Jürgen Malodisdach

Maienträume-Sonntagsträume

Fünf Uhr . Augen wieder zu. Nochmal ein Blick auf die Uhr. Immer noch Fünf. Ich bin ein bißchen munter. Aber nur ein kleines Bißchen. Es ist auch noch nicht richtig hell. Fast noch dämmert der Morgen so vor sich hin. Nicht hell, nicht dunkel. Bin ich noch etwas benommen, noch im Rausch der nächtlichen Erlebnisse beim Tanzen mit Hanna ?

Vielleicht auch beim letzten gemeinsamen Spaziergang um die Häuser ? Ich halte Hannas Hand, sie hält meine. Ein wunderschönes Gefühl geht von dieser Verbindung aus.

Ihre schöne Hand, die zart und anschmiegsam ist. Wohl geformt, nicht mit Krallen von Fingernägeln wie sie Raubvögel oder Schaufeln, wie sie Bagger oder Gartengeräte haben. Finger, bei deren Berührung eine große Wärme und Vertrautheit auf mich überspringt. Als wären Stromimpulse unterwegs und lösten tolle Empfindungen aus. Keine verletzlichen, dafür liebevolle und auch sehnsuchtvolle Gefühle bringen.

Ich habe so etwas nur mal gehört. Wie Liebe auf den ersten Blick. Vielleicht in Filmen gesehen oder in Bücher gelesen. Noch niemals erlebt.

Das eine Berührung eine Flut von Gefühlen auslösen kann, zeigt Gemeinsamkeiten. Ich träume vor mich hin.

Es könnte auch schneller später werden . Wir sind verabredet. Aber erst zum Nachmittag.

Fünf Uhr, immer noch. Die Zeit geht nicht weiter. Ich liege ja im Bett. Allein. Verträumt. Fühle trotzdem die Zartheit Hannas Hände. Höre ihre Stimme. Spüre die Berührung ihrer Lippen und habe eine unendliche Sehnsucht.

Irgendwann ist es aber trotzdem soweit. Im Kurheim hat man Verpflichtungen. Das tägliche Wiegen und allerlei sonstige morgentliche Kontrollen. Dann beim Frühstück im Speiseraum sieht man viele verkaterte Gesichter. Sogar mißmutige und auch irgendwie benommene oder vom Vorabend gezeichnete Kurgäste. Es ist seltsam leise, das zeigt auch , dass viele mit ihren Gedanken woanders sind.

Eine halbe Stunde Später hat sich das Bild vollkommen gewandelt. Die Gemeinsamkeit, das schöne Frühstück mit Kaffee und allerlei Annehmlichkeiten, dazu die langsam anlaufenden Gespräche über Erlebtes bei der gestrigen Veranstaltung, taten ihr Übriges dazu.

Und was jetzt ? Das, was in den letzten Wochen so angenehm, so voller Unternehmungsgeist, so voller Optimismus und Tatendrang vorhanden war, machte jetzt Platz auf die Aussicht, am Nachmittag Hanna wieder zu sehen.

Also nun reiß dich mal zusammen sagte ich zu mir. Die nächsten Stunden sollen nicht vergeudet oder vertrödelt werden. Schon gar nicht mit gelangweilten oder auch langweiligen nichtsnutzigen

Dingen oder Gedankenspielen vertan werden.

Tue etwas sagte ich zu mir und ich tat etwas.

Im Vorraum des Speisesaales hatten sich einige der bekannten Kurgäste versammelt. Was hatten sie vor? Ich gesellte mich einfach dazu, so wie das in der Vergangenheit öfter geschah. Man diskutierte über die Möglichkeiten, den Vormittag bis zum Mittagessen zu nutzen.

Treffen im Spielsalon ? Ach nö. Dazu war es draußen viel zu schön. Ins Schwimmbad gehen ? Wieder nö oder auch nein.

Das war ein Programm für den Nachmittag. Also wandermäßig anziehen und ab in die Natur. Es gab ja jede Menge noch nicht gegangene Wege mit vielen interessanten Zielen. Und so wurden die verschiedensten Wanderkarten mit den Sehenswürdigkeiten dieser Gegend aus den Taschen geholt und über Ziele gesprochen.

