Alexander J. Scheuch

Gesetz des Einsiedels Xaver von Bingen

Erzaehlung als Prolog

Während der Wald- und Rodungsarbeiten in den Wäldern von Bingen am Rhein, fand ein Fußgänger am 13.01.1995 im aufgewühlten Gehölz zwei kleine Tontafeln, welche die Aufschrift der Gesetze zum Gemeinwohl des Einsiedels Xaver von Bingen aus dem Jahre 1224 u.Z. trugen.
Überrascht von diesem Fund und sich dessen Tragweite bewußt, übermittelte er diese Tafeln zur Wissenschaftlichen Untersuchung an ein Frankfurter Unternehmen.
Dabei wurden diese leider zerstört!
Eine Vorab-Textüberarbeitung ergab jedoch eine genaue Anlehnung an den Urtext, die eine Allgemeinverständlichkeit in der heutigen Sprache für den Leser gewährleistet.
Über die Person des Xaver von Bingen weiss man wenig. Scheinbar bewiesen allein diese Tafeln seine einstige Existenz. Beachtlich ist der Mut zur Aussage des Inhalts für die anzunehmend damalige Zeit, den der Autor zum Ausdruck bringt. Wenn auch das Alter und der Autor jener Schrifttafeln nun umstritten sein koennen, ist doch deren Inhalt für uns heute von allerhöchster Brisanz.
Nach eigenen nun mehr monatelangen Erfahrungen unter Anwendung ihrer aufgefuehrten Gesetze, stellten sich "einzigartige" Erfolge ein.
Nutzen auch Sie den Weg zum Erfolg, die sich hinter diesen Gesetzen verbirgt!?
Um es mit den Worten von Xaver von Bingen zu sagen: „ ... damit kein Unheil Dich ereile und Glueck Dir wohl bescheret sei, auf immerdar.“
Der Verfasser

Die Gesetze zum Gemeinwohle
Die Weisheiten des Einsiedels Xaver von Bingen:

Die Vision
Ich, Xaver von Bingen, der Einsiedel, befand mich am 25. des Monats Juno, anno domini 1224, an den Ufern des Rheins zu Bingen, umgeben von maechtigem Baumgestrauch. Es war die achte Tagesstunde, in der mich die Vision ereilte, dem Volke zu raten die Worte, die mir durch die Natur inspiriert in den Sinn gerufen, in der Erkenntnis des Ewigen und Allmaechtigen.
Hoehre, oh Mensch, Dir zum Wohlergehen, der Du die Kroenung aller Erden-Kreaturen und ihrer Schoepfung bist:
Reinige Deine Seele in der Morgenstund.
Bei Sonnenaufgang ergiesse sich kaltes Wasser über Deinen ganzen Körper.
Das Weib vollziehe mit beiden Haenden leicht kreisende Bewegung auf ihren Bruesten,
den oberen Schenkeln und dem Podex.
Dem Manne sei geraten, selbiges an seinen Hoden zu tuen.
Dies Prozedere ist am Morgen zu vollziehen ein einzig` Mal.
Volles Korn soll Dir an des Tages Anfang als Speise bis zur Saettigung dienen,
geloest in Milch einer braven Kuh. Iss nur wenig Weizen.
Zwei Mass Wasser aus reiner Quelle eines Felsens solltest Du trinken, und so Dein Inneres reinigen.
Als dann beginne Dein Tagewerk, sei es auch hart. Tu´ es dennoch mit der Freud, denn es hält Dich und die Deinen am Laben.
Zu jener Tageszeit, wenn die Sonne im Zenit, am hoechsten steht, kehre zur Ruhe zurueck.
Der Apfel und eine Runke Brot diene Dir als Speise.  Das Kuhfett sollte auf ihr nicht fehlen. Allerlei Frucht von Baum und Strauch erfreue Deinen Gaumen, frisches Wasser erquicke Dein Gemuet.
Vom Blute halte dich fern. Ersticktes meide. Fleisch verzehre nur wenig, denn es bringt Faeulnis in deine Eingeweide.
Und nun, oh Mensch, vollende das Tagewerk. Wenn der Tag sich neigt, bereite Dir die leichte Speise. Der Gruenertrag des Ackerbodens, der Kohl, die Ruebe, oder die Erdwurzel, gedaempft in klarem Wasser, mit Kraeutern geschmueckt. Den halben Becher herben Weines vergiss` nicht, den suessen jedoch meide, ebenso den Rauch der Kräuter.
Deinen Geist beruhige, in dem Du mit gedaempfter Stimme mit dem Lesen des ersten Verses aus dem Buch der Buecher beginnest. Bevor Du Dich zur Ruh` begiebest und Dein Haupt sich zum Schlafe neigt, lass` allabendlich einen weiteren Vers dann folgen. Werd´ hernach Taeter seiner Worte. Beacht´ ihre Prophetie und die Zeichen der Zeit.
Meid´den Pfaffen. Verbann` das Kreuz als Goetzen; bau Dir keinen anderen auf. Stimmen der mystischen Goetter meide.
Flieh´ dem Irrtum der Dreifaltigkeit, des Zoelibats und der grausam´ Höllenlehre. Gehorche Gott mehr als dem Koenig.
Mit dem Gleichgesinnten umgebe Dich, oder pfleg´ die Einsiedelei.

