Cathryn Holister

Plaudereien oder Psychothriller mal anders

Grauenvoll. Anders ließ sich das Date bis zu diesem Zeitpunkt nicht beschreiben. Erst die vermasselte Reservierung im Restaurant, der Ketchup-Unfall im Burgerladen, dann dieser furchtbare Film - aus der vordersten Kinoreihe. 
War er bislang eher der schweigsame Typ gewesen, drehte er jetzt im Auto so richtig auf. Seine Arbeit bei der Versicherung, sein Bruder, der sich vor Kurzem dieses renovierungsbedürftige Haus gekauft hatte, sein geliebter Golf irgendwas, den er tragischerweise kürzlich verschrotten musste ... 
Stoisch nahmen wir die Belanglosigkeiten hin.
»Wir hätten ihn gleich nach dem Kino abservieren sollen.« Beatryce verschränkte ihre tätowierten Arme. »Hinterher kommt er auf die Idee, an der Haustür könnte noch was laufen!«
»Aber um diese Zeit mit der Bahn zu fahren, ist auch kein prickelndes Erlebnis«, warf Anny ein und rückte einmal mehr ihre Brille zurecht.
»Und wieso wäre es so schlimm, wenn da noch was liefe? Er ist doch eigentlich ganz niedlich. Wenn er nicht gerade versucht, ein Date zu planen, hihi.«
»Niedlich? Layla, der Typ ist so niedlich wie ein nasser Waschlappen in Pandaform!«
»Jetzt wirst du unfair, Beatryce! Bloß weil er nicht dem Typ ›Rockstar mit langen dunklen Haaren‹ entspricht ...«
Beatryce starrte schmollend aus dem Fenster. 
»Immer noch besser, als der Typ Muttersöhnchen mit Geltungskomplex«, brummte sie.
Layla warf unserem kommunikationswütigen Gegenüber nur einen verträumten Blick zu und kringelte dabei ihre blonden Locken mit dem Finger.
»Also, wenn ihr mich fragt ...«
»Wir fragen dich aber nicht, Tyler!«, fauchte Beatryce sie an. 
»Ich meine nur, auf mich wirkt er irgendwie psycho«, ließ sich diese jedoch nicht von einem Statement abhalten.
»Das musst du gerade sagen!«, kam es von Layla bissig zurück. 
Anny dagegen sprang voll drauf an. »Ja, meinst du? Inwiefern denn?«
»Na ja, macht erst einen auf schüchtern und guter Zuhörer«, holte Tyler aus, »und in dem Moment, wo wir im Auto sitzen, lässt er plötzlich sein Ego raushängen. Habt ihr das eben mit seinem Bruder mitbekommen? Und die Story mit seinem Kollegen? Natürlich wusste er immer alles besser. Er ist der große Macker, gar keine Zweifel! Für’n erstes Date ein bisschen überzogen, findet ihr nicht? Und dann dieser Tick, sich ständig durch die Haare zu fahren ...«
»Echt, hab ich gar nicht bemerkt.« Verschämt ließ Layla ihre Locke fallen. »Und das mit dem Ego fand ich jetzt gar nicht so heftig. Was soll er denn sagen? Dass er auch nur ein Depp ist?«
»Das wäre zumindest ehrlich«, knurrte Beatryce, deren Aufmerksamkeit vor allem auf die Straße gerichtet war.
»He, wartet mal.« Sie wandte sich in Richtung der Kreuzung, die der Wagen just passiert hatte. »Wir hätten doch hier abbiegen müssen! Selbst dazu ist der Kerl zu doof!«
»Weiß er denn, dass wir zum Campus müssen?«, meldete sich Anny zögernd zu Wort, was Beatryce mit einem mürrischen Nicken quittierte. Layla übernahm derweil die Aufgabe eines vorsichtigen Hinweises.
»Wusstet ihr, dass die Hauptstraße gesperrt ist?«, sinnierte sie ob der in eine weitere Story eingeschobenen Antwort.
»Wirklich?«
»Dachte, die Bauarbeiten wären längst durch«, murmelte Beatryce. Tyler wirkte ebenfalls skeptisch.