Ich war ja dabei oder auch nicht. Einesteils war ich gewillt, etliche Stunden sinnvoll zu nutzen, was sowieso gut für mein Allgemeinbefinden sein sollte. Andererseits konnte ich die Zeit bis zum Wiedersehen mit Hanna überbrücken.

Jedenfalls gab ich mir Mühe im Kreis der Wanderfreunde dabei zu sein und mit viel Spaß und Unterhaltung vielerlei interessante Dinge zu hören und auch selbst zu erzählen.

Die Wege unserer kleinen Schar bewegungsfreudiger Wanderfreunde lagen weitab von allen viel frequentierten Ortsverbindungen. Wir wurden also nicht von Autokolonnen und anderen Lärm und Gestank verbreitenden Fahrzeugen belästigt. Es war herrlich durch die Natur , nicht immer auf Strassen und Wegen, sondern oft über Wiesen und durch Wälder auf schmalen Trampelpfaden unsere Spuren zu hinterlassen.

Das war keineswegs negativ zu sehen. Wir fabrizierten ja keine Schäden. Benahmen uns nicht wie Raubritter oder Wegelagerer sondern sehr vernünftig und darauf bedacht, die wunderschöne Natur des Erzgebirges zu erhalten.

Die Gespräche und zuweilen lauten, oft lustigen Wortwechsel wurden bestimmt nicht von Flora und Fauna dieser Gegend als störend empfunden.

Und so ging es im Gänsemarsch einzeln oder auch grüppchenweise durch die wunderschöne Landschaft. Vorbei an Zäunen und anderen ähnlichen Gebilden, die dazu dienen sollten verschiedene Herden von Tieren in bestimmten Grenzen zu halten.

Das Blöken von Schafen und Ziegen, das muhen von Rindern, die so dicht an den Wegen standen und uns ihre nassen Nasen und Mäuler entgegen streckten, waren einfach wunderschön. Diese Natürlichkeit begeisterte unsere ganze Wandergruppe. Waren anfangs einzelne ängstliche Blicke und vielleicht auch mal ein Ausruf zu hören, verschwanden diese Attribute bald ganz. So gab es dann natürlich in den Unterhaltungen nur noch die entsprechenden Themen über Tiere und deren Nutzen undsoweiter undsoweiter undsoweiter.

Da hier jeder in den Unterhaltungen seinen Beitrag leistete, ich natürlich auch, gab es oft erfrischendes Lachen und sonstige positive Äußerungen.

Das kam mir ja besonders zu Gute. Lenkte meine Gedanken vom Thema Hanna etwas ab. So schön wie der vergangene Abend und unser neues Treffen heute nachmittag waren, war es doch gut, sich auch mal wieder mit anderen Dingen zu beschäftigen. Man sollte sich ja nicht nur mit einer Sache befassen.

Wir wanderten also stundenlang durch die Natur. Waren guter Laune, was unseren ganzen zur Erholung hier weilenden Bedürftigen, absolut gut tat.

Toll war es, als es an diesem Sonntag im Mai die wieder hungrigen Kurgäste an ihre Mittagstische trieb. Und wieder jeder vorher ein Glas wunderbaren Rotwein trank. Ich holte mir noch eins. Meine Stimmung und nicht nur meine, war hoch und noch höher.

Nach dem Essen schnappte ich mir einen Liegestuhl und packte mich bei strahlendem Sonnenschein auf die Liegewiese vor dem Kurheim.

Ein richtiger Urlaub konnte nicht schöner sein.

So war ich fast ein bisschen mürrisch, als ich von anderen Nachmittagsschläfern geweckt wurde.

Es war Coffeetime, also Kaffeezeit und nun aber schnell. Denn ich war ja verabredet. Natürlich mit Hanna und Sigrid und noch anderen freundlichen Leuten.

