Wilhelm Westerkamp

Mit dem Nachwuchs etwa zum Tierheim?

Eine ganze Armada von Müttern bevölkert ein Tierheim in der Eifel mit ihrem Nachwuchs.
Mit strengen Mienen schieben sie den Kinderwagen vor sich her und haben dabei im Schlepptau immer ihre Ehemänner, die gemächlich und grimmig gelaunt hinter ihren Ehefrauen desinteressiert hinterher zu trotten scheinen. Dabei geben die Damen ohne Umschweife Kommandos an ihre Kinder, deren Inhalt ich aber nicht so recht verstehen konnte. So dröhnt mir aber der schrille Klang der Stimmen der gestrengen Mütter unangenehm in meinen empfindlichen Ohren.
Die ersten Sonnenstrahlen an diesem Vormittag am Sonntag, fallen nicht ganz vom Zenit des Himmels, so dass sie schräg auf einen Teil der rechteckigen Pflastersteine fallen, die den gesamten schmalen Gehweg ausmachen. Dass fade Grau der Steine, sollten sie von der Septembersonne angestrahlt werden, wirkt dadurch sehr viel intensiver, als die Steine, die im Schatten gelegen sind und ihr kümmerliches Dasein fristen müssen.
Sind die Kinder mit dem Füttern der Tiere in dem Tierheim so langsam überfordert und müde, fangen viele an zu quengeln. Und als Ausdruck ihres Unmuts fangen manche spitze Schreie auszustoßen, so dass nun der Part und die Kraft der Väter gefragt ist. Denn auf strikte Anweisungen ihrer Ehefrauen, schnappen sich die Männer ihren Nachwuchs dann in dem sie ihn sachte unter die Arme greifen und versuchen ihn in den Kinderwagen zu bugsieren. Aus Verzweiflung und Wut strampeln die Kleinen nun ungestüm mit den viel zu kurzen Beinen ehe sie von den Vätern mit einiger Mühe dann doch in den Kinderwagen gehoben werden.
Natürlich geben die Mütter nach dieser Aktion weiter den Ton an, denn an die Muskelkraft ihrer Männer reichen sie ja bei weitem nicht heran, so ist die Erziehung ihrer Kinder für sie ohnehin auf den Leib geschrieben ist, welches ihren Ehemänner hierbei nur eine Statistenrolle zu kommt.
Zu Ende des Besuchs im Tierheim läßt es sich die Familie nochmals gut gehen. Vor einer Imbissbude dort stehend, bestellen sie mehrere Portionen Currywurst mit Fritten und Mayonnaise für sich und vorallem für den Nachwuchs. Dieser sich gleich darauf macht, die Pommes und die Wurst gierig zu verschlingen. Die Eltern sehen sich das Schauspiel ihrer Schützlinge jetzt etwas gelassener an, so ist der Ausflug ja beinahe vorbei und auch die untergehende Sonne am Horizont, wird wohl bald verschwunden sein.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 03.10.2017. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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