Die Liebe
Tu´ Kund, oh Mann, Deine Liebe Deinem Weib. Weib, achte Du Deinen Mann. Teaglich zeiget Eure Zaertlichkeit und erfüllet Eure ehelich Pflicht, so dass neues Leben aus Euren Lenden entstehen möge zu Ruhm und Ehr` der ganzen Schoepfung. So bleibet einander stets ergeben.
Lege dich als Mann nicht zum Manne und als Weib nicht zum Weibe.
Lege dich zu keinem Tiere.
Schaende nicht ein Kind noch vergehe dich an deinem Familien-Blute.
Sei ehrlich, genuegsam, hifsbereit und treu.

Der Ritus
Des Nachts, wenn der Regen sich ergiesst, Blitz und Donner die Luft erfuellt und der Vollmond dabei sich zeigt,
begib Dich in die Waelder, vergiss die kleine Amphore guten Weines nicht. Unter einer Birke vollziehe das Ritual:
Fuelle den Kelch mit dem Wein aus der Amphore bis zum Rand. In Andacht nimm ihn in beide Haende.
Strecke den Kelch weit vor Dich. Der Regen sich mit Wein verbinde.
Fuehre den Kelch zurueck zum Munde und trink` aus in einem Zuge.
Wiederhol` das Ritual, bis sich Amphor` und Kelch geleert. Schliess` die Augen und werde eines mit der Welt.

Die Mahnung
Diese Worte wohl beachte und nimm nicht fort, noch füg hinzu, damit kein Unheil Dich ereile und Glueck Dir wohl bescheret sei auf immerdar.

Die Weissagung
- Siebenstein holt den Weltenbrand herbei.
Es folgt die grosse Friedenszeit
des Heiles der Scheinhelligkeit.
- Koenig aus dem Norden
kaempft gegen den des Suedens.
Kampf blutruenstiger Horden.
Gigantische Feuer-Pfeile des Todes.
- Gewalttat
hat Gewalt
gewaltiger Macht.
- Kirchen seh´ ich brennen,
Moscheen vergehen,
Synagogen lodern,
Tempel zersprengen.
- Von den vier Ecken
kommen die Engel,
stuermen herbei die starken Brisen.
- Daemonen verloren,
Menschenseelen vergehen,
Tiere verstieben,
Pflanzen verdampfen.
- Die Welt grausame Reinigung erhaelt,
weil sie den Namen Gottes verhoehnt.
Sein ihm Treuer ueberlebt.

Xaver von Bingen
25. Juno anno domini 1224

Alle Rechte vorbehalten bei EsAD-Lyrik-Forum,
Alex. J. Scheuch, Klaus-Groth-Str. 23, ( 25813 ) Husum, 06.09.2017,
vormals Buchschlager Allee 17a, ( 63303 ) Dreieich,
Erstveröffentlichung 29.06.1995, Stand 06.09.2017

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 06.09.2017. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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