Auf ging es zum Schwimmbad, vorher Badeutensilien einpacken und los geht’s. Eine Viertestunde Fußweg hatten wir noch. Der Weg führte wieder querfeldein. Wir hätten auch die Strassen nutzen können. Aber die Wege durch die Natur waren viel schöner und entsprachen auch mehr unseren momentanen Gemütszuständen.

Das hübsche Freibad mit seinen angrenzenden Liegewiesen paßte herrlich in diese Naturlandschaft .Wir verabredeten Treffpunkte um dann ins nasse Vergnügen zu springen. Trennten uns erst einmal nach Männlein und Weiblein um die Umkleideräume aufzusuchen.

Das dauerte nicht lange. Für mich zwar schon, denn ich war immer nur bestrebt, Hanna in meiner Nähe zu sehen. So kam dann auch der Augenblick an dem wir uns in unseren Badesachen gegenüber standen.

Es war der Augenblick an dem ich feststellte, daß Hanna nicht nur eine sehr liebenswerte sondern auch eine ausnehmend schöne und atraktive junge Frau war. Ihr Badeanzug unterstrich an ihrem schlanken fraulichen Körper alle Vorteile von innerer und äußerer Schönheit. Genauso hatte ich mir immer eine Frau vorgestellt mit der ich zusammen bleiben wollte. Und genau das war mein jetziger größter Wunsch, trotzdem wir uns ja erst einmal einen Tag kannten.

Noch nie in meinem Leben war ich von einer Frau so fasziniert und so vom ersten Augenblick an begeister, verliebt und von der Aussage der Grossen Liebe und des Zusammenhaltes und des Zusammenpassens zweier Menschen so überzeugt, wie jetzt in diesem Moment in dem Freibad einer schönen Stadt im Erzgebirge.

Hanna. Mein innigster Traum jetzt in einer Lebensphase, in der Weichen für eine lange glückliche gemeinsame Lebenszeit gestellt werden könnte. Und Hanna, wie denkt sie darüber ? Ich werde es heraus finden. Denn es gehören ja immer Zwei zu einem Paar.

Unser Badespaß mit allen Bekannten war ein wundervoller Erfolg an diesem Sonntag. Ich wollte alles tun um Hannas und mein Glück ausbauen zu können.

Wir hatten noch vierzehn Tage Gemeinsamkeit vor uns und nutzten sie soweit wie möglich, uns täglich zu treffen und etwas zu unternehmen auch mit Sigrid und ihrem neuen Freund.

Nach den Aufgaben und Notwendigkeiten in der Kureinrichtung haben wir täglich viele Stunden gemeinsam verbracht.

Nach den gemeinsamen Spielen im und am Wasser und vielen freundlichen Gesprächen und natürlich den Zärtlichkeiten mit unendlichen Kußattacken war es dann auch wieder an der Zeit, uns auf den Rückweg zum Kurheim zu machen.

Denn ich war ja an bestimmte Regeln im Kurbetrieb verpflichtet. So ging auch Hanna an meiner Seite die Wege mit mir zur Unterkunft.

Von Anfang an unterhielten wir beide uns , tauschten Gedanken, Erfahrungen, Erlebnisse und Ansichten über viele Probleme unserer Lebens aus. Und stellten mit Genugtuung fest, daß wir beide große Übereinstimmungen in den Ansichten und Lebensbedingungen hatten.

Darüber war ich sehr erfreut, Hanna übrigens auch, wie wir feststellten. Wir merkten schon, daß wir aufgeschlossene und moderene Ansichten und eine ordentliche und vernünftige Schulbildung hatten.

Denn die vielen Küsse und Zärtlichkeiten sind wunderschön. Sie halten aber bestimmt nicht ohne tragbare Fundamente ein Leben lang in einer guten Gemeinsamkeit. Das war aber schon ein Wunsch von mir, mit dieser wunderschönen, netten und im Leben stehenden Frau zusammen bleiben zu wollen.

