir die Männermannschaft sollte für einen Zuwachs bei der Inselbevölkerung sorgen. Können Sie sich vorstellen, wie ekelig es ist, einen bärtigen Mann zu küssen und ihm am pelzigen, behaarten Hodensack zu kraulen? Nein? Ist auch besser so.

Schon nach einer Woche "Einarbeitung" waren wir von der Forschungscrew aufmüpfig. Paulchen, unser Navitationsoffizier, drang daraufhin heimlich in den Steuerraum des Piratenschiffes ein und stahl sämtliches Kartenmaterial. "Schaut mal - dort gibt es einen Riß im Raum-Zeit-Kontinuum," rief er nach kurzer Zeit freudig aus. "Vielleicht können wir ja dort fliehen!"

 Doch wie dort hinkommen? "Ich zeige auch den Weg," hörten wir in diesem Augenblick unerwartet eine Stimme. Einer unserer Mitgefangenen hatte unbemerkt unsere Unterhaltung mitbeikommen. Ebenfalls von Fluchtgedanken beseelt wollte er uns helfen. Und wohl auch mit uns fliegen.

"Wir veranstalten eine Regatta. So erzählen wir es unseren Herren und Gebietern. Es gibt hier viele kleine Nußschaloen als Boote, mehr als genug für uns alle. Wir können auch alle gemeinsam durch den Riß schlüpfen."

Die Idee hörte sich großartig an. Also: gesagt getan. Wir bestiegen die Trainingsboote. Wie sich aber herausstellte, wollten sehr viele Hetero-Männer fliehen.- die Zahl der Nußschalen war unüberschaubar groß. Die Freibeuter der Parallelwelt hatten keine Chance gegen uns. Sie feuerten zwar einige Kanonenschüsse auf uns ab, trafen und versenkten auch einige unserer Boote (unser Schöpfer sei den Männeropfern gnädig); uns Übrigen gelang aber unbeschadet die Flucht.

"Da sind sie!" Dieser Ruf empfing uns in der "richtigen" Welt. Unser Forschungsschiff war vor einigen Tagen als vermißt gemeldet und sein Suchtrupp losgeschickt worden. Ein paar erstaunte Gesichter sahen wir schon ob der großen Zahl  der Geretteten. Der wissenschaftliche Nutzen überwog aber den Aufwand.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 30.07.2017. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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