Anne Eckardt

The Tribe Eine Welt ohne Erwachsende Kapitel 2

Kapitel 2: Der Keller der Fabrik


Erzählerin: Xena

Nach dem wir alle etwas von der Suppe gegessen hatten, verliesen wir den großen Raum und gingen den Flur hinunter wobei wir wieder an der Tür vorbei kamen hinter der uns die Rattenhorde entgegen gekommen war. Ich machte einen Bogen um die Tür. „Ist alles ok?“ fragte Charlotte nach. „Ratten...“ antwortete ich „...da kam Gestern eine Horde Ratten raus...“ „Ach so“ sagte Justin. Er warf einen Blick in den Raum. Dieser stank nach Rattenkot und alten Abwässern. „Wartet mal“ sagte Justin plötzlich. Wir blieben alle stehen. „In dem Raum ist eine Treppe.“ Erstaunt öffnete ich die Tür und machte große Augen: Das Zimmer hinter der Tür verfügte tatsächlich über eine Eisentreppe die in einen Keller hinunter zu führen schien.“Hat jemand mal eine Fackel oder so etwas?“ fragte Justin im Spaß in die Runde. Niemand antwortete, statt dessen machte es hinter mir drei mal laut: KRACK! Ich fuhr herum. Charlotte hatte ein altes Holzregal in der Ecke des Zimmers in seine Einzelteile zerlegt. „O-K...“ sagte Fynn in einem merkwürdigen Tonfall und nahm sich zögerlich einen der Holzstäbe die aus den Seitenwänden des Regales herausgefallen waren. Charlotte, Justin und Ich nahmen uns ebenfalls je einen.

Damit gingen wir drei zurück zu unserem kleinen Lagerfeuer und versuchten unsere Fackeln in der noch heißen Glut anzuzünden. Charlotte, Fynn und ich hatten Erfolg doch die von Justin wollte und wollte einfach nicht brennen. Schliesslich gab er den Versuch auf und wir gingen zurück zur Kellertreppe. Mit unseren provisorischen Fackeln beganne wir langsam die Stufen herunter zu steigen. Im Kopf zählte ich leise die Stufen mit, eine „Macke“ die ich bereits vor dem Virus hatte. Egal welche Treppe ich hinauf oder hinunter ging, ich zählte jede einzelne Stufe. Nach 32 waren wir unten angekommen. Der Schein unserer Fackeln erhellte schwach einen dunklen Flur dessen Decke mit Spinnenweben überzogen war. An der linken Wand befand sich ein dickes Metallrohr. Die rechte bestand aus, mit weißer Farbe übermalten, Ziegelsteinen. Am Ende des Flures fanden wir eine Tür auf dem ein großer Aufkleber mit der Aufschrift: Vorsicht Hochspannung, angebracht war. Ich drückte die Türklinke herunter und zog die Tür langsam nach aussen auf. Hinter der Tür befand sich eine niedrige Empore aus Metall von der aus auf der rechten Seite eine kleine Treppe mit 3 Stufen in einen Raum führte in dessen Mitte ein alter Stromgenerator von der größe eines Autos stand. „Ob der noch funkzioniert?“ fragte Fynn halb im Spaß. „Wird sich herausfinden lassen“ antwortete Charlotte und ging zu einem großen, grauen Schalter an der Seite und drückte ihn herunter. Nichts geschah. „Ich glaube die Antwort lautet Nein“ sagte sie enttäuscht.

„Ich will ja nichts sagen“ sagte Justin plötzlich „Aber unsere Fackeln geben langsam aber sicher den Geist auf.“ Tatsächlich begannen sie bereits komisch zu flackern. Wir machten uns wieder auf den Weg nach oben. Als wir endlich wieder oben waren sah ich durch die Fenster des großen Raumes das es draussen wie aus Kübel schüttete. Am liebsten hätte ich gewusst wie Spät es war doch da niemand von uns eine Uhr besaß erübrigte sich die Frage. Von meinem Bauchgefühl her hätte ich gesagt dass es bereits früher Nachmittag war.