Und Hanna ? Sie hatte die gleichen Ansichten. Es ist schon ein kleines Wunder oder auch eine großartige Fügung, daß wir uns hier kennen gelernt hatten. Ich glaube, wir fühlten beide diese wundervolle Übereinstimmung . So verging die erste gemeinsame , noch verhältnismäßig kurze Zeit des Abendspazierganges. Natürlich nicht ohne uns für den nächsten Tag zu verabreden. Es wurden wunderschöne gemeinsame Tage, die wir hier verlebten. Jeder Tag war ausgefüllt mit neuen Erlebnissen und Erkenntnissen. Oft sind wir zu Viert, denn Sigrid und ihr Freund waren sehr nette Begleiter und gute Gesprächspartner , unterwegs gewesen.

An einem herrlich sonnigen und warmen Nachmittag waren ich mit Hanna auf unserem Spaziergang an einer Skisprunganlage angekommen. Wir tobten auf dem jetzt mit sattem Grün bedeckten Hang herum. Rundherum war Wald und jetzt eine menschenleere Gegend.

Eine unheimliche und wunderschöne Stimmung brachte uns dazu, uns hier und jetzt unseren Gefühlen nachzugeben.

So lagen wir fest umarmt unter unendlichen Küssen im warmen Gras und fühlten unsere Körper ganz ohne Stoffe im gemeinsamen Wollen ineinander verwachsen. Das gegenseitige Streicheln von Haut und Haaren unserer Körper zeigten viele wunderschöne zärtliche Wege unserer Hände. Unsere Lippen fühlten alle Körperteile des Anderen, bis zur vollständigen Vereinigung. Und die Töne der Lust rauschten durch die Natur des Erzgebirges, zeigte die unendlichen Gefühle, die uns bei unserer Liebe und Sehnsucht antrieben.

Die Sonne schien unsere Körper besonders zu mögen. Sie strahlte mit uns um die Wette, wärmte uns, sah uns zu und beruhigte die Gräser und Büsche, besänftigte die Aufgebrachten, stachelte kleine Zwerge an zu uns zu kommen.

Und sie kamen und wollten alles ausforschen. Sie krochen durch die Büsche , wollten in das für sie neue Gelände

Eine Höhle, die innen warm und feucht ist, in der es wundervoll duftet. Deren Wände vibrieren können und Säfte ausschütten, die nicht nur wunderbar schmecken, sondern auch dafür sorgen, dass die Eindringlinge an den Wänden entlang immer tiefer rutschen.

Die Eindringlinge sind eine Handvoll Forscher, die in unwegsamem Gelände eine neue Höhle mit ihren Nebenhöhlen erkunden sollen.

Dabei geht es um das Aussehen und die Beschaffenheit dieser unterirdischen Gänge und des Umlandes. Und das erlebten die mutigen Höhlenforscher.

Diese Rutschpartie so eines Eindringlings, der mit seinem großen Kopf langsam in die Tiefe gleitet, wird nur dadurch gebremst, dass plötzlich der Weg versperrt ist.

Rechts und links gehen kleinere Gänge ab, aus denen Gewisper kommt und ein Rauschen. Es hört sich an als riefe Jemand leise: Kommt hier rein, wir warten auf euch. Zu sehen ist kaum etwas.

Undeutlich sind Umrisse zu erkennen, oval oder rund und mal glatt , mal groß, mal etwas kleiner

Was ist das?

Draußen spielen sich zärtliche Szenen ab. Zwischen den großen Bergen wandern Zwerge hin und her.

Sie klettern in die Höhle, immer an den Wänden entlang.

Da ist ein kleiner Felsvorsprung, wie ein kleiner Nippel. Eine abgerundete Spitze, die ein bisschen auf und nieder wippt.

Einer kommt an diesen Nippel, streicht darüber. Plötzlich geht ein Zittern durch den Höhlengang und seltsame Laute sind zu hören. Wie Stöhnen und Schreien, die aber hier unten als sehr freundlich zu empfinden waren.

Als wollte jemand sagen, mehr, ...mehr, ...mehr, ...mach weiter, immer weiter, es ist so schön, unheimlich schön, es kitzelt und kribbelt in allen Gängen, mach weiter, immer weiter. Und die kleinen Zwerge machten weiter.

