Sven Werfel

Zu viel des Guten?

 

Zu viel des Guten?
 


In meiner Ausbildung zum Mediengestalter war die erste Lektion die ich lernte und zugleich die Wichtigste, eine Aussage die mir noch heute in den Sinn kommt:

 

Finden Sie mich gut

oder finden Sie mich schlecht,

aber Hauptsache

Sie finden mich!

 

Sicherlich fragen Sie sich zurecht, was das mit einem Mediengestalter oder im allgemeinen, dem Designer, zu tun hat. Nichts! Der Mediengestalter, egal ob Printmedien oder Video, arbeitet meist nach Anweisung und mal mehr oder weniger klar definierte Wünschen der Kundschaft. Am besten gestern fertig und am liebsten, so billig wie möglich, bei effektiver Reichweite und größtmöglichem Nutzen für das angepriesene Produkt. Ist das Resultat gut geworden, bekommen Sie den nächsten Auftrag, ist das Endergebnis eher am Thema vorbei gegangen und der Kunde ist nicht überzeugt, dann wird er sich beim nächsten mal wahrscheinlich, eine andere Agentur suchen.

 

Die Bedeutung des Spruches, bekommt eine ganz andere Qualität, wenn es um das künstlerische Schaffen geht. Ist es hier zumeist eine Frage von gesehen werden oder eben nicht. Wie viele TOP-Künstler habe ich in meinem Leben schon gesehen/ gehört (egal ob in der Malerei oder in der Musik), die niemand kennt. Da lungern wirklich fabelhafte Exponate in einem Kellerraum und sie werden einfach nicht gesehen. Da spielt man bei kleinen Konzerten, mit meist nicht mehr als 30 – 50 Zuschauern, in einer Bar oder einem Club und die Band, die man gerade sieht, liefert wirklich abgefahrenes Zeug ab.

 

Sollte man also meinen, das die „neuen Medien“ ein Seegen für die hiesigen Künstler der Welt sind und nun jeder die Möglichkeit hat ein kleines oder etwas größeres Lichtlein, im Munde der Allgemeinheit zu werden. Theoretisch eine super Sache, wäre da nicht das übergroße Angebot aus Werken jeglicher Form und Art. Da stolpert der Studierte über den Hobbymaler, der Möchtegern Vokabulator über dem belesenen Dichter, die Freizeitmuse über dem Studiomusiker. Kurz, jeder hat nun die Möglichkeit sich im Licht der Öffentlichkeit zu präsentieren und kann das ganz nach seiner Fasson ausleben. Eine gute Sache, sollte man meinen.

 

Ich möchte es an einem anderen Beispiel erläutern, worin mein Problem liegt.

Kennen sie den Spruch: „Vor einem gedeckten Tisch verhungern?!“ Sicherlich ist es eher ein Problem, meiner Generation, aufgewachsen im Wusel der Fülle, Mc Donalds, prall gefüllten Einkaufsläden mit fast schon vorgekautem Essen und alles was das menschliche Herz begehrt. Man brauch im besten Falle, nicht einmal einen Handschlag zu tätigen, außer der Griff in die Geldbörse. Dazu noch etwas Entertainment und die Sache ist geritzt. Nehmen wir also mal an, man steht so vor dem großen Regal, hat irrsinnig Hunger, kann sich aber nicht entscheiden, was heute die Magenwand füllen soll. Das Angebot erdrückt einfach.

 

Da wären wir auch schon wieder beim Künstler.

Was ist der einzelne Künstler Wert, wenn die Auswahl so groß ist, dass es schon beinahe Übermenschliche Fähigkeiten erfordert, um überhaupt in Erscheinung zu treten? Was ist ein Künstler? Was ist der künstlerische Schaffensgeist? Und um in dem Rahmen dieses Portals zu bleiben, was ist die Geschichte oder das Gedicht, wo man sagen kann, dass ist Kunst? Eine, auf den ersten Blick, dilettantisch geschriebene Geschichte, dennoch mit einer aussagekräftigen Zeile gespickt, ist das schon Kunst auch wenn sie handwerklich nicht gut ist? Wiederum eine auf vielen Seiten basierende Story, die zwar spannend ist aber der tiefgreifende Sinn nicht erkennbar ist. Ist das dann auch Kunst oder nur Entertainment? 

 

Einen guten Start in die Woche ;)

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