Georg Wegener

Leahs Geschichte

 

Hallo Freunde der Fellkinder.

Mein Name ist Leah und ich möchte euch gerne eine Geschichte erzählen.

Ich bin eine kleine Hundedame von vier Jahren, habe ein ganz schwarzes Fell

und wie mein Hundepapa immer sagt, treue und braune Kulleraugen.

Ich kam vor einem Monat aus Kroatien aus einer Tötungsstation hierher

nach Deutschland. Dort wo ich herkomme, geht man ganz grausam mit uns Hunden um!

Wir haben dort überhaupt keine Rechte. Wir werden angeschrien, getreten und mit

Knüppeln verhauen. Auch wurden schon dicke Steine nach uns geworfen. Mir erging

es auch so. Größere Hunde liegen meistens in schweren Ketten vor kaputten und viel

zu kleinen Hütten. Sie haben gerade mal zwei oder drei Meter Platz, um sich im Kreise zu drehen.

Nein, in Kroatien ist es nicht schön! Doch dort gibt es auch ganz liebe Menschen. Sie versuchen

uns, die Hunde, aber auch die Katzen vor den bösen Menschen in Sicherheit zu bringen. Das hat

schon sehr vielen von uns das Leben gerettet und wir kamen in Deutschland bei ganz lieben

Pflegefamilien unter. So auch ich, die kleine Leah.

Irgendwann fühlte ich, dass etwas anderes mit mir geschehen wird und ich wurde aus der Tötung

geholt. Alles ging so schnell, dass ich mich nicht mal von meinen Leidensgenossen verabschieden

konnte. Nun kam ich in eine Pflegestation, in der meine Wunden versorgt wurden.

Nach langem Transport in einem großen Auto mit vielen anderen Hunden, durfte ich vor einigen

Wochen diese Pflegestation in Kroatien verlassen. Das war vielleicht anstrengend! Dazu kam unsere

 Angst und Sorge, wohin man uns nun bringen würde. Wir wussten ja nichts.

Irgendwann hielt das große Auto an und wir hörten viele menschliche Stimmen da draußen.

„Aha, jetzt geht’s los“, meinte ein Terrier links über meiner Box. Eine andere Mischlingshündin

erklärte: „Schlimmer, wie das was wir schon hatten, kann das was kommt auch nicht mehr sein.“

Ein kleiner Welpe lag direkt neben mir und weinte bitterlich, weil er große Angst hatte, wieder

geschlagen zu werden. Ich legte meine kleine Pfote an ihn heran und sagte zu ihm: „Alles wird gut.

Du wirst sehen. Du bekommst bestimmt ein schönes neues Zuhause.“

Plötzlich öffnete sich die große Türe und wir konnten frische Luft atmen. Wir waren wohl

angekommen. Zuerst mussten wir uns an das Tageslicht gewöhnen, aber dann sahen wir alle unsere

neuen Familien. Nur wussten wir nicht, wer zu wem kommt.

Ich musste nicht lange warten! Eine tiefe aber sehr warme Stimme hörte ich fragen: „Wo ist unsere

Leah? Ich möchte Leah abholen!“ Damit war ich gemeint. Es hieß ja keiner sonst Leah. Das ist meine

neue Familie, die mich da ruft! Und dann sah ich ihn. Ein großer Mann kam auf mich zu. „Leah!

Meine Leah“, hörte ich ihn immer wieder sagen. Und er nahm mich aus meiner Box, auf seinen Arm

und er küsste mich mit Tränen in seinen Augen, obwohl ich bestimmt nicht gut roch und mein Fell

sich furchtbar anfühlte. Ich war einfach ungepflegt und wenig attraktiv.

Doch mir blieb das Bellen im Halse stecken, so überrascht war ich. Zum ersten Mal in meinem Leben

erfahre ich so eine Liebe und Herzlichkeit. Und ich wusste sofort, ich bin nun endlich angekommen.

Ja Leute, ich kann wieder glücklich sein. Ich wedele wieder mit meiner Rute und suche ständig die

Nähe von meinem neuen Papa und meiner neuen Mama. Auch habe ich wieder viel Lust zum Spielen

bekommen und das tut Papa ganz oft mit mir. Ich lasse mich sehr gerne krabbeln und streicheln.

Dazu lege mich auf meinen Rücken, damit Papa an mein Bäuchlein kommt. Von uns Hunden aus ist

das ein großer Vertrauensbeweis an die Menschen.

Doch eines noch: Da gibt es noch eine andere Hündin in meinem neuen Zuhause. Also irgendwie ist

sie ja dann meine Schwester, oder? Es ist auch ein Mischling, so wie ich. Ganz hellbraun ist sie und

sie heißt Greta. Und sie ist bildschön! Auch sie kam vor einigen Monaten aus Kroatien zu meiner

Familie. Mit Greta verstehe ich mich gut und ich lerne von ihr sehr viel. Missgunst und Eifersucht

kennen wir nicht, da Mama und Papa uns beide gleich lieb haben und immer fair behandeln.

Leider weiß ich nicht, was aus den anderen Hunden vom Transport geworden ist. Auch nicht von dem

kleinen Welpen. Doch ich wünsche jedem Hund, dass er eine Familie findet, wie Greta und ich sie

gefunden haben. Damit alle Hunde und Katzen erfahren, dass es Menschen gibt die mehr können,

als uns zu demütigen und zu quälen.

 

In Freundschaft,

eure wieder glückliche Leah.

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 15.08.2017. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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