Sie liefen vor und zurück, immer wieder, klammerten sich an den süßen Nippel, denn es war so glatt und rutschig, dass sie kaum stehen konnten.

Einer sah zufällig nach oben, am Anfang der Spalte. Da war ein noch größerer Felsvorsprung zu sehen. Er war beweglicher und konnte größer oder kleiner werden. Sie hatten ihn am Anfang ihrer Entdeckungsreise nicht sehen können, weil sich dieser Eindringling zusammen gezogen hatte und somit nicht zu sehen war.

Als sie diesen Gipfel bestiegen, ging ein Beben durch die ganze Höhle, noch schlimmer als bei der anderen Bergspitze. Das ging ein paar Mal so weiter.

Plötzlich geschah etwas seltsames.

War am Höhleneingang bisher noch etwas Licht, wurde es jetzt zunehmend dunkler. Denn etwas versperrte den Eingang. Die Forschermännchen hatten aber keine Angst, waren nur neugierig, was nun passiert.

Etwas großes Rundes mit einem Loch in der Mitte versperrte den Eingang. Das Loch in der Mitte der großen Keule stellte sich als Kanal heraus, der in der Keule verschwand. Das Zittern und Stöhnen der Höhle wurde wieder deutlicher.

Und jetzt setzte sich dieser dicke gelöcherte Balken langsam in Bewegung.

Trotzdem dieser große Stamm groß und dick war, zuckte er in dem nassen glitschigen Höhlengang, aber immer tiefer, so das die Forscher auch weiter ins Innere gedrängt wurden.

Im Schein ihrer Lampen konnten die Lustforscher sehen, dass der große Stamm doch anders aussah, als beim ersten Eindruck zu erkennen war.

Er sah mehr wie ein übergroßer Lutscher aus einem Süßwarenladen aus. Wie ein Lolli.

Ein großer dicker rötlicher Kopf, der vorn ein Kanalloch hat geht über in einen nicht ganz so dicken Stamm.

War der Kopf dick, rötlich und mit ziemlich glatter Oberfläche, war der Stamm nicht ganz so dick, dafür aber bedeutend länger und mit einer stark gemusterten Oberfläche versehen.

Diese war außerdem nicht starr und unbeweglich, sonder flexibel beweglich.

Die äußere Hülle konnte sich vor und zurück bewegen und dabei auch den Kopf des Lollis bedecken. Das sahen die Forscher, als der Lolli langsam immer tiefer rutschte und die Forscher somit weiter an das Ende der Höhle drückten.

Einen Moment stand der Lolli still. Nur die Wände der Höhle zitterten leicht und es waren allerlei freundliche und angenehme Geräusche zu vernehmen.

Die Forscher klammerten sich an die Wände am Ende der Höhle. Sie fanden aber kaum Halt, denn unaufhörlich kamen Ströme Flüssigkeiten, die rundherum alles glatt und schmierig machten.

Dann zog sich der Lolli wieder langsam zurück bis an den Eingang der Pforte. Da machte er aber keine Pause, sondern kam gleich wieder in die Tiefe. Den Beteiligten musste das alles großen Spaß machen, denn das Schreien und Stöhnen wurde immer stärker. In den Gängen der Höhle wurde es immer lauter aber nicht unangenehmer.

So fuhr der dicke Balken mit dem glatten Kopf und dem stark gemusterten Stamm erst langsam rein und raus in dem Höhlengang. Und dann immer schneller.

Dabei musste außerdem irgendwo ein Erdbeben stattfinden, das alle Beteiligten durcheinander schüttelte.

Es gab kein Halten mehr und keine Ruhe. Überall war Bewegung, Die Höhlenwände zitterten und vibrierten so stark, dass auch der Lolli immer wieder eingeklemmt wurde. Ihm machte das aber offensichtlich nichts aus, trotzdem alles in Bewegung war.

Im Gegenteil, augenscheinlich hatte er großen Spaß dabei. Dazu diese vielen glitschigen Flüssigkeiten. Es gab nirgends ein Halten. Ein Inferno bahnte sich an. Die Forscher wurden so durchgeschüttelt, dass sie manchmal schon Angst bekamen.

