Georges Ettlin

Die Selbstentblössung des Schriftstellers


Nichts ist für den Schriftsteller so interessant wie das eigene Ich. Das eigen Ich kommt auch dann
zum Vorschein, wenn der aufrichtig- Schreibende andere Menschen beschreibt. Es stellt sich dann die
Frage nach der Rentabilität der Selbstentblössung in Bezug auf die eigene Seelenhygiene:
Kann man damit die eigenen Wunden heilen? Kann man dadurch andere Menschen heilen
oder zumindest,... trösten?
Leidenschaftlich versucht man literarisch und moralisch Grenzen zu überschreiten, Mut zu beweisen...oder wiill man
durch das Feedback von fremden Lesern zu einer besseren Selbsterkenntnis kommen?
Natürlich, da kommt dann auch bald die Fantasie zum Zuge : Aber auch das wird früher oder später
zu einer lustvollen Darstellung des Ichs und die Fantasie wird zu einem Mäntelchen, die die Realität des Ichs
keusch bemäntelt, auch zum Schutz vor einer eventuellen schmerzhaften Kritik.
Die Sinnfrage des Schreibens erschöpft sich nicht nur in der Unterhaltung des Lesers, in der Lust des
Verschenkens von eigenen Gedanken aus altruistischen Gründen, sondern bezweckt wahrscheinich auch
eine Selbstheilung der Psyche durch Verbesserung der Orientierung der
eigenen Existenz im Universum des Seins. Der zu bezahlende Preis ist immer die Selbstentblössung.

Angst und Sterblichkeit : Kann man den eigenen, realen Tod durch das literarische Werk vermeiden?
Nein, denn wenn auch  seine Literatur überlebt: Der Schreibende ist einfach tot, wenn er
verstorben ist. Was nützt ihm dann der gute Nachruf ?

***

c/G.E.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 19.08.2017. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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