Wilhelm Westerkamp

Im Nebel zu gehen?

Niemand sieht im dichten Nebel die Hand vor Augen. Alles erscheint zudem still, so als wäre man beinahe schon vollständig taub. Sich darin zu bewegen, ist wohl ein Erlebnis, welches nicht jeden von uns begeistern dürfte, da es uns auch eine gehörige Portion Angst auf die Stirn treiben wird.
Wie einer Glocke ähnlich, drückt der Nebel von oben auf die Menschen, die darin nur schemenhaft zu erkennen und anscheinend zu keiner Regung fähig sind. So sind sie ja in diesem Nebel so gut wie unsichtbar und gefangen gehalten und wie könnten sie dort nur zu einer Regung fähig sein?
Aber der Nebel hat auch gute Eigenschaften, so fungiert er wie eine Schutzhülle, der die Menschen zärtlich einhüllt in diesen grauen Dunst, der so undurchschaubar anmutet, wie die Zahlenkombination eines sündhaft teuren Safes, der nur mit der Wahrscheinlichkeitsrechnung theoretisch zu knacken ist.
Niemand entgeht dem Nebel, wenn er die Menschen einmal eingefangen und eingekreist hat. Wenn sich dann noch ein eintöniges Grau vor ihren Augen aufbaut, erinnert die ganze Szenerie an ein Spukschloß.
Wohl niemand wird gerne durch den Nebel marschieren, ist er aber erst einmal mitten drin, gibt es kein entrinnen mehr. So ähnlich, als würde man in einem Schwimmbad von einem der Startblöcke ins Wasser springen und dort tief eintauchen, mit der Gewissheit aber, dem anschließendem Tauchvorgang kaum ausweichen zu können. Genauso wenig als als wenn man in einen Nebel eintauchen müsste, der plötzlich wie eine „Fata-Morgana“ vor einem auftaucht und es erst einmal keine Möglichkeit mehr besteht, sich in irgendeiner Weise davon befreien zu können.
Würde es jedoch keinen Nebel mehr geben, würde ihn natürlich auch niemand so recht vermissen - außer vielleicht man müsste aus zweifelhaften Gründen auf „Tauchstation“ gehen. So brauchen also dann doch eine gewisse Zahl von Menschen diese Art von „Nebel“, zumindest diesbezüglich und dies werden sicher auch nicht wenige sein.

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Wilhelm Westerkamp).
Der Beitrag wurde von Wilhelm Westerkamp auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 23.09.2017. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Der Autor:

Bücher unserer Autoren:

cover

Todes-Mais von Torsten Jäger



Zwei Kommissare ermitteln, da der Leiter eines Genmais-Versuchsfeldes tot aufgefunden wird – übersät von Bienenstichen. Zunächst erscheint es wie ein Unfall. Sehr bald wird klar, dass es sich um keinen Unfall handeln kann. Doch auch ein Mord erscheint unerklärlich. Wie sollte man schließlich auch einen Bienenschwarm dazu bringen, einen Menschen zu attackieren? Die Kommissare verschaffen sich einen Überblick über die Lebensweise der Bienen und ermitteln in alle Richtung. Einerseits gibt es da eine Bürgerinitiative, die gegen den Genmais wettert. Andererseits existiert der Bruder des Opfers, der in Brasilien ausgerechnet Flora und Fauna erforscht und über ein nötiges biologisches Hintergrundwissen für die Tat verfügen könnte. Und nicht zuletzt gibt es auch noch die Imker in Bodenheim und Umgebung, die nur schwer Honig mit genverändertem Pollen verkaufen können.

Einer der Kommissare – Kelchbrunner – hadert zudem mit dem Schicksal und wirkt in dem Fall sehr subjektiv. Alles scheint sehr verworren.
Erst als ein zweiter Mensch sterben muss, erkennen die Kommissare, worum es in dem Fall wirklich geht.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (0)


Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Impressionen" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Wilhelm Westerkamp

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Seelische Defekte eines Neurotikers von Wilhelm Westerkamp (Trauriges / Verzweiflung)
Das Paradies vor der Haustür von Christa Astl (Impressionen)
Menschen im Hotel VII von Margit Farwig (Einfach so zum Lesen und Nachdenken)