Aber der Spaß überwog, denn die Entdeckerfreude war riesengroß. Der große dicke Stamm fuhr also wieder ganz langsam in der schlüpfrigen heißen Grotte, tiefer und immer tiefer.

Die Wände der Grotte zuckten und vibrierten immer stärker. Dann zogen sie sich zusammen und engten den dicken Stamm so ein, dass keiner glaubte, dass der jetzt noch tiefer in die Höhle eindringen kann. Aber der kann. Und wie.

Mit zärtlicher Gewalt und seiner großen Lust zum Erforschen des Inneren dieser unheimlich schönen Grotte schaffte es der Große, immer weiter vorzudringen. Das ganze Gebirge mit der feuchtwarmen glatten Grotte bewegte sich erst langsam, dann immer schneller auf und nieder.

Drehte sich nach rechts und nach links, dann urplötzlich nach oben, so das der dicke Stamm plötzlich ganz tief in die Höhle rutschte. Die kleinen Forscher konnten sich kaum auf ihren Beinen halten und rutschten hin und her, vor und zurück.

Aber sie hielten den vielen Bewegungen , den Schreien und Stöhnen die durch das Gebirge jagten, tapfer stand. Es war der blanke Wahnsinn, was sich hier abspielte.

Und sie wollten alles pur und life miterleben.

Dann sackte das ganze Gebirge so schnell wie es erst nach oben ging, wieder in die Tiefe. Der große Dicke bewegte sich deshalb rückwärts, fuhr also langsam unter ständigem Zucken seines Körpers aus der Höhle. Am Eingang blieb er stehen und bewegte sich in dem Gebüsch, das die Eingangsspalte wie ein Kranz umgab, mit seiner ganzen Größe kreuz und quer, hin und her, auf und nieder.

Kam bis an den zuckenden kleinen und spitzen Hügel oberhalb des Einganges, den streifte er, drückte von allen Seiten auf seine Oberfläche, was offenbar allen Beteiligten große Freude bereitete. Besonders an der Spitze dieses dicken Riesen, muss das tolle Gefühle hervorrufen. So ging das eine Weile.

Die Seitenwände am Höhleneingang zitterten, verengten sich, öffneten sich wieder. Immer begleitet vom Heben und Senken des ganzen Gebirges, in dem die Grotte in die sündig schöne warme, feuchte und glatte, teilweise gewellte, genoppt und uneben in die Tiefe führte.

Die kleinen Forscher fanden das aufregend, schön und unheimlich reizvoll. Dann konnte man ein Rauschen vernehmen. Erst zart und leise, wurde es langsam lauter.

Der große Kopf des Lolli fuhr in immer schnellerer Folge in die Tiefe der Höhle, fuhr dann wieder zurück, jetzt aber nicht mehr soweit nach draußen. Sondern in kürzeren Intervallen in die sich stark bewegenden und immer stärker zuckenden Wände der Grotte, die sich außerdem öfter ganz stark zusammen zogen.

Es war das pure Inferno, das sich anbahnte. Die Forscher wurden zwischen den Wänden der Höhle und der auf und ab fahrenden dicken Keule mit dem Loch hin und her gewirbelt.

Sie konnten hier nicht mehr stehen oder sitzen, sondern wurden in allen Zwischenräumen durcheinander gewirbelt.

Das Rauschen hatte unterdessen eine Lautstärke erreicht, die kaum noch erträglich war. Aber woher kam dieser Lärm einer Meeresbrandung? Sie sollten es sofort erfahren. Denn plötzlich schrieen, jaulten, heulten alle Sirenen der Welt, alle Tiere des Waldes, der Wiesen und der Lüfte brüllten auf. Aber nicht vor Schmerz oder vor Angst, sondern vor Freude und Erlösung.

Die starke Keule fuhr noch zwei, dreimal in die Tiefe der Grotte und blieb dann unverhofft mittendrin stehen.