Die Umgehungsstraße führte uns bald aus der Peripherie der Stadt hinaus. An der dunklen Landstraße reihten sich die großzügigen Grundstücke der Einfamilienhausidylle. Layla, die schon wieder mit ihren Locken spielte, seufzte.
»Ist doch auch irgendwie nett, oder?«
»›Nett‹ oder auch die Ausgeburt der Spießigkeit«, haute ihr Beatryce direkt um die Ohren, was nun Layla zu einem beleidigten Schweigen veranlasste.
»Ich weiß nicht mal, wo wir hier sind«, flüsterte Anny und schob ihre Brille zurecht. Tyler grinste sie böse an. 
»Vielleicht weiß er es auch nicht.«
Doch im Grunde wirkte er nicht so, als hätte er sich verfranzt. Der gelassene Gesichtsausdruck, die souveräne Fahrweise – alles deutete an, dass er mit der Strecke bestens vertraut war. 
Jene wurde inzwischen noch ländlicher. Bis auf ein paar Bauernhöfe, deren Lichter aus der Ferne zu sehen waren, säumten nur noch dunkle Äcker und Wiesen die Straße. Wir bogen ab und die Weite der Felder wich dem dichten Bewuchs von Laub- und Nadelbäumen. Mit der Straßenbeleuchtung hatte es sich inzwischen gänzlich erledigt. 
Eine gewisse Anspannung machte sich breit. Anny kaute auf ihrer Unterlippe, wie immer wenn sie nervös war. Layla kringelte eine Locke nach der anderen. Selbst Beatryce war aus ihrer abwehrenden Pose gekommen und trommelte nun mit den Fingern auf dem Fensterabsatz herum. Tyler kicherte vor sich hin.
Ein Reh sprang einige Meter vor uns auf die Straße, entschloss sich jedoch ob der sich gefahrvoll nähernden Lichter, das Weite auf der anderen Seite des Waldes zu suchen. Glück gehabt! Ein Wildunfall wäre das Letzte gewesen, was der ohnehin schon verkorkste Abend noch hätte gebrauchen können.
Der Vorfall brachte unseren unermüdlichen Fahrer dafür auf ein weiteres Thema, das in seiner Ausführlichkeit den zuvor geschilderten Episoden in nichts nachstand.
»Taxidermie, was?«, spöttelte Beatryce. »Das hätte ich unserem Milchbubi gar nicht zugetraut.«
»Als Hobby finde ich das echt ein bisschen krass.«
»Ach Anny, für dich ist alles krass, was über Briefmarkensammeln hinaus geht.« Layla stupste sie an. »Ich finde das echt interessant.«
»Aber muss er das so detailliert beschreiben?«
»Ich sag doch: psycho. Da! Schon wieder das Durch-die-Haare-Gestreiche!«
»Tyler, halt die Klappe!«
»Habt ihr das Seil im Kofferraum bemerkt?«
»Das war ein Abschleppseil. Wahrscheinlich von der Aktion mit seinem alten Wagen.« Beatryce rollte genervt mit den Augen, doch Tyler kam gerade so richtig in Fahrt.
»Nach so langer Zeit?«, raunte sie. »Er war doch im Urlaub zwischendurch – da hätte er es rausnehmen können.«
»Vielleicht hat er es danach wieder reingelegt. Man kann schließlich nie wissen.«
»Genau, man kann nie wissen ...«
»Bäh, das mit den präparierten Vögeln gerade war echt widerlich!«, grätschte Anny in die Diskussion.
»Ja, mit Anatomie scheint er sich auszukennen.«
»Worauf willst du hinaus?«, erwiderte nun Layla angesäuert, der Tylers Geheimnistuerei ziemlich auf den Geist ging.
»Ob er auch schon was größeres präpariert hat?« Den provokativen Blick schickte Tyler zu Anny hinüber, die mittlerweile die gesamte Unterlippe eingezogen hatte, um darauf herumzukauen. 
»Sein letztes Date vielleicht?«, sprach sie es endlich aus. Anny kniff die Augen zusammen.
»Du spinnst doch!«, echauffierte sich Layla, die ansonsten brav seinen Ausführungen lauschte. Tyler beugte sich zu ihr rüber, bis ihr Mund fast Laylas Ohr berührte.