Ich merkte das ich vollkommen durchgefrohren war. Ein Glück hatten die anderen das Feuer wieder in Gang bringen können. Wir wärmten uns so gut es ging auf. „Wir sollten am besten nach mal in der Umgebung nach etwas Essbaren suchen“ schlug Fynn vor. „Und wenn draußen die Wilderer sind?“ fragte Justin. Ich seufzte, stand auf und lief durch den Raum. In einer Ecke fand ich was ich suchte: Zwei lange Metallstangen die an ihrer vorderen Seite bereits etwas angerostet waren. Ich nahm mir eine und Charlotte und Justin tat es mir gleich. „Na dann los“ sagte ich. Wir verliesen den Raum und machten uns auf den Weg zu dem ausgehebelten Fenster. „Wer war das den?“ fragte Charlotte. „Das war ich“ antwortete Jana „Ich musste es aushebeln damit wir hier herein kommen.“ Wir kletterten, einer nach dem anderen, durch das Fenster nach draußen. Es regnete ein Glück nicht so das wir über den mit Unkraut übersäten Beton der Straße laufen konnten ohne nass zu werden. „Wohin führt diese Straße eigendlich?“ fragte Justin ganz beiläufig. „Ich weis es nicht“ antwortete ich. Man konnte das Ende der Straße, welche in westlicher Richtung eine Hügelkuppe überquerte, nicht erkennen. In Östlicher Richtung endete sie auf einer Freifläche die einmal ein Parkplatz gewesen sein muss. Wir liefen einmal über die Straße und überkletterten eine Leitplanke. Hinter dieser gab es einen großen, mit Unkraut übersäaten Acker.

Jedenseits davon erhoben sich zwei riesige, zylinderförmige Stahltürme. Zu deren Füßen befand sich ein niedriges Gebäude welches durch dicke Rohe mit den beiden Stahltürmen verbunden war. „Das scheint mir mal eine Farm oder so etwas in der Art gewesen zu sein“ sagte Charlotte. Wir überquerten den Acker wobei wir immer wieder in zentimetertiefe Löcher im Boden stolperten und aufpassen mussten nicht der Länge lang hinzufallen. Es kam mir wie eine Ewigkeit vor bis wir das andere Ende des Ackers erreicht hatten. Dort angekommen erlebten wir eine Überraschung. „Ein Teich!“ rief Justin erleichtert. Das winzige Gewässer befand sich genau neben den beiden Stahltürmen. Das Gebäude unterhalb von ihnen hatte ein eingestürztes Dach und wirkte als stände es bereits seid Jahrzehnten leer und nicht erst seid 10 Monaten. „Was hast du vor?“ fragte ich Fynn als ich sah das er sich in Richtung des Gebäudes begab. „Ich will mich mal da drinne umschauen“ erklärte er und hatte sich bereits mehrer Meter von mir entfernt. „Ich gehe da mal lieber mit“ sagte ich und folgte Fynn in Richtung des Gebäudeeingangs. Dort angekommen sahen wir das eine der beiden Flügeltüren aus ihren Angel gebrochen war und jetzt im Inneren des Gebäudes lag. Über jeder der Türen gab es ein rechteckiges Glasfenster aber nur noch eine der durchsichtigen Schreiben war intackt. Langsam betraten Fynn und ich das Innere. Dort gab es zu nächst außer einigen, in der Ecke liegenen, halbverrosteten Metallstangen nicht viel. Genau vor uns verlief eine Art Geländer aus Holz bis zum anderen Ende des Gebäudes. Dort stand eine alte Maschiene die mich an einen überdimensionierten Mixer erinnerte. Ein Metallrohr verlief von der Maschiene aus bis an die vordere Wand des Raumes. Neben diesem stand ein großer Sack und einige Glasflaschen. „Kann nicht schaden“ sagte ich und nahm mir ein paar der Flaschen. Ich musste an den kleinen Teich denken den ich draußen gesehen hatte und steckte mir je eine der Flaschen in die Innentaschen meiner Jacke. Außerdem nahmen wir uns noch eine 1x1 Meter große Holzplatte mit die neben der Maschine an einer Wand lehnte. Was die anderen damit vorhatten wusste ich nicht. Zusammen mit den Gegenständen machten wir uns auf den Weg zurück zum Fabrikgebäude wobei mir auffiel dass sich Charlotte einen Hammer in die Tasche ihrer Jacke gesteckt hatte. Wo sie den her hatte wusste ich nicht. Als wir wieder am Fenster auf der Rückseite der Fabrik waren mussten Charlotte, Justin und ich unsere Kräfte bundeln um die Holzplatte durch das Fenster zu heben. „Was wird das eigendlich wenn es fertig ist?“ fragte Fynn wie beiläufig. „Ein Tisch“ antwortete Justin. Wir trugen die Holzplatte in den Raum vor unserer Schlafstätte und begannen gleich den Tisch zusammen zubauen. Es war zwar kein Kunstwerk, aber besser als gar nichts. „Wenn wir hier schon wohnen, sollten wir es uns so gemütlich wie möglich machen“ sagte Charlotte.