Die Öffnung an der Spitze weitete sich urplötzlich und ein Strom eines dicklichen aber warmen Lavastromes, kam in einem riesigen Schwall heraus, überflutete alles.

Dabei zuckte dieser Große superstark und immer mehr dicker herrlicher, leicht süßlicher Flüssigkeiten ergoss sich in alle Hohlräume.

Die Wände der Grotte vibrierten so stark wie nie, dadurch wurde die dickliche Flüssigkeit noch zusätzlich vor und zurück und auf und nieder gedrückt und schleuderte dabei durch die ganze grosse Höhle. Der Schwall nahm kein Ende, das Wogen der dicken Wellen, das Zucken rundherum war infernalisch.

Nichts blieb an seinem Platz, alles war in Bewegung. In diesem hellen und dicklichen Lavastrome war ein quirliges Leben, eine freudige Stimmung verbreitendende Lebensform zu sehen.

Diese vielen kleinen nur aus einem Schwänzchen und einem Kopf bestehenden Geschöpfe schlängelten sich unter großem Gejohle, wie Sportler bei einem lustigen Wettkampf, in die Tiefe.

Da wo die zuckende Grotte ein Ende hatte, waren mehrere kleinere Gänge zu sehen. In diese Richtung bewegte sich alles. Wie als Zuschauer eines Wettkampfes kamen sich die Forscher vor.

Der große dicke Stamm war bis ans Ende der nassen und glibberigen Grotte gestoßen und spritzte immer noch Massen dieser Flüssigkeiten aus. Die mit ihren vielen Fädchentieren weiter floss in alle Öffnungen, die vorhanden waren.

Noch war überall ein großes Zittern und Zucken, ein Stöhnen und Kreischen, ein Wispern und Flüstern, ein zärtliches Musizieren und auch Trommelwirbel zu fühlen und zu vernehmen.

Aber die kleinen , mutigen Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass alles langsam zu Ende geht und immer mehr eine befreiende glückliche Zufriedenheit sich ausbreitet.

Eine wunderschöne zarte Ruhe breitete sich aus. Der große Kopf mit dem dicken Stamm fuhr noch ein paar Mal in der Höhle hin und her, während die Wände der Grotte aufhörten zu zucken und sich zusammen zu ziehen, sich wieder zu öffnen und lockerer wurden.

Die vielen Flüssigkeiten verschwanden langsam in den Nebengängen oder trockneten ab.

Jetzt konnte man ganz deutlich sehen, wie der Große kleiner und auch dünner wurde und sich dann langsam zurück zog.

Und nun verließ er die Höhle und Licht kam durch die Öffnung ins Innere.

Die Forscher krabbelten aus der Spalte ins Freie. Mussten sich am Eingang noch durch dicht bewachsenes Gelände bewegen, stolperten dabei über viele kleine Hügelchen, wateten durch Pfützchen , die auch hier überall aus der Grotte zurück geflossen kam, weil da drinnen kein Platz mehr war, diese Menge aufzunehmen.

 

So ging auch dieser wunderschöne Tag zu Ende. Wir hatten ja noch ein paar gemeinsame Tage vor uns. Nutzten sie zum immer besseren gegenseitigen Kennelernen.

Aber der Tag der Abreise nahte trotzdem. Es wurde ein tränenreiches Abschiednehmen. Aber zwei Monate später hatte ich Urlaub . Konnte es kaum erwarten, meine jetzt große Liebe wieder in die Arme zu nehmen.

Wir verbrachten diese Zeit in M. Hannas Arbeitsort. Es war wieder so schön und eine Fortsetzung unserer Zeit in J. Die eigene Geschichte ist , die aufgeschrieben werden könnte.

Genauso wie die Zwischenzeiten, in denen wir uns nicht sehen konnten, denn die Entfernungen von B bis F. waren sehr groß und Handys gab es noch nicht und Telefone ganz selten und Autos nur wenige. Schade , Schade, Schade, Und es gab Intriganten und Neider und andere Böswilligkeiten. Und trotzdem und deshalb habe ich immer Sehnsucht nach meiner großen Liebe Hanna.

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 10.09.2017. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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