»Schau mal ins Handschuhfach!«
»Was?«
»Schau einfach rein!«
»Ich kann doch nicht so mir nichts dir nichts ...« Layla zögerte. Beatryce übernahm für sie und zog die dunkelgraue Plastikverkleidung nach unten auf.
»Hmm, Klebeband?«
Tyler nickte wissend. Derweil erschien nun selbst Layla verschreckt.
»Äh, aber wozu ...«
Auf dem Parkplatz vor seiner Arbeit trieben sich öfter einige Marder herum, war die plausible Antwort. Schon bei dem letzten Wagen hätten diese es geschafft, sich durch die Kühlschläuche zu fressen, seitdem habe er das Tape immer dabei.
»Siehst du, Tyler?!«, atmete Layla auf. Ganz überzeugt wirkte sie nicht.
»Und dieser Gegenstand in seiner Türablage ...«, fuhr jene unbeirrt mit ihrer These fort. Beatryce warf einen Blick zwischen seinen Armen hindurch auf das hochgelegene Fach, aus dem ein schwarzer, länglicher Griff hervorragte.
Sie zuckte mit den Schultern. »Könnte 'ne Taschenlampe sein.«
»Wer benutzt denn im Zeitalter von Handydisplays noch Taschenlampen?«
Weder Beatryce, noch die anderen antworteten. Überhaupt machte sich eine unangenehme Stille breit, nachdem er seine letzte Ausführung zum Häuten von Mardern just beendet hatte. In dem ganzen Gedankengewirr hatte ihm allerdings keine von uns wirklich zugehört. Layla gab ein unbeholfenes Kichern von sich, in der Annahme, dass die Brocken über das Marderhäuten, die sie eben noch mitbekommen hatte, als Scherz gemeint gewesen sein könnten.
Nach einer Plauderei war aber auch ihr nicht mehr. Ganz zu schweigen von eventuellen Intimitäten. (Vielleicht beim nächsten Date). Nun wollte sie einfach nur noch nach Hause.
Sie verkniff sich ein kindliches »Wie lange noch?« und starrte ebenfalls aus dem Fenster. Wie weit zog sich diese verdammte Straße denn noch hin?
Tyler begann zu summen. Irgendwas aus ihrer Kindheit, was sie damals immer beruhigt hatte. Beatryce trommelte erneut auf dem Fensterabsatz herum.
»Irgendwie war es besser, als er noch pausenlos erzählt hat«, platzte Anny schließlich als erste in das angespannte Schweigen. »Jetzt ist es echt creepy.« Ein hoffnungsvoller Blick zu Layla, die diesmal jedoch nicht widersprach. Auch Beatryce reagierte nicht.
Er strich sich wieder mal durchs Haar. 
Ob er uns mit seinen ganzen Storys mundtot gemacht hätte?
›Mundtot‹. Anny lief es kalt über den Rücken. Layla antwortete irgendwas Unbeholfenes. Zwirbelte erneut die Locken in ihren Fingern.
Abermals wurde es still. Bis auf die Geräusche des Motors und Tyler, die leise vor sich hin summte.
»Sag ihm, dass er mal anhalten soll!« Beatryce stieß Layla von der Seite an.
»Sag du’s ihm doch selbst!«
»Das würde nur doof rüber kommen. Schließlich hast du ja gerade mit ihm gesprochen.«
»Und wieso soll er anhalten?«
»Frag einfach. Ich will sehen, ob er’s tut.«
»Aber ...«
»Sag, du müsstest mal wohin oder so. Und du Tyler, hör endlich mit dem scheiß Gesumme auf!«
Tyler verstummte und Layla wandte sich unserem verkappten Date zu.
»Er will nicht anhalten! Und nun?« Panisch drehte sie sich zu Beatryce um.
»Frag noch mal! Sag, es sei dringend!«
»Ok, ok!«
Layla atmete auf seine Rückmeldung hin tief durch. »Kiesgrube? Was für’ne Kiesgrube?«
»Beatryce, ich will nicht, dass er uns zu dieser Kiesgrube fährt!«, schluchzte Anny und griff ihren Arm.
