Ingo R. Hesse

Du armer, armer Feiertag

Da haben wir damals als wir noch keine Wessies, sondern einfach nur Deutsche waren, Dich alljährlich gefeiert und begangen. Nicht ahnend, dass wir Dich, sobald Du Dein Ziel für uns erreicht hättest, zunächst deportieren und dann vergewaltigen würden.

 

Statt Dich mit Freude, Stolz und Feierlaune zu belohnen und zu ehren, wirst Du nun zum Zeichen für Unbehagen, Häme und Ost- wie Westalgie.

 

Sei sicher, es gibt sie, die, die Dich zu schätzen wissen! Die, die sich mit Tränen der Glückseligkeit in den Armen lagen. Die, die heute erleichtert und zufrieden zurückblicken. Aber statt mehr, scheinen sie immer weniger zu werden.

 

Statt dessen regt sich schon Tage und Wochen bevor Du erscheinst, Missmut bis hin zur Depression. Selbst mit einem Brückentag im Gepäck, sieht man Dich lieber gehen als kommen.

 

Wie auf einem Geburtstag, auf dem die Eltern dem einen Zwilling die Trommel geschenkt und dem anderen die Stöcke versprochen haben. Dem anderen hingegen wäre das Fahrrad weggenommen, und dem einen die Luftpumpe geschenkt worden.

 

Ich weiß, Du hast nur getan, was man Jahr um Jahr von Dir verlangt hat. Deshalb fühle ich mit Dir. Aber es wird noch dauern, bis Du Deinem Namen die wahre Ehre und bis man Dir den wohlverdienten Dank erweisen wird. Auf beiden Seiten des gedeckten Tischs.

 

Und so lange musst Du mit dem Leben, das Dir an Dank geboten wird.

 

Dumm gelaufen!

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