Dennis Dywan

Lichtblicke

Staub fiel von der Decke. Das Knarzen brach die Stille.

Alles schien so chaotisch und doch so gewohnt. Im Dunkeln wirkte alles noch viel bedrückender als sonst. Silhoutten meiner schlimmsten Albträumte formten sich in der Finsternis. Wo eins das Licht regierte existieren nur noch Schatten. Doch wo war mein Lichtblick?

Ich irrte durch das Dunkel - keine Ahnung wohin. Ist dies der richtige Weg?

Lautes Geschrei ließ mich zusammen zucken. Was war passiert?

Angst machte sich in mir breit, doch die Neugier war stärker. Die Geräusche wiederholten sich und wurden lauter. Mein Atem wurde schneller. Der Puls peitschte meinem Körper voran. Es gab kein Halten mehr. Ich rannte ohne nachzudenken durch die dunklen Gassen.

Erst links, dann rechts - Irgendwohin würde mich mein Weg schon führen.

Die Geräusche kamen näher. Eine zweite, tiefere Stimme schrie. Doch nicht aus Angst. Lautes Krachen und Gerumpel gesellte sich hinzu.

Ich rannte noch schneller. Ich musste es wissen. Es ließ mir keine Ruhe.

In weiter Ferne begann es heller zu werden. Die Gedanken überschlugen sich in meinem Kopf. Was würde ich vorfinden?

Das Strahlen hinter der nächsten Ecke blendete mich. Es dauerte bis ich mich an die Helligkeit gewöhnt hatte. Nach und nach ergaben die Formen einen Sinn. Eine gelbe, leuchtende Kugel erwärmte mein Herz. Noch nie war etwas so verlockend gewesen. Ich sprintete los und versuchte mein Glück zu umarmen.

Ich hörte wieder dieses Geschrei. Diesmal lauter als je zuvor.

Ein schmerzerfüllendes dumpfes Geräusch ließ mich zurück in die Realität finden, bevor für immer alles dunkel wurde.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 16.10.2017. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Alle Haiku-Gedichte in "Den Wind jagen" von Heike Gewi sind im Zeitraum von Januar 2008 bis 2012 entstanden und, bis auf einige Ausnahmen, als Beiträge zur World Kigo Database zu verstehen. Betreiberin dieser ungewöhnlichen Datenbank ist Frau Gabi Greve. Mit ihrer Anleitung konnte das Jemen-Saijiki (Yemen-Saijiki) systematisch nach Jahreszeitworten für Bildungszwecke erstellt werden. Dieses Jahr, 2013, hat die Autorin die Beiträge ins Deutsche übersetzt, zusammengefasst und in Buchform gebracht. Bei den Übersetzungsarbeiten hat die Autorin Einheimische befragt und dabei kuriose Antworten wie "Blaue Blume – Gelber Vogel." erhalten. "Den Wind jagen" heißt auch, Dinge zu entdecken, die sich hoffentlich nie ändern. Ein fast unmögliches Unterfangen und doch gelingt es diesen Haikus Momente und zeitlose Gedanken in wenigen Worten einzufangen und nun in dieser Übersetzung auch für deutschsprachige Leser zugänglich zu machen.

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