Die nächsten Stunden suchten wir die Fabrik und ihre Umgebung nach Gegenständen ab die wir nutzen konnten um Charlottes Idee in die Tat um zu setzen. Fynn bastelte aus einem Stück Draht und Holzstöcken eine Art Fischernetz die er zwecks Dekoration an die Wand des Raumes hing.

„So“ sagte er „Damit sieht die Wand nicht mehr so...“ noch ehe er zuende sprechen konnte hörten wir ein lautes Geräusch. Im Augenwinkel sah ich wie Jana ihr Messer zog. Ich schnappte mir einen Holzstock. Fynn und Charlotte taten es mir gleich. „Was war das?“ fragte Justin. Leise schlichen wir uns, immer hinter Jana her, in Richtung des Eingangs.

Dort erlebten wir vier eine Überraschung: Wir schauten in die Gesichter zweier, vollkommen erschrockener Jungen. Beide rissen die Hände nach oben als sie erkannten das wir in der Überzahl waren. „Wer seid ihr?“ fragte Charlotte. „Wir sind unbewaffnet“ sagte einer der Jungen. Er hatte dunkle Ringe unter den Augen und wirkte übernächtigt. „Xena, Fynn“ sagte Jana. Wir nickten und gingen zu den beiden Jungen. Die beiden legten sich hin während wir sie durchsuchten. Wir fanden nichts. „Sie sind in Ordnung“ sagte ich. Jana nickte und erlaubte den Jungen schließlich sich zu erheben. Dabei viel uns auf das einer der beiden humpelte. „Was ist mit ihm?“ fragte Jana. „Leon hat sich am Fuß verletzt“ erklärte der Größere der beiden. „Und wie heißt du?“ fragte ich.

„Elias“ sagte der Junge. Ich schaute zu Jana und erkannte in ihrem Blick gleich das sie die beiden nicht würde laufen lassen.
Nach dem Jana den anderen erklärt hatte was passiert war wendete sie sich an Elias und Leon: „Euch ist klar das wir euch nicht so einfach wieder laufen lassen werden.“ Die beiden nickten. Mit diesen Worter stand fast das wir ab heute anscheinend zwei Gefangene haben würden.

Das ist meine erste Fan-Fiktion über The Tribe! Nehmt es mir bitte nicht übel wenn in der Geschichte nicht alles so perfekt ist.
Anne Eckardt, Anmerkung zur Geschichte

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 26.08.2017. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Schmetterlinge im Bauch und Kopf von Hartmut Pollack



"Schmetterlinge im Kopf und Bauch" ist mein holpriger lyrischer Erstversuch. Mit Sicherheit merkt man, dass es keine Lektorin gab, wie übrigens auch bei den anderen beiden Büchern nicht. Ungeordnet sind viele Gedichte, Gedankenansätze, Kurzgeschichten chaotisch vermengt veröffentlicht worden. Ich würde heute selbstkritisch sagen, ein Poet im Aufbruch. Im Selbstverlag gedruckt lagern noch einige Exemplare bei mir. Oft schau in ein wenig schmunzelnd in dieses Buch. Welche Lust am Schreiben von spontanen Gedanken ist zu spüren. Ich würde sagen, ein Chaot lässt grüßen.

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