»Ist ja gut Anny, wir lassen uns was einfallen.«
Wir bogen ab. Ein schmaler Waldweg mit brüchigem Pflaster. Bereits von hier war die Schneise in den Bäumen erkennbar, wo die Grube am Fuße eines Abhangs lag.
Einige Meter weiter zeichnete sich ein rudimentärer Parkplatz ab. Er lenkte den Wagen hinüber und stoppte ihn quer auf der bekiesten Fläche. Layla machte ein bemüht dankbares Gesicht und zog die Tür auf. Vielleicht etwas zu abrupt.
»Ja genau, zeig ihm noch, dass du Panik hast!«, wies Tyler sie zurecht. »Dann kommt er wahrscheinlich gleich mit dem Taser hinter uns her.«
»Oh scheiße, oh scheiße.« Anny zitterte mittlerweile am ganzen Leib. Beatryce rang um Fassung und zog sie am Arm.
»Na los, komm schon. Suchen wir uns einen Baum.«
»Und dann?«, kam es verschüchtert von Layla. »Wir können doch nicht einfach weglaufen.«
Von hinten war indes das Klappen der Fahrertür zu vernehmen. Auch er stieg offenbar aus. Ob wir überhaupt was sehen könnten, schallte es zu uns hinüber. Es klang fast schon gehässig. Demonstrativ hielten wir ihm unser leuchtendes Handydisplay entgegen, weiterhin auf der Suche nach einem geeigneten Deckungsbaum.
Wir fanden ihn in Form einer alten Eiche mit breitem Stamm. Anny ließ sich an ihm hinabgleiten und begann sofort leise zu schluchzen.
»Scheiße Leute, ich will nicht sterben!«
»Wirst du nicht«, bemühte sich Beatryce, sie zu beruhigen. Sichtlich angespannt leuchtete sie über den Waldboden.
»Wir hätten nie mit ihm mitfahren sollen!«
»Ja Anny, ich weiß. Aber ich wäre dankbar, wenn du jetzt mit dem Geflenne aufhören könntest.« 
Ihr Blick fiel auf einen abgebrochenen Ast. Dann einen Stein. Wieder der Ast. Während sie noch nachdachte, hob Tyler ihn kurzerhand auf.
»Das ist doch schon mal eine Grundlage«, murmelte sie. Passend im selben Moment schallte seine Stimme zu uns herüber. Sie klang künstlich besorgt. Als ahnte er nicht, dass gar nichts ok war. Nichts ok sein würde.
»Ich glaube, er kommt her.« Nervös strich sich Layla eine Locke aus dem Gesicht. Ein Rascheln erklang: das Geräusch von Schritten auf Waldboden. Beatryce schaltete das Handydisplay aus und wir hielten den Atem an. Versuchten, ihn durch das Rascheln hindurch zu orten.
Nun wirkte er schon deutlich unentspannter. Anmerken ließ er sich dennoch nichts. Wie ein matter Suchscheinwerfer blitzte sein Display zwischen den Bäumen auf, während er mit nervöser Stimme nach uns rief.
»Los, hier rüber!«, Tyler winkte uns hinter eine Gruppe von Bäumen nahe des Abhangs, von wo wir den Wagen sehen konnten. Die Scheinwerferlichter hatte er angelassen. Sie beleuchteten den Wald in der Richtung, aus der wir ursprünglich gekommen waren.
»Und was jetzt?«, stöhnte Anny, die sich sichtlich zusammenriss, die Nerven zu bewahren. Tyler sah sie mit blitzenden Augen an.
»Wir kapern den Wagen! Und dann nichts wie weg hier.«
»Du meinst, wir hauen einfach mit seinem Auto ab und lassen ihn im Wald zurück?«, bemerkte Layla unsicher.
»Wenn du lieber als Trophäe in seiner Sammlung zwischen dem Marder und seinem Struppi enden möchtest, können wir auch hier auf ihn warten.«
»Oh scheiße, oh scheiße!«
»Ok, wir machen, was Tyler sagt«, entschied Beatryce mit einem ernsten Blick in die Runde. »Anny, konzentrier dich!«
Tylers Plan ging nicht ganz auf. Wir waren kaum aus unserer Deckung hervorgeschritten, um loszusprinten, als er plötzlich vor uns stand. Glücklicherweise hatte Tyler den dicken Ast noch nicht weggeworfen und streckte ihm selbigen nun drohend entgegen. 
Die Geste brachte ihn endgültig aus der Fassung. Wütend bedachte er uns mit einigen wenig zimperlichen Beleidigungen, die vor allem unseren Geisteszustand anzweifelten. Unvermittelt griff er nach dem Ast, bekam ihn jedoch nicht zu fassen und kassierte einen unangenehmen Schlag an die Schulter. 
»Mist!«, fluchte Tyler, die eigentlich für einen Kopftreffer ausgeholt hatte. Dafür war sein zweiter Vorstoß erfolgreich. Er bekam das Astende zu fassen und zog jenen unsanft durch ihre Handflächen, die den ein oder anderen blutigen Kratzer davontrugen. Trotz allem ließ auch sie nicht locker. Packte erneut zu und hechtete um ihn herum, sodass er sich zwangläufig auf der Stelle mitdrehen musste. 
Mehr als den kurzzeitigen Verwirrungsmoment erreichte sie allerdings nicht. Mit seiner freien Hand erfasste er den Ast in der Mitte und riss ihn noch einmal mit voller Wucht durch Tylers Hände, auf dass er ihr endgültig entglitt. In einer fließenden Bewegung schmiss er die verkappte Waffe beiseite und ergriff ihren rechten Arm. Dann dieser Kommentar, dass seine präparierten Tiere doch deutlich umgänglicher seien.
»Nein!«, kreischte Anny und erstarrte förmlich, während Beatryce sich trotzig hin und her wandte, um der Umklammerung zu entkommen. Tyler nutzte indes die Gelegenheit, um ihm eine zu scheuern. Verdutzt ob des Angriffs hielt er inne, sodass Beatryce ihren Befreiungsversuch in die Tat umsetzen konnte. Tyler holte bereits zu einer erneuten Attacke aus. Allerdings kam ihr Anny in die Quere, deren gesamte Konstitution nur noch auf Flucht gepolt war. Sie stürmte los, verlor in der Dunkelheit aber bald den Halt und stürzte zu Boden. Hatte er sie geschubst? Oder war sie gestolpert? Leise begann sie zu wimmern, während er sich über sie beugte. Wieder griff er nach ihrem Arm.
»Jetzt reicht’s!« Tyler zog ihn blitzschnell weg, rollte herum und sprang auf. Perplex sah er sie an. Ob er das irre Leuchten in ihren Augen bemerkte, blieb unklar. Ein unsicherer Schritt auf sie zu und sie hastete in einem Bogen an ihm vorbei, griff sich auf dem Weg erneut den Ast vom Boden, nur um ihm damit im nächsten Moment ins Kreuz zu treffen. Er stieß einen Schmerzensschrei aus und geriet ins Straucheln. In blindem Wahn begann Tyler, auf ihn einzuprügeln. Ein weiterer Schlag und er taumelte bereits gefährlich nahe an der Kante des Abhangs. Beim folgenden verlor er den Halt komplett und stürzte rücklings hinab. Keuchend blickten wir der dunklen Figur hinterher, die sich ein paar Mal überschlug, um dann kurz vor der planen Ebene der Grube liegen zu bleiben.
»Oh, scheiße!« Layla ließ den Ast fallen. Anny konnte es nun wirklich nicht mehr zurückhalten und heulte wie ein Schlosshund.
»Los, kommt!«, beschloss Beatryce und atmete tief durch. »Gehen wir zum Wagen.«
Der Schlüssel steckte noch. Erleichterung war zu spüren. Bis auf Anny, die still vor sich hin flennte. Bevor Beatryce den Motor startete, fiel ihr Blick nochmals auf das längliche Objekt im Ablagefach. Interessiert zog sie es heraus und legte es auf den Beifahrersitz.
»Sieht für mich aus, wie 'ne Taschenlampe«, kommentierte Layla den Fund mit zittriger Stimme.
»Ist aber ein Taser.« Tyler grinste.
»Was auch immer«, zischte Beatryce und bog auf die Waldstraße ab. 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 14.